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GEGEN JEDE VERNUNFT.
SURREALISMUS PARIS – PRAG

14. November 2009 – 14. Februar 2010

 

Der Surrealismus als eine der folgenreichsten und vielseitigsten Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt eines groß angelegten Ausstellungsprojektes der Stadt Ludwigshafen am Rhein und der BASF SE in der Metropolregion Rhein-Neckar. Unter dem Titel Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris – Prag (14. November 2009 bis 14. Februar 2010) kooperieren das Wilhelm-Hack-Museum und der Kunstverein Ludwigshafen. Die Sammlung Prinzhorn beteiligt sich in Heidelberg mit der Ausstellung Surrealismus und Wahnsinn.

Wie kaum eine andere Kunstbewegung hat der Surrealismus die Wahrnehmung der Wirklichkeit verändert und bis in den Alltag hinein beeinflusst: Werbung, Film und Videoclips von heute sind ohne die Surrealisten nicht denkbar. Die Künstlerinnen und Künstler waren in den verschiedensten Kunstgattungen tätig und eigneten sich gerade die jungen Medien der Fotografie und des Films an.

Die Ausstellung "Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris - Prag" im Wilhelm-Hack-Museum

Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris – Prag ist die erste gemeinsame Sonderausstellung der Stadt Ludwigshafen am Rhein und der BASF SE im für seine energetische Sanierung ausgezeichneten Wilhelm-Hack-Museum. Gefördert wird die Ausstellung außerdem von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur und vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

Unter der Schirmherrschaft Pavel Kohouts rücken die Ausstellungsmacher anknüpfend an das Konzept der Fotoausstellung im Kunstverein Ludwigshafen mit Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris – Prag erstmals den tschechischen Surrealismus in den Vordergrund, der bisher in Deutschland nur wenig beachtet wurde. Darüber hinaus erweitern sie den zeitlichen Fokus bis 1969. Die Ausstellung mit über 300 Kunstwerken der surrealistischen Zentren Paris und Prag dokumentiert Querverbindungen zwischen West und Ost.

Sie selbst und über 80 Begleitveranstaltungen zeichnen ein facettenreiches Bild vom Surrealismus als spartenüberschreitende Kunstbewegung mit den Schwerpunkten Malerei, Fotografie, Film und Literatur. Die lebendige Inszenierung der Ausstellungsmacher spiegelt den Geist des Surrealismus wider: Am Beginn der Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum durchschreitet der Besucher den berühmtesten Schnitt der Filmgeschichte, den Schnitt durchs Auge aus Salvador Dalís und Luis Buñuels Klassiker Der andalusische Hund (1929).

Ein Highlight der Ausstellung ist die Teilrekonstruktion des Hauptraumes der legendären Surrealismus-Ausstellung von 1938 in der Galerie Beaux-Arts in Paris unter der Ägide Marcel Duchamps und des "Lichtregisseurs" Man Ray. Von der Decke herabhängende Kohlesäcke, einen künstlichen Seerosentümpel, den Duft frisch gemahlenen Kaffees und das Lärmen militärischer Marschbefehle vereinte Duchamp dort zu einem unvergleichlichen, sinnlichen Gesamtkunstwerk. Die Krönung der Inszenierung bildete die individuelle Beleuchtung durch Taschenlampen, mit deren Hilfe die Ausstellungsbesucher gleichsam zu Mit-Akteuren eines großen Ganzen wurden. Das Wilhelm-Hack-Museum lässt diese außergewöhnliche Erfahrung wieder aufleben. Eine weitere Besonderheit der Ausstellung: Erstmals in Europa ist der monumentale, neun mal 14 Meter große Bühnenvorhang Salvador Dalís, Bacchanal, zu sehen.

Neben Hauptwerken surrealistischer Künstlerinnen und Künstler wie Salvador Dalí, René Magritte, Max Ernst, André Masson und Meret Oppenheim werden auch zahlreiche Werke von Giorgio de Chirico und Hans Bellmer bis hin zu Leonor Fini und dem rumänischen Maler Victor Brauner gezeigt. Interessante Neuentdeckungen versprechen besonders die Arbeiten von Jindrich Heisler, František Hudecek, Mikuláš Medek, Jindrich Štyrský, Karel Teige und Toyen. Die in Prag geborene Toyen, die von Breton geschätzt wurde und die Lebensgefährtin Štyrskýs war, zählt zu den herausragenden surrealistischen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Eine "Ausstellung in der Ausstellung" dokumentiert ihre Arbeit. Darüber hinaus zeigt das Museum Kurzfilme und Objekte des bis heute aktiven, international renommierten tschechischen Filmemachers und Künstlers Jan Švankmajer.

 

Surrealistische Kunst im Kunstverein

Kunstwerke von Paris bis Prag

Der Kunstverein Ludwigshafen konzentriert sich ausschließlich auf fotografische Arbeiten aus den surrealistischen Zentren Paris und Prag. Präsentiert werden 180 Fotografien aus renommierten privaten und öffentlichen Sammlungen. Neben Klassikern von Man Ray, Hans Bellmer und Brassaï sind auch Fotografien unter anderem von Eugène Atget, Georges Hugnet, Raoul Ubac sowie vom Surrealismus beeinflusste Werke von Erwin Blumenfeld, Herbert Bayer und Herbert List zu sehen. Künstlerinnen wie Dora Maar, Claude Cahun und Emila Medková entdeckten das Medium für sich und nutzten es, um sich in der männlich geprägten Kunstszene zu etablieren.

Großen Einfluss auf die tschechische Fotografie hatte Man Ray, dessen Rayografien bereits 1923 in Prag ausgestellt wurden. Mit herausragenden Arbeiten unter anderem von Jindrich Štyrský, Karel Teige und Jindrich Heisler dokumentiert die Ausstellung die Prager Kunstszene, wo sich eine der originellsten Facetten surrealistischer Fotografie entwickelte.

Rund 120 Bilder, Zeichnungen und Druckgraphiken zeigt die Ausstellung Surrealismus und Wahnsinn (26. November 2009 bis 14. Februar 2010) der in Heidelberg ansässigen Sammlung Prinzhorn, die für die Surrealisten eine reiche Inspirationsquelle war. Die Sammlung Prinzhorn geht auf das Sammelprojekt des Kunsthistorikers und Arztes Hans Prinzhorn (1886-1933) zurück. In den Jahren 1919-21 trug er rund 5000 Werke von Anstaltsinsassen aus ganz Deutschland zusammen. Max Ernst war von Hans Prinzhorns Bildnerei der Geisteskranken so fasziniert, dass er das Buch noch im Erscheinungsjahr mit nach Paris nahm, wo es bei seinen Künstlerkollegen für Furore sorgte und gleichsam zur Bibel der Surrealisten wurde. Die Heidelberger Ausstellung macht mit Bildern, Zeichnungen, Druckgraphiken und Schriften deutlich, welche Anziehung die "Ästhetik des Wahnsinns" auf Künstler wie Max Ernst, Salvador Dalí, André Masson und Hans Bellmer hatte.

Ein weiterer Aspekt der Schau setzt sich mit der Teilrekonstruktion der Ausstellung von 1929 in der Pariser Galerie Max Bine auseinander, die damals von den Surrealisten mit großem Interesse verfolgt wurde. Die Besucherinnen und Besucher gewinnen einen Eindruck davon, welche Werke die Pariser Surrealisten im Original sehen konnten. Zusätzlich gibt es eine sehr kleine, aber in dieser Art erstmals gezeigte Retrospektive der Künstlerin Unica Zürn.

Mit diesem großen Ausstellungsprojekt Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris – Prag knüpfen die Stadt Ludwigshafen am Rhein und die BASF SE als Veranstalter an eine Reihe gemeinsamer, erfolgreicher Kulturprojekte an. Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris – Prag ist bereits das fünfte Kooperationsprojekt von Stadt Ludwigshafen am Rhein und BASF SE. Es folgt auf Chagall (1990), Vasarely (1997/98), Miró (2000/01) und den Blauen Reiter (2003/04).

Weitere Informationen unter: www.surrealismus-ludwigshafen.de

 

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Weiterführende Links

Externe Links

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