Der Kunstverein Ludwigshafen konzentriert sich ausschließlich auf fotografische Arbeiten aus den surrealistischen Zentren Paris und Prag. Präsentiert werden 180 Fotografien aus renommierten privaten und öffentlichen Sammlungen. Neben Klassikern von Man Ray, Hans Bellmer und Brassaï sind auch Fotografien unter anderem von Eugène Atget, Georges Hugnet, Raoul Ubac sowie vom Surrealismus beeinflusste Werke von Erwin Blumenfeld, Herbert Bayer und Herbert List zu sehen. Künstlerinnen wie Dora Maar, Claude Cahun und Emila Medková entdeckten das Medium für sich und nutzten es, um sich in der männlich geprägten Kunstszene zu etablieren.
Großen Einfluss auf die tschechische Fotografie hatte Man Ray, dessen Rayografien bereits 1923 in Prag ausgestellt wurden. Mit herausragenden Arbeiten unter anderem von Jindrich Štyrský, Karel Teige und Jindrich Heisler dokumentiert die Ausstellung die Prager Kunstszene, wo sich eine der originellsten Facetten surrealistischer Fotografie entwickelte.
Rund 120 Bilder, Zeichnungen und Druckgraphiken zeigt die Ausstellung Surrealismus und Wahnsinn (26. November 2009 bis 14. Februar 2010) der in Heidelberg ansässigen Sammlung Prinzhorn, die für die Surrealisten eine reiche Inspirationsquelle war. Die Sammlung Prinzhorn geht auf das Sammelprojekt des Kunsthistorikers und Arztes Hans Prinzhorn (1886-1933) zurück. In den Jahren 1919-21 trug er rund 5000 Werke von Anstaltsinsassen aus ganz Deutschland zusammen. Max Ernst war von Hans Prinzhorns Bildnerei der Geisteskranken so fasziniert, dass er das Buch noch im Erscheinungsjahr mit nach Paris nahm, wo es bei seinen Künstlerkollegen für Furore sorgte und gleichsam zur Bibel der Surrealisten wurde. Die Heidelberger Ausstellung macht mit Bildern, Zeichnungen, Druckgraphiken und Schriften deutlich, welche Anziehung die "Ästhetik des Wahnsinns" auf Künstler wie Max Ernst, Salvador Dalí, André Masson und Hans Bellmer hatte.
Ein weiterer Aspekt der Schau setzt sich mit der Teilrekonstruktion der Ausstellung von 1929 in der Pariser Galerie Max Bine auseinander, die damals von den Surrealisten mit großem Interesse verfolgt wurde. Die Besucherinnen und Besucher gewinnen einen Eindruck davon, welche Werke die Pariser Surrealisten im Original sehen konnten. Zusätzlich gibt es eine sehr kleine, aber in dieser Art erstmals gezeigte Retrospektive der Künstlerin Unica Zürn.
Mit diesem großen Ausstellungsprojekt Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris – Prag knüpfen die Stadt Ludwigshafen am Rhein und die BASF SE als Veranstalter an eine Reihe gemeinsamer, erfolgreicher Kulturprojekte an. Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris – Prag ist bereits das fünfte Kooperationsprojekt von Stadt Ludwigshafen am Rhein und BASF SE. Es folgt auf Chagall (1990), Vasarely (1997/98), Miró (2000/01) und den Blauen Reiter (2003/04).
Weitere Informationen unter: www.surrealismus-ludwigshafen.de