Ein "Vorhang der Hoffnung" öffnet sich bei der Premiere der Opern-Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" in Ludwigshafen. Mit Richard Wagners "Rheingold" startet das große Gemeinschaftsprojekt der Oper Halle, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz und des Theaters im Pfalzbau am Freitag, 5. November 2010, und Sonntag, 7. November, jeweils um 19.30 Uhr im Theater im Pfalzbau. Danach ist die Oper am 20. und 22. November in Halle zu sehen.
Der "Vorhang der Hoffnung", zusammengesetzt aus 126 Teilen – pro Tuch eine Fläche von 75 mal 75 Zentimetern – soll widerspiegeln, mit welchen Hoffnungen Schülerinnen und Schüler aus der Metropolregion in die Zukunft blicken. Die Oberfläche der Stoffe wird dafür sowohl in Ludwigshafen als auch in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt von Schulklassen und weiteren interessierten Jugendlichen nach eigenen Vorstellungen gestaltet und bearbeitet. Das Wie ist nicht vorgeschrieben. Schreiben, sprayen, kleben, malen und zeichnen - alles ist erlaubt, wenn es darum geht, Erwartungen an das Selbst, die Familie und Umgebung, Ängste, Berufswünsche oder etwa die Bereitschaft zur Mitwirkung in Politik und Gesellschaft auf den Stoff zu bringen. Am Schluss werden die gestalteten Stoffstücke auf den sechs mal zwölf Meter großen Hauptvorhang aufgenäht und bilden dann eine kollektive Sicht auf die Hoffnungen und Wünsche der jungen Generation gleichsam in Patchworktechnik ab.
Die Vielfalt der Vorstellungen, Ziele und Wünsche der Jugendlichen, ihre Visionen, sollen mit diesem "Vorhang der Hoffnung" sichtbar gemacht werden. „Anhand von Richard Wagners Opus ,Der Ring des Nibelungen‘, entstanden zwischen 1848 und der Reichsgründung 1870/71 – also in einer Zeit, da unsere Stadt entstand – suchen wir nach den zentralen Themen Richard Wagners, die nichts von ihrer Aktualität verloren haben“, betont Theaterintendant Hansgünther Heyme. Ob "Rheingold", der Vorabend zur "Walküre", "Siegfried" oder "Götterdämmerung", sie alle legten Zeugnis davon ab, dass in der Mitte des 19. Jahrhunderts bereits von Versündigung an der Natur, der Verletzung allen Rechts, der Enge herrschender und brutaler Moral und von Zukunftsangst die Rede gewesen sei. Den Theaterleiter, der Regie und Ausstattung des Mammutwerkes übernimmt, treibt der Ehrgeiz um, "mit dem ,Ring des Nibelungen‘ möglichst alle Bevölkerungsschichten zu erreichen".
Initiator und musikalischer Leiter dieses Projektes, das in Etappen bis zum Wagner-Jahr 2013, dem 200. Geburtstag des Komponisten, aufgeführt wird, ist Karl-Heinz Steffens, Chefdirigent der beiden beteiligten Orchester aus Halle und Ludwigshafen. Die Sängerbesetzung wird übergreifend für beide Spielstätten ausgewählt, während die beiden Orchester in ihrer jeweiligen Heimatstadt bleiben werden: Spielt die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz die Aufführungen in der Metropolregion Rhein-Neckar, so wird die Staatskapelle Halle bei der Darbietung des Rings in der Metropolregion Sachsendreieck zu hören sein.