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neueLu November/Dezember 2004

Innovationsgeist zieht ein

Mehr Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner ihrer insgesamt rund 24.000 Wohnungen in Ludwigshafen und eine Aufwertung des Stadtbildes: Das sind die Ziele der Wohnungsunternehmen GAG und LUWOGE.

Für die GAG bedeutet das Jahr 2004 ein Superlativ. Mit dem größten Modernisierungsprogramm in der Geschichte des Unternehmens ist die Aktiengesellschaft auch in diesem Jahr wieder in vielen Stadtteilen gleichzeitig am Werk.

„Mit Erfahrung und Innovation bringen wir unsere Häuser und das Wohnumfeld energetisch wie architektonisch auf den neuesten Stand. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Schonung der Ressourcen durch umweltbewusstes Bauen“, sagt Walter Braun, technischer Vorstand der GAG.

Durch neue Entwicklungen ist die GAG heute in der Lage, den Energiebedarf ihrer Wohnungen um 60 bis 70 Prozent zu reduzieren. 37 Millionen Euro investiert das Immobilienunternehmen allein in diesem Jahr unter anderem für die Wärmedämmung und Optimierung der Heizsysteme. Das kommt dem Geldbeutel der Mieter und Käufer direkt zugute.

Ebertsiedlung: Denkmalschutz und Ressourcenschonung

Das Projekt Ebertsiedlung stellt die GAG vor eine besondere Herausforderung. Eine denkmalgeschützte Wohnsiedlung auf moderne Wohnansprüche umzustellen, erfordert den sensiblen Einsatz unterschiedlicher Fachleute. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Pilotprojektes in der Ebertstraße 11 bis 17, erhalten jetzt weitere Häuser neue Dächer, einen Vollwärmeschutz, größere Balkone und neue Hauseingänge. Die Warmwasserbereitung und die Heizung wird auf Fernwärme aus der Müllverbrennung umgestellt, so dass künftig keine fossilen Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Gas benötigt werden.

Westend: Großzügigkeit

Großzügigkeit, so heißt die Devise im Westend. Dort ist die GAG seit einigen Jahren im Rahmen des Förderprogrammes „Soziale Stadt“ am Wirken. Jeweils zwei Wohnungen werden durch Umbau zu einer größeren Wohnung zusammen gelegt und mit Balkonen ausgestattet. Einen schönen Anblick bieten zudem die frisch sanierten Klinkerfassaden, die jetzt ziegelrot leuchten. Zur Schaffung zeitgemäßen Wohnraumes ist für die GAG, besonders hier in der Innenstadt, die Gestaltung des Wohnumfeldes wichtig.

Gartenstadt-Grazer Hof: Eigentum für Mieter

Im Grazer Hof hat das Immobilienunternehmen aus ehemaligen Mietwohnungen Eigenheime entstehen lassen. In den letzten sieben Jahren wurden dort nicht nur Fassaden und Dächer saniert. Die neuen Wohnungen haben Hausgärten, Garagen und in unmittelbarer Nähe Kinderspielplätze. Die Käufer konnten durch Eigenleistung im Innenausbau und bei der Gartengestaltung einiges Geld sparen.

Mundenheim: Technische Innovation

Das Wohngebiet „Schillerschule“ in Mundenheim macht Schule. Erstmals in Deutschland ist es gelungen, in einer Großsiedlung durch die Kombination von Wärmedämmung und Optimierung des Heizsystems über Kraft-Wärme-Kopplung den Energieverbrauch um 80 Prozent zu verringern. Verschiedene Universitäten und Hochschulen aus aller Welt haben an diesem System Interesse gezeigt und wollen es in ihren Lehrplan aufnehmen.

Absolut neues technisches Terrain betritt die GAG auch in Mundenheim Süd-Ost. Die Häuser in der Hoheloogstraße 1 und 3 werden so saniert, dass sie keine herkömmliche Heizung mehr benötigen, also nur von der „Sonne leben“. Sollte dieses Experiment gelingen, wäre es weltweit das erste Projekt dieser Art.

Bereits installiert ist seit Ende August 2004 auf den Häusern Wegelnburgstraße 28 bis 34 eine Photovoltaik-Anlage mit 279 Quadratmetern Kollektorfläche. Rund 30 000 Kilowatt jährlich sollen in Zukunft von dort als elektrische Energie in das Netz der TWL eingespeist werden.   gier

LUWOGE: Nachhaltiges Wohnen

Nachhaltige Stadtentwicklung im Brunckviertel und in der Pfingstweide: Wohngebiete zu neuem Leben erwecken, das ist auch das Ziel der LUWOGE.

Ein-Liter-Häuser im Brunckviertel

Bestes Beispiel: Das Brunckviertel im Stadtteil Friesenheim, wo sanierte Altbauten, neue Stadtreihenhäuser oder altersgerechte Wohnungen das Viertel für unterschiedliche Bewohnergruppen wieder attraktiv machen.

Vor dem Modernisierungsbeginn 1998 verteilten sich in der Siedlung aus den 30er Jahren noch oft drei Zimmer auf 55 Quadratmetern - viel zu eng für die Bedürfnisse von heute. Die Wohnungen haben nun eine größere Grundfläche und sind zeitgemäß geschnitten.

Direkt an der Brunckstraße, zwischen Stern- und Ruthenstraße, sind 36 Wohnungen speziell auf die Bedürfnisse von Senioren ausgerichtet und können rollstuhlgerecht ausgebaut werden. Für Schichtarbeiter sind die Wohnungen mit gut abgeschirmtem Ruhebereich interessant – so können die Kinder trotzdem toben, während der Vater schläft. An die bisher wenig repräsentierte Bewohnergruppe der jungen Familien mit Kindern richten sich die Stadtreihenhäuser in der Eschenbachstraße, die gegen Ende des Jahres 2004 fertig gestellt werden.

Bei der Modernisierung des Brunckviertels geht es jedoch nicht nur um den Wohnraum allein. Das Projekt verfolgt vielmehr einen ganzheitlichen Ansatz: Bewohnerstruktur, Verkehrsaufkommen und Wegeführung, Lärmemission und CO2-Ausstoß, Parkplatzsituation, Grünflächen - all diese Aspekte flossen in das Konzept mit ein. Ein neues Verkehrskonzept sorgt für ein ruhigeres Wohnumfeld. Für Kinder legte das Wohnungsunternehmen neue Grünanlagen und Spielplätze an.

Die neue Technik, die bei Sanierung und Neubau bei der Wärmedämmung eingesetzt wurde, reduziert den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß im ganzen Brunckviertel um rund 80 Prozent. Die neuen Stadtreihenhäuser verbrauchen umgerechnet sogar nur einen Liter Heizöl pro Jahr und pro Quadratmeter. Für den Mieter bedeutet dies bares Geld, denn diese Neubauten liegen im Energieverbrauch deutlich unter der Forderung der Energieeinsparverordnung, die bei Neubauten heute einen 7-Liter-Standard fordert.

Wohnen, Leben und Arbeiten von morgen

Auch im Nordosten von Ludwigshafen tut sich was: Um Vorurteilen gegenüber Großsiedlungen entgegenzuwirken, entwickelten die Wohnungsunternehmen GAG und LUWOGE zusammen mit der Stadt und den Bewohnern früh Maßnahmen zur nachhaltigen Steigerung der Attraktivität und des Images der Pfingstweide. Entstanden ist der jüngste Stadtteil Ludwigshafens in den 60er Jahren, als in Zeiten des Wohnungsmangels GAG und LUWOGE die Grundrisse für die neuen Wohnanlagen auf den Reißbrettern entwarfen.

Das erste Projekt von1996 bis 2002 stand unter dem Motto „Unsere Pfingstweide soll attraktiver werden“. Eine Umfrage zeigte, welche Veränderungen sich die Bewohner wünschten. Ergebnis: Die Grünflächen wurden ausgebaut, Kinderspielplätze und Eingangsbereiche neu gestaltet, das Zentrum um den Hans-Wolf-Platz umgebaut. Auch das Programm „Mieter werden Eigentümer“, das die LUWOGE und der Betriebsrat der BASF 1999 gestartet haben, fand großen Anklang: Insgesamt wurden schon 1.000 Wohnungen verkauft. Mit den Kauferlösen modernisiert die LUWOGE die verbleibenden Mietwohnungen und betreibt nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte wie eben im Brunckviertel oder in der Pfingstweide.

Das Folgeprojekt „Zukunft Leben - Pfingstweide“ beschäftigt sich nun mit Fragen zum Wohnen, Leben und Arbeiten von morgen: Was brauchen junge Familien, Senioren und allein Erziehende, um sich auch in Zukunft in der Pfingstweide wohl zu fühlen? Neu entwickelte Dienstleistungen rund um das Wohnen und Leben machen die Pfingstweide als Wohngebiet noch attraktiver. Im Frühjahr 2005 eröffnet die BASF Aktiengesellschaft eine Kinderkrippe mit 30 Plätzen für Kinder unter 3 Jahren - eine wesentliche Erleichterung für berufstätige Eltern. Altersgerechte Wohnungen und unterstützende Servicedienste wie Pflegekräfte oder Putzhilfen ermöglichen es Senioren, länger in den eigenen vier Wänden leben zu können. Gästewohnungen in der Pfingstweide sind eine günstige Alternative zum Hotel, wenn sich Besuch ankündigt und die Wohnung zu klein ist.

Die genannten Dienstleistungen in der Pfingstweide sind mit den Bürgern entwickelt und umgesetzt worden. Die Pfingstweide ist damit ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Stadtteile nur mit dem Engagement ihrer Bewohner leben

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