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neueLu Juli/August 2010

Eulen meistern Aufstieg

Handballer der TSG Friesenheim erstklassig – Empfang der Stadt am 5. Juli

Mit einem 32:20-Erfolg gegen Obernburg feierte die TSG Friesenheim einen Spieltag vor Saisonende den Aufstieg in die Erste Bundesliga. Die Begeisterung über den Einzug in eine der stärksten Handballligen der Welt war und ist riesengroß. Jetzt laufen die Planungen für das Unternehmen Bundesliga auf Hochtouren.

Erstmals spielen die Handballer der TSG Friesenheim in der Ersten Bundesliga.  Noch im vergangenen Jahr schrammten die Eulen knapp an dem lang ersehnten Aufstieg vorbei. Diesmal hat es endlich geklappt. Bereits einen Tag vor Saisonende konnten die Ludwigshafener gegen die TuSpo Obernburg den Aufstieg besiegeln. Gegen den Traditionsklub TUSEM Essen verabschiedete sich die TSG Friesenheim am letzten Spieltag mit 38:35 endgültig in die Erste Liga. Nach Sektdusche und Pokalübergabe hallten die Siegesgesänge nach dem Spiel noch lange durch die Stadt. "Ich hätte das nicht für möglich gehalten, geschweige denn erwartet. Ein Traum wird wahr", freut sich Trainer Thomas König über den Erfolg seiner Mannschaft und blickt im Gespräch mit der neuen Lu auf die nächste Saison: "Unser Ziel kann nur sein, die Klasse zu halten. Das wäre ein Riesenerfolg."

Für Meisterschaft und Bundesligaaufstieg ehrt die Stadt Ludwigshafen am Rhein "ihre" Eulen am Montag, 5. Juli, 16 Uhr, vorm Lichttor am Rathaus. "Wir gratulieren der TSG Friesenheim und wünschen für die kommende Saison gute und faire Spiele und viel Erfolg", so Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse im Vorfeld der Ehrung. Auch Sportdezernent Wolfgang van Vliet, der die Mannschaft bei jedem Heimspiel angefeuert hat, freut sich über die sportliche Höchstleistung: "Es war eine klasse Saison und es war richtig, auf die junge Mannschaft zu setzen." Die TSG mache eine hervorragende Jugendarbeit, lobt der Sportdezernent und hofft durch den Bundesligaaufstieg auf eine Signalwirkung für die Stadt: "Es ist eine große Chance für Ludwigshafen und dürfte auch ein Anreiz sein für die Jugend, dass es außer Fußball auch noch Handball gibt."

Ein gesteigertes Interesse der Menschen spürt die TSG Friesenheim schon jetzt: Über 600 Dauerkarten sind bereits verkauft. Es sei ein regelrechter Boom ausgebrochen, berichtet TSG-Geschäftsführer Werner Fischer und fügt stolz hinzu: "Unsere junge Mannschaft hat etwas erreicht, was wir in dieser Dimension nicht erwartet hätten. Das ist großartig."

Größter Erfolg in der 129-jährigen Vereinsgeschichte

Die TSG 1881 Friesenheim ist mit etwa  1.200 Mitgliedern einer der größten Sportvereine in Ludwigshafen. Die Vereinsanlagen in der Eschenbachstraße 85 in Friesenheim umfassen zwei Sporthallen und die Vereinsgaststätte, das "Turnerheim". Mit der neuen Günter-Braun-Halle im TSG-Sportzentrum verfügt der Verein über eine der modernsten und schönsten Sporthallen in Ludwigshafen. Neben dem sportlichen Aushängeschild der TSG, der ersten Männerhandballmannschaft, ist auch die Fechtabteilung, die 2003 mit dem Sieg der Damen-Degenmannschaft beim Deutschlandpokal in Saalfeld glänzen konnte, erfolgreich.

Höhepunkt der Handballabteilung war bisher sicherlich der zweimalige Gewinn der Deut-schen Meisterschaft im Großfeld in den Jahren 1929 und 1930. In den vergangenen 15 Jahren spielten die Handballer konstant in der Zweiten Liga und führten immer wieder die Tabelle an. Und fast genau ein Jahr nach dem Drama von Hannover-Burgdorf, bei dem die TSG in letzter Sekunde gegen die TSV Burgdorf den Aufstieg verpasste, erlebt der Klub 2010 den größten Erfolg seiner 129-jährigen Vereinsgeschichte und spielt ab September gegen die besten Mannschaften des Landes.

Und was ist das Rezept für den Erfolg? "Wir haben von der Erfahrung im letzten Jahr profitiert und sind wesentlich nervenstärker in entscheidende Spiele gegangen", erklärt Trainer König. Seit 2006 coacht er die Eulen und setzt dabei konsequent auf junge, talentierte Akteure. Seit Jahren schon legt der Verein, der 16 Jugendmannschaften in den höchsten Ligen hat, einen Schwerpunkt auf die Jugendarbeit. Mit Erfolg: Zum dritten Mal wurde die TSG mit dem Gütesiegel "Exzellente Jugendarbeit" des Deutschen Handball-Bundes ausgezeichnet. Aber auch die Kooperation mit dem Mannheimer Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen, der neue Stützpunkt der besten Jugendhandballer in Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen und die Jagdfieber-Image-Kampagne haben wohl zum Erfolg beigetragen. Und Thomas König weiß: "Der Aufschwung in Friesenheim kam mit den Fans. In der Ersten Liga wird es noch wichtiger sein, dass die Fans uns auch nach Niederlagen weiter so bedingungslos bis zum Saisonende unterstützen, mit ihnen im Rücken können wir mit Sicherheit zu Hause die ein oder andere Überraschung schaffen", ist sich der Trainer sicher.

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