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Abfallentsorgung - das neue Gebührenmodell

"Sie entscheiden, wie oft wir uns sehen"

Bedarfsgerecht und wirtschaftlich mit Anreiz zur Trennung von Wertstoffen

Die Stadt Ludwigshafen berechnet die Abfallgebühren ab Januar 2012 nach einem neuen und bedarfsgerechten Modell. Damit haben Bürgerinnen und Bürger erstmals mehr Spielraum bei der Entscheidung, wie oft sie ihre Tonnen zur Abfuhr bereitstellen. Dies wird sich auch in den Abfallgebühren niederschlagen.

Aus hygienischen Gründen ist lediglich die Anzahl der Mindestleerungen vorgegeben. Bürgerinnen und Bürger mit Haushalten im Teilservice und mit einem 14-täglichen Abfuhrrhythmus stellen ihre Restabfalltonne künftig mindestens 18-mal und ihre Biotonne mindestens 24-mal zur Leerung bereit. Alles was darüber hinausgeht, gilt als Zusatzleerung.

Die zu entrichtenden Abfallgebühren orientieren sich an einer Grundgebühr und der Gebühr für die Mindestleerung sowie der möglichen Zusatzleerungen. Die tatsächlich zu entrichtende Gebühr orientiert sich also - ähnlich wie bei der Stromrechnung - stärker als bisher am echten Bedarf und dem Verbraucherverhalten. Für Ein-Personen-Anwesen kann die Zahl der Mindestleerungen auf Antrag beim Restabfall auf zehn gesenkt werden.

Zudem können Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer nun unterschiedliche Behältergrößen für Rest- und Bioabfall wählen; bislang konnte die Biotonne maximal so groß wie die Restabfalltonne sein. Erstmals gibt es Behälter mit einer Größe von 770 Liter, was für Großwohnungsanlagen interessant ist, da die dortigen 1 100 Liter Behälter bei Bedarf umgetauscht werden können.

Behälteridentifikationssystem ermöglicht effektivere Tourenplanung

Voraussetzung für das neue Gebührenmodell war das Behälteridentifikationssystem (BIS), das ab 2009 eingeführt wurde; erstmals konnten damit alle Behälter digital erfasst werden, was wiederum die Voraussetzung für eine effektivere Tourenplanung ist.

Die Abfallgebühren in Ludwigshafen konnten 18 Jahre lang trotz gesteigerten Lebenshaltungskosten auf einem äußerst niedrigen Niveau gehalten werden. Um auch künftig eine kostendeckende Abfallentsorgung gewährleisten zu können, hat der Wirtschaftsbetrieb der Stadt Ludwigshafen nach Modellen gesucht, die den Aspekt der Wirtschaftlichkeit berücksichtigen und zugleich bedarfsgerechter funktionieren. Durch optimales Trennen können die Bürger ihre Restabfallmenge reduzieren und dadurch künftig die Leerungshäufigkeit und damit ihre Abfallgebühr beeinflussen. Das ist auch ein großer Anreiz zu einem ressourcenschonenden Umgang mit Abfall.

Mit dem neuen Gebührenmodell passt der Wirtschaftsbetrieb der Stadt Ludwigshafen die Gebühren, die in den letzten Jahren sogar viermal gesenkt wurden, moderat an, um die Kosten für die Abfallentsorgung in Ludwigshafen zu decken. Würde wie bisher weiter verfahren, müssten die Gebühren tatsächlich deutlich erhöht werden.

Um das zu vermeiden, hat der Wirtschaftsbetrieb der Stadt Ludwigshafen gemeinsam mit Vertretern der Ratsfraktionen und dem Institut INFA, dem in Abfallfragen führenden Beratungsunternehmen in Deutschland, neue Lösungen erarbeitet. Dadurch konnten alle wichtigen Anforderungen, Anregungen und Hinweise bedacht und umgesetzt werden. Zudem wird mit dem neuen Modell den Anforderungen des aktuellen Entwurfs des Kreislaufwirtschaftsgesetzes Rechnung getragen, das ab 2015 eine Erhöhung der Recyclingquoten vorschreibt.

Gebührenbescheid

Für das Jahr 2012 werden die Gebührenbescheide Mitte Februar versandt. Sie erfolgen auf Basis der voraussichtlich durchschnittlichen Leerungsanzahl. Wie bei der Stromrechnung leistet man mit dem Bescheid eine Vorauszahlung. Im Folgejahr kann der Bescheid dann auf Basis der tatsächlich erfolgten Leerungen angepasst werden.

Weitere Änderungen der Abfallgebührenordnung

Zum 1. Januar 2012 treten weitere Änderungen der Abfallgebührenordnung in Kraft. So erhalten Eigenkompostierer, die keine Biotonne benötigen, einen Abschlag von 25 Euro pro Jahr auf die Grundgebühr. Erstmals gibt es die Möglichkeit, Behälterschlösser für die Abfalltonnen zu bestellen. Diese kosten für die 80 bis 240 Liter Tonnen einmalig 20 Euro und 45 Cent im Monat Gebühr.

Während man sich bislang den Sperrabfall zweimal im Jahr kostenlos abholen lassen konnte, gilt dieser Service nun einmal im Jahr, weitere Abholungen sind kostenpflichtig. Für bestimmte Abfälle, die direkt beim Wertstoffhof abgegeben werden, wird nun eine Gebühr erhoben. Hierzu zählen zum Beispiel: Altöl, Altreifen, Holz aus Umbaumaßnahmen, Sperrabfall und Bauschutt.

Service-Hotline

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wirtschaftsbetriebes beantworten ab Mittwoch, 7. September 2011, Fragen unter der Service-Nummer 504-7000.

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