Logo der STADT LUDWIGSHAFEN AM RHEIN
*
Illustration Rathaus
*
*
* * *
* Logo Rhein-Neckar-Dreieck *
* * *
*
*
*
*
*

neueLu März/April 2005

<typohead type="2">Altstadt mit Herz lädt zum Verweilen ein</typohead>

 

Restaurierte herrschaftliche Häuser, internationale Gastronomie, Szenekneipen, Theaterbühnen, Galerien, Künstlertreffs - im Hemshof und in Nord pulsiert das Leben, hier fühlen sich Anwohner und Gäste wohl. Die Altstadt mit Herz hat Flair, keine Frage.

Ein Grund, warum sich das einstige Arbeiterviertel aus der Gründerzeit zum Aushängeschild Ludwigshafens entwickeln konnte, liegt darin, dass im Vergleich zur Südlichen Innenstadt in Nord und im Hemshof wesentlich weniger Häuser im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Dass die mit Sandsteinreliefs und Stuck verzierten meist viergeschossigen Wohngebäude dann auch tatsächlich bis heute erhalten blieben, ist den Stadtvätern zu verdanken, die sich 1972 entschlossen, von dem zunächst beabsichtigten flächenweiten Abriss Abstand zu nehmen und stattdessen die einzelnen Objekte herzurichten. Seit der offiziellen Ausweisung von 50 Hektar als Sanierungsgebiet flossen 58 Millionen Euro Fördermittel von Bund, Land und Stadt in den Hemshof. In 30 Jahren wurde ein Großteil der Häuser modernisiert, die Baulücken mit Neubauten geschlossen, Innenhöfe entkernt, der Verkehr beruhigt, Spielplätze und Grünzonen angelegt. Zum Imagewandel des Stadtteils haben auch private Investoren, wie unter anderem die Firma Osika, beigetragen. In enger Abstimmung mit der Sanierungsbehörde und dem Denkmalschutz modernisierten sie mehrere sehenswerte Objekte, die weit über die Grenzen von Ludwigshafen in Fachkreisen hoch anerkannt werden. Hierbei wurden die Gebäude teilweise bis zu ihrem Rohzustand zurückgeführt und dann nach dem neuesten Stand der Technik quasi wie ein Neubau wieder errichtet. Bemerkenswert ist, dass Osika Materialien verwendet, die Energiekosten einsparen.

Licht, Sonne und Grün, das wirkte sich auch positiv auf das soziale Miteinander aus. Während Ernst Bloch den alten Hemshof noch als "Wildwest am Rhein" bezeichnete, leben dort heute über 16.000 Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen friedlich miteinander. "Natürlich gibt es hier und da Probleme", konstatiert Michael Oest, Ortsvorsteher der Bereiche Nord/Hemshof und West, "doch im Großen und Ganzen kann man davon reden, dass sich Alt und Jung, alteingesessene Deutsche und die seit den 60er Jahren hinzuziehenden Ausländer gegenseitig respektieren und tolerieren." Dies liegt unter anderem auch an der Migrationsarbeit, die in den Stadtteilen geleistet wird: Hier gibt es Sprachkurse sowie viele Straßen- und Hoffeste. Schulen, Wohnungsbaugesellschaften, Stadt, Kommunalpolitik, internationale Jugendeinrichtungen, Kirchen und Polizei sind im Präventionsrat vertreten, der unter anderem auch alljährlich den Hemshöfer Jugendtag veranstaltet. Oest engagiert sich selbst in vielen Vereinen, ist Ehrenvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft sowie Vorsitzender der Fördervereine Gräfenau- und Pestalozzischule, des Fördervereins Kinderparadies Friedenspark, zweiter Vorsitzender des Seniorenschutzbundes "Grauer Panther" und des Krankenpflegevereins und Presbyter in der Apostelkirche. Vor allem hat der 49-jährige Frühpensionär für alle Sorgen und Nöte "seiner" Bürgerinnen und Bürger ein Ohr. An manchen Tagen arbeitet er zwölf Stunden in seinem Büro, telefoniert mit der Stadtverwaltung, versucht die Dinge auf kurzem Weg schnell zu regeln. Der gebürtige Hemshöfer ist mit Herz dabei und er setzt seine ganze Kraft, sofern ihm die Gesundheit keinen Strich durch die Rechnung macht, für die Belange seiner Mitmenschen ein.

Wie für den Hemshof war die im Jahre 1997 mit dem Pilotprojekt "Programm West" eingeleitete Sanierung die Chance, das Wohnumfeld in diesem Stadtteil aufzuwerten und die Wohnqualität zu verbessern. Mit der im April 2001 vom Stadtrat beschlossenen Satzung konnten 25 Hektar in West offiziell als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden und durch die Aufnahme in das Programm "Soziale Stadt" ebenfalls im Jahre 2001 stehen bis 2007 aus dem Bund-Länder-Programm mehr als 1,5 Millionen Euro zur Aufwertung zur Verfügung. Bislang wurden über Städtebaufördermaßnahmen für über 70 Wohnungen Modernisierungsverträge abgeschlossen, Baulücken geschlossen und Blockinnenhöfe entkernt.

"West ist ein schöner Stadtteil und es ist eindrucksvoll sichtbar, dass er durch die Sanierung wieder auf dem allerbesten Weg ist, ein liebenswerter Stadtteil zu werden. Daran haben wesentlich die Menschen, die hier leben, mitgewirkt. In vorbildlicher Zusammenarbeit realisierten Bürger und Verwaltung eine Vielzahl von Maßnahmen. Diese reichen von Verkehrsberuhigungen in der Deutsche Straße über Wohnumfeldgestaltungen am Rudolf-Hoffmann-Platz und in der Waltraudenstraße mit den Spiel- und Bolzplätzen bis hin zu den Sanierungen der gelben Blöcke in der Frankenthaler Straße durch die WOGEMA. Von herausragender Bedeutung sind die Maßnahmen der GAG in der Valentin-Bauer-Siedlung. So konnten zum Beispiel in der Franz-Josef-Ehrhart-Straße 2-6 nach einem Totalumbau 24 Wohnungen im vorigen Jahr neu bezogen werden. Hier wurden aus ehemals 36 kleinen Wohnungen aus den 50er Jahren durch Grundrissänderungen und Zusammenlegung von Einheiten größere Wohnungszuschnitte erreicht und neuzeitlich ausgestattet. Durch Aufbringen einer Wärmedämmung kann in allen modernisierten Wohnungen circa die Hälfte der Heizenergie gespart werden. Die Heizkosten sind durch den geringeren Verbrauch niedriger als bisher und künftige Heizkostenerhöhungen fallen durch den geringeren Energieverbrauch entsprechend niedriger aus. Der Kostenaufwand betrug dafür rund 2,1 Millionen Euro.

Im Bereich der Burgundenstraße 36-62 konnten die Wohnungen, die bisher mit Gas-Etagenheizungen die Heizenergie erzeugten, an das Fernwärmenetz der TWL angeschlossen werden. Hierfür wurden rund 500.000 Euro aufgewendet. In diesem Jahr wird die GAG die Häuser in der Franz-Josef-Ehrhart-Straße 1 bis 7 modernisieren.

Neben der Städtebauförderung steht die soziale Stabilisierung im Vordergrund des Programms "Soziale Stadt". Und hier hat Bettina Sinn vom Bürgertreff West Anwohnerinnen und Anwohner schon für viele Aktionen begeistern können. Genannt seien unter anderem der Wettbewerb "West leuchtet" und "West blüht", Frauenfrühstück, Lauftreff und Bewegungstraining, "Winter ade", Aktion saubere Stadt, Straßenfeste mit Sicherheitstag, Gesundheitsprojekt "Nei Sen" oder "China entdecken mit dem Spielmobil Rolli". Die IG-West organisiert regelmäßig den Auf- und Abbau des Maibaums. Hinzu kommen im Rahmen der "Sozialen Stadt" zahlreiche Gesprächsrunden in Zusammenarbeit mit der Stadterneuerung, Stadtentwicklung, Stadtplanung, dem Bereich Grünflächen und Friedhöfe, dem Team "Soziale Stadt", der GAG, der Polizei, der Lukom, der IG West und dem Ortsbeirat zu Themen wie "Verkehr", "Soziales Miteinander" sowie "Wohnen und Einkaufen".

"Durch das Engagement der Quartiersmanagerinnen, der Verwaltung, der IG West, der Kirchen, Vereine und Anwohner haben die Menschen in West zueinander gefunden", freut sich Ortsvorsteher Oest und eines sei sicher: "Egal, ob in Nord, im Hemshof oder in West, wer sich ehrenamtlich engagiert, der identifiziert sich mit seinem Stadtteil und leistet seinen Teil für die gesamte Stadtentwicklung."

Drei Fragen an den Ortsvorsteher

neue Lu: Herr Oest, worin liegen die Stärken der von Ihnen betreuten Stadtteile?

Oest: Die Stärken liegen darin, dass Bürgerinnen und Bürger sowie alle im Ortsbeirat vertretenen Parteien gemeinsam an dem Ziel arbeiten, das Wohnumfeld attraktiver zu gestalten.

neue Lu: Welche Verbesserungen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Oest: Verbesserungswürdig ist die Nahversorgung, wobei es wichtig ist, dass Lebensmitteldiscounter, Drogeriemärkte und Arztpraxen auch für Senioren gut erreichbar sind.

neue Lu: Wie sollen Ihre Bezirke Nord/ Hemshof und West im Jahr 2020 aussehen?

Oest: Es gibt keine Vorurteile mehr gegenüber Menschen anderer Nationalitäten. Stattdessen stehen Nachbarschaftshilfe, Miteinander und Mitmenschlichkeit im Vordergrund.

*
*
*
*
*
* bookmark at mister wongbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at twitter.netbookmark at linksilo.combookmark at studivz.netbookmark at myspace.combookmark at google.combookmark at stumbleupon.com
*
Druckversion Zur Startseite Eine Seite zurück springen nach oben zum Seitenanfang Zum Inhaltsverzeichnis *
*
*