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neueLu März/April 2005

Mitreden und mitbestimmen

Francesco Salomone (17), Michael Adolf (20), Sven Vetter (21), Mike Czok (21), André Sofsky (21), Katharina Maurenbrecher (13), Barbara Karaj (12), Anna Czok (16), Arif Khan (16) und Samit Ercjas (16) engagieren sich in ihrer Freizeit für ein ganz besonderes Projekt. Sie gehören zum insgesamt 14-köpfigen Beraterteam der Jugendfreizeitstätte Melm und bestimmen mit, was dort läuft.

Im Herbst 2002 hatte das Mitarbeiterteam der Jugendfreizeitstätte um Thomas und Marion Niklaus sowie Kurt Trunschka die Idee, für die Einrichtung eine besondere Form der Mitbestimmung der Besucherinnen und Besucher einzuführen und luden Jugendliche ein, die sich seit Jahren als besonders engagiert und interessiert am Geschehen in der Jugendfreizeitstätte gezeigt hatten. "Wir hatten bis dahin versucht, über Vollversammlungen der Besucherinnen und Besucher zu erfahren, welche Wünsche die Jugendlichen an das Programm und unsere Arbeit in der Jugendfreizeitstätte haben. Die Größe der Versammlung hat aber nicht wirklich zu brauchbaren Ergebnissen geführt. Deswegen haben wir uns überlegt, die Jugendlichen anzusprechen, die uns positiv aufgefallen waren", erläutert Thomas Niklaus, Leiter der Einrichtung, im Gespräch mit der neuen Lu.

"Wir waren dann echt neugierig und haben gar nicht lange überlegt, ob wir mitmachen oder nicht", schildern Mike und André übereinstimmend ihre Reaktion auf die Einladung zur ersten Zusammenkunft des Beraterteams. "Wir treffen uns zu Beginn des Jahres und dann alle sechs bis acht Wochen und besprechen die Planung, also was wir wann machen, welche Angebote es unter der Woche gibt, welche Freizeiten und Feste wir organisieren wollen. Dann klären wir auch solche Dinge wie Rauchverbot und Sauberkeit im Haus und achten gemeinsam darauf, dass das auch eingehalten wird", erklären die Mitglieder des Beraterteams ihre Aufgaben. So plant das Team gemeinsam mit den Mitarbeitern beispielsweise die Teilnahme an der Aktion "Saubere Stadt". 2004 waren rund 35 Kinder und Jugendliche aus der Jugendfreizeitstätte im benachbarten Melmbad eingesetzt. Beim Spielefest oder anderen Veranstaltungen organisieren die Jugendlichen den Verkauf von Getränken und sorgen sich auch sonst um das leibliche Wohl der Gäste. Die Mädchen nehmen regelmäßig am stadtweit organisierten Mädchenfest teil und kümmern sich im Vorfeld um die Dekoration. Mit Tänzen tragen sie außerdem zur Programmgestaltung bei. Daneben gibt es regelmäßige Treffs, um den Wochenablauf und aktuell anstehende Fragen zu klären, wie beispielsweise die Regeln für eine geplante Freizeit im Schwarzwald.

"Wir sind Ansprechpartner für die jüngeren Besucher, schlichten auch schon mal einen Streit. Die anderen Besucherinnen und Besucher vertrauen uns und akzeptieren auch, wenn wir ihnen mal sagen müssen, dass irgendetwas nicht geht", so André. Damit alle in der Einrichtung "ihr" Beraterteam kennen, stellen sich die Mitglieder auf einem selbst gestalteten Plakat vor.
So gibt es auch immer wieder Jugendliche, die ebenfalls ins Beraterteam aufgenommen werden möchten. Für die Mitarbeiter der Jugendfreizeitstätte ein klares Zeichen, dass das Team ernst genommen wird. "Viele unserer Angebote könnten wir ohne die Unterstützung der Jugendlichen nicht machen", fasst Marion Niklaus zusammen.

Die Mitglieder des Beraterteams kommen alle aus dem Wohngebiet Melm/Notwende. Zu den Öffnungszeiten sind sie regelmäßig im Haus anzutreffen. "Die Jugendfreizeitstätte ist eine zweite Heimat für uns, ohne sie würden wir auf der Straße sitzen", erklären die Teammitglieder, warum sie sich engagieren. Ihr Einsatz wird auch im Stadtteil gern gesehen. So wurden die Mädchen beispielsweise im Februar gebeten, beim Siedlerfasching der Siedlergemeinschaft auszuhelfen, weil dort noch Kräfte fehlten. Das gilt bei den Jugendlichen nicht als zusätzlicher Stress sondern als Lob und Bestätigung.

Jugendliche, die sich über die Arbeit des Beraterteams informieren möchten, können sich unter Telefon 6709236 oder E-Mail Jugendfeizeitstätte Melm JugendfreizeitstätteMelm melden.

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