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neueLu Juli/August 2010

Lärmschutz entlang der Gleise

Verschiedene Maßnahmen greifen in Oppau, Edigheim und Oggersheim

Mitte Mai starteten die Arbeiten zum weiteren Ausbau des Kombiverkehrsterminals (KVT) auf dem Gelände der BASF SE. Parallel zu der Baumaßnahme kommt das freiwillige Lärmschutzpaket, das BASF SE, KTL GmbH, die Deutsche Bahn, die DB Netz AG und die Stadt im  Jahr 2008 gemeinsam mit betroffenen Bürgerinnen und Bürgern vereinbart hatten, zum Tragen.

"Dass nun aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen eingeleitet werden können – und zwar sogar mehr als gesetzlich vorgeschrieben –, ist das Ergebnis unseres Runden Tisches. Hier haben alle Beteiligten hervorragend zusammengearbeitet. Mein Dank gilt auch der Bürgerinitiative, die den Prozess konstruktiv-kritisch begleitet hat", erläuterte Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse.

Laut Ankündigung der DB-Projektbau werden ab Oktober 2010 entlang des Gleises in Oppau und Edigheim bis zu drei Meter hohe, dreifarbige Aluminiumwände mit einer Gesamtlänge von rund 850 Metern errichtet. Da hierzu der Zugverkehr weitgehend eingestellt werden muss, erfolgen die Bauarbeiten hauptsächlich an den Wochenenden. Die Lärmschutzwände befinden sich dann in den Bereichen Zinkig, Faselwiese, Werderstraße und Jakob-Scheller-Straße sowie am Glockenloch. In den unbebauten Gebieten dazwischen entsteht eine Gabionenwand - eine Mauer aus Drahtkörben, die mit Steinen gefüllt sind. Dank eines Pilotprojektes innerhalb des Konjunkturprogrammes II können während der Osterferien im Jahr 2011 zudem so genannte Unterschottermatten, die einen erheblichen Erschütterungs- und Lärmschutz bewirken sollen, auf einer Länge von 100 Metern eingebaut werden.  Zuvor und unabhängig von dem freiwilligen Lärmschutzpaket starten voraussichtlich Ende Juli die vom Bund bezuschussten Lärmschutzmaßnahmen entlang der Strecke Oggersheim-Ludwigshafen-Hauptbahnhof.

Der eine Abschnitt beginnt am Haus Frankenthaler Straße 200 und endet zehn Meter nach der Brücke über die Lorient-Allee. Auf dieser 1.050 Meter langen Strecke entsteht eine Lärmschutzwand, die auf der freien Strecke drei und im Bereich der Bauwerke zwei Meter hoch ist. Weiterhin ist eine 235 Meter lange und zwei Meter hohe Lärmschutzwand südlich des Lagerplatzweges vorgesehen. Ein weiterer Abschnitt, der ebenfalls mit einer 1.050 Meter langen Wand versehen wird, ist der Bereich an der Prälat-Caire-Straße und In den Weihergärten. Zusätzlich zum Bau der Lärmschutzwände wird überall dort geprüft, wo die zu Grunde gelegten Grenzwerte trotz aktiver Maßnahmen noch überschritten werden, ob die Voraussetzungen für die Förderung von passiven Maßnahmen, das heißt der Einbau von Schallschutzfenstern, gegeben ist. An der Strecke Oggersheim - Hauptbahnhof ist dies bei 612 Wohneinheiten der Fall. Mittel aus dem freiwilligen Programm ermöglichen passive Lärmschutzmaßnahmen an weiteren 328 Wohnungen. Insgesamt sind Mittel in Höhe von 7,5 Millionen Euro veranschlagt, davon 5,5 Millionen Euro aus Lärmsanierungsmitteln und 2 Millionen Euro aus dem freiwilligen Programm.

Kombiverkehrsterminal

Bis Ende 2011 wird das Kombiverkehrsterminal auf dem Gelände der BASF SE von sieben auf 13 Umschlaggleise erweitert. Die Zahl der Portalkräne steigt von fünf auf acht. Die dritte Baustufe wird die Kapazität des Terminals von 300.000 auf 500.000 Ladeeinheiten pro Jahr erhöhen. Das entspricht einem Mehrumschlag von cirka 2,5 Millionen Tonnen Gütern. Die Verlagerung dieser Transportmenge von der Straße auf die Schiene wird den CO2-Ausstoß um rund 60.000 Tonnen jährlich verringern. Der gesamte Verkehr auf dem Gleis Oggersheim - BASF wird um zusätzlich 30 auf 113 Fahrten pro Tag ansteigen. Mit der dritten Baustufe entstehen bei der Betreibergesellschaft KTL Kombi-Terminal Ludwigshafen GmbH 50 neue Arbeitsplätze. Die Investitionssumme beträgt 80 Millionen Euro.

Dr. Bernhard Nick, Werksleiter Verbundstandort Ludwigshafen der BASF SE, bezeichnete den Ausbau des Terminals als wesentlichen Beitrag zur Zukunftssicherung des Standorts Ludwigshafen: "Die BASF braucht gute Transportverbindungen zu ihren Kunden, zum Beispiel nach Italien, Frankreich und in die stark wachsenden Märkte Osteuropas. Mit dem kombinierten Verkehr können wir sie kostengünstig, umweltfreundlich und zuverlässig beliefern."

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