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neueLu Mai/Juni 2005

<typohead type="2">Junges Festival unter alten Bäumen</typohead>

 

Wäre es nur nach dem Geld gegangen, hätte es die meisten Fassbinder-Filme, "Heaven's Gate" oder "Harold und Maude" nie geben dürfen: Sie spielten - zumindest am Anfang - ihre Produktionskosten nicht ein und erwiesen sich damit rein rechnerisch zunächst als Flops. Das Publikum wusste es besser und honorierte die Filmkunst, indem es die Werke in den Kultstatus erhob. Neue Erzählweisen gepaart mit Qualität und Wagemut setzen sich eben auf die Dauer durch - das meinen auch die Organisatoren des "Festival des deutschen Films", das vom 30. Juni bis zum 10. Juli erstmals, und zwar in Ludwigshafen, stattfindet.

Film Sommer Nächte soll es auf der Parkinsel geben, dem idyllischen Fleckchen Stadt, das zwar nicht im, aber doch sehr schön am Rhein gelegen ist, und das - so drückt es mancher überzeugte Ludwigshafener gerne aus - ruhig öfter genannt und vom Image als überraschender Geheimtipp befreit werden sollte. Da kommt es gut, dass die Parkinsel diesen Sommer als Kulisse für aufregende Filmtage ausgewählt wurde. Rund 250 neue deutsche Filme hat das Team um Festival-Direktor Dr. Michael Kötz gesichtet, etwa 20 davon werden gezeigt. Auf den Sieger, der das "eigensinnige Autorenkino der Gegenwart" am besten repräsentiert, wartet der mit 50.000 Euro hoch dotierte Filmkunstpreis. Trotz zusätzlicher Ehrenpreise und einem Publikumspreis, "preislastig" ist das Festival dennoch nicht. Das Programm bietet weit mehr und mit "Sie werden überrascht sein!" macht ein Faltblatt zum Filmkunstpreis darauf aufmerksam: "Unter den Dächern eines großen Kinozeltes, mit weiteren Zelten für unsere Gäste, mit einem Open-Air-Kino, mit Pressezelten und Diskussionsbühnen... Musikveranstaltungen, ein Kinderfestival-Tag, ein Abend mit großem Orchester ergänzen das Programm...". Über die Städte übergreifende Zusammenarbeit zeigte sich die Ludwigshafener Kulturdezernentin Prof. Cornelia Reifenberg besonders erfreut: "Das neue Festivalkind steht jetzt schon auf richtig kräftigen Beinen: Das 'Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg' als einer der Initiatoren des neuen Festivals hat seit über 50 Jahren einen festen Platz in der deutschen Filmlandschaft, die 'Initiative Zukunft Rhein-Neckar-Dreieck' als Zusammenschluss aus Vertretern der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und der Verwaltung steuert ihren Teil dazu bei." So unterstützt beispielsweise die BASF AG das Projekt großzügig im Rahmen ihres Aktionsplans "Mit uns gewinnt die Region."

Weitere Informationen unter www.Festival-des-deutschen-Films.de.

"Sie dürfen gespannt sein!"

Über das "Festival des deutschen Films" sprach neue Lu-Redakteurin Brigitte Mauritz-Moussa mit Direktor Dr. Michael Kötz.

neue Lu: Herr Dr. Kötz, Sie sind Direktor des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg, das bereits seit Jahrzehnten etabliert ist und vor allem junge Filmemacher aus der ganzen Welt fördern will. Ist das nicht eine Konkurrenz zu dem "Festival des neuen deutschen Films"?

Kötz: Das neue "Festival des deutschen Films" ist ganz anders, also auch keine Konkurrenz. Wer würde sich auch selbst Konkurrenz machen? Im Juli geht es um "Filmsommernächte" am Rheinufer und um ausschließlich neue Spielfilme aus Deutschland, übrigens auch von bereits berühmten Regisseuren. Auch unsere Stargäste werden alle aus Deutschland sein. Das neue Festival ergänzt also das bisherige.

neue Lu: Sie haben einen neuen Filmpreis in Deutschland ausgelobt, den "Filmkunstpreis". Wie soll ein Film Ihrer Meinung nach sein, der dieses Preises würdig ist?

Kötz: Der deutsche Film hat an Substanz und an Qualität verloren in den letzten 20 Jahren. Wir wollen mit dem neuen Filmkunstpreis etwas tun, um das zu ändern. Es ist ein Förderpreis für mutige Kinokünstler - und für mutige Filmproduzenten zugleich. Die Zuschauer haben es doch auch satt, immer dieselben Filmchen zu sehen, sie wollen auch ein bisschen mehr Tiefe haben.

neue Lu: Sie bieten im Rahmen des Filmfestivals Mannheim-Heidelberg die Mannheim Meetings an, eine Plattform für über 150 Produzenten aus der ganzen Welt, die bei im voraus arrangierten Einzelgesprächen nach Koproduktionspartnern suchen können. Ist so etwas Ähnliches auch für das "Festival des deutschen Films" geplant?

Kötz: Das neue Festival wird kein Marktplatz der Filmbranche sein. Es wird ein schöner Ort für die Filmkunst werden: Cocktails und Liegestühle am Flussufer und dazu aufregende deutsche Filme.

neue Lu: Letzte Frage: Gibt es besondere Gäste, auf die wir gespannt sein dürfen?

Kötz: Sie dürfen gespannt sein, es wird aufregende Gäste geben. Versprochen!

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