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neueLu Mai/Juni 2005

<typohead type="2">Deponie als Naherholungsgebiet</typohead>

 

Ein Areal, auf dem 50 Jahre lang Industrieabfälle und ab 1983 zwanzig Jahre lang nicht verwertbarer Bauschutt abgelagert und recycelt wurden, ergänzt ab 2011 den so genannten Grünen Süden der Stadt Ludwigshafen. Über den Fortschritt der im Frühling des Jahres 2003 begonnenen Sanierungsarbeiten zum Abschluss der Deponie in Rheingönheim informierte Bau- und Umweltdezernent Ernst Merkel im April Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik während eines Rundganges auf dem 15 Hektar großen Gelände.

"2011 wird das mit Kunstplanen vor Altlasten gesicherte Gelände so modelliert sein, dass es zum Spaziergang einlädt. Es soll sich nahtlos in die umliegende Landschaft einfügen und für die Öffentlichkeit zugängig sein. Besonders freut mich, dass sich die ursprünglich angesetzten Kosten für die Sanierung von 17 Millionen auf nunmehr voraussichtlich zwölf Millionen Euro reduzieren werden", so Beigeordneter Merkel.

Vor dem Hintergrund der 2003 in Kraft getretenen Deponieverordnung entschied sich die Stadt Ludwigshafen im Dezember 2002 die Deponie Hoher Weg gemäß den gesetzlichen Vorgaben zu sanieren und bis Mitte 2009 den Verfüllbetrieb abzuschließen. Die Projektleitung obliegt dem Bereich Stadtreinigung des Wirtschaftsbetriebs Ludwigshafen. Er ist auch für den laufenden Betrieb der Deponie und des Wertstoffhofs Süd zuständig. Die Stadtreinigung Ludwigshafen ist seit 1999 zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb. Jährlich wird die Leistungsfähigkeit der Abfallentsorgung, und seit 2004 auch die des Deponiebetriebs, durch einen unabhängigen Gutachter geprüft und bestätigt.

Die in der Zeit vor 1980 entstandenen Altlasten erfordern nach heutiger Gesetzeslage entsprechende Sicherungsmaßnahmen. Bis Mitte 2005 verfüllt die Stadtreinigung den Altteil der Deponie. Danach wird die Oberfläche mit Kunststoffbahnen, die die Altlast sichern, abgedichtet.
Eine weitere ebenfalls zu sichernde Altlast aus dieser Zeit ist der mit arsenhaltigem Schlamm belastete Weiher innerhalb des Deponiegeländes, der als Rest des ursprünglichen Baggersees übrig geblieben ist. Ende 2003 wurde mit der Verfüllung begonnen, Ende 2006 soll dieser Bauabschnitt abgeschlossen werden. Später soll Mutterboden mit entsprechendem Pflanzenbewuchs aufgebracht werden.

Die unter dem Gelände im nordwestlichen Bereich der Deponie liegende Altlast muss ebenfalls gesichert werden. Zu diesem Zweck wurde über die Wintermonate das entsprechende Baufeld frei geräumt. Seit April 2005 laufen die Arbeiten zum Bau der Basisabdichtung. Dieser Bereich soll ab Sommer 2005 verfüllt werden und bis Mitte 2009 beendet sein. Danach wird hier die Oberflächenabdichtung aufgebaut und an das Abdichtungssystem des Altteils angeschlossen. Den Abschluss stellen die Rekultivierungsmaßnahmen mit den entsprechenden landschaftsgestaltenden Arbeiten dar.

<typohead type="3">Historie der Deponie</typohead>

Ab 1900 wurde im Bereich der heutigen Deponie eine Lehm-, Kies- und Sandgrube angelegt, so dass bis in die 30-er Jahre ein Baggersee entstand, der annähernd die Ausmaße der aktuellen Deponiefläche hatte. Vor der Übernahme durch die Stadt Ludwigshafen befanden sich seit 1932 etwa zwei Drittel des Geländes im Besitz der Giulini Chemie GmbH, die dort firmeneigene Abfälle ablagerte. Der übrige Teil der heutigen Deponie wurde ab 1963 durch die Johann A. Benckiser GmbH ebenfalls zur Ablagerung von Industrieabfällen genutzt. Seit 1981 betreibt die Stadt Ludwigshafen im Stadtteil Rheingönheim auf einem rund 15 Hektar großen Areal die Deponie "Hoher Weg" zur Ablagerung nicht brennbarer Abfälle wie Erdaushub, Bauschutt oder Straßenaufbruch. Von 1983 bis Anfang 2003 befand sich eine Bauschutt-Wiederaufbereitungsanlage auf dem Deponiegelände. Die in diesem Zeitraum angelieferten Materialien wurden zu mehr als 90 Prozent verwertet, der Rest wurde auf der Deponie abgelagert.  

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