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neueLu Mai/Juni 2005

<typohead type="2">Mega-Fotofestival im Rhein-Neckar-Dreieck</typohead>

 

Ein hochkarätiges Fotofestival feiert in der Region Premiere. Unter den Themen "Zeitgenössische Amerikanische Fotografie" und "Die Kunst Deutsche(r) zu sein" finden die 7. Internationalen Fototage Mannheim/ Ludwigshafen an außergewöhnlichen "Originalschauplätzen" statt. Dieses Event ist zugleich der Auftakt zum "Monat der Fotografie" im Rhein-Neckar-Dreieck in 34 Galerien, Museen und anderen Kultureinrichtungen. Rund 100 deutsche und amerikanische Fotografinnen und Fotografen präsentieren vom 16. Juni bis 10. Juli Ausstellungen der Spitzenklasse - Bildjournalismus, Video und künstlerische Fotografie.

Die 7. Internationalen Fototage Mannheim/Ludwigshafen zur "Zeitgenössischen amerikanischen Fotografie" bieten einen umfassenden Überblick auf diesem Sektor. 80 US-Künstler stellen ihre Werke vor. Ausstellungen von Martin Parr, John Gossage, Horst Hamann, Helmut Newton und Douglas I. Busch sind unter anderem im Programm. Das Spektrum der Inhalte reicht von den politischen Fotos eines Larry Fink bis hin zu den skurrilen Landschaftsaufnahmen der Zerstörung von John Ganis. Eindrucksvoll dokumentiert in der Schau werden der amerikanische Traum und die zum Teil harten Lebensumstände der amerikanischen Wirklichkeit.

Die zweite zentrale Thematik der 7. Internationalen Fototage "Die Kunst Deutsche(r) zu sein" reflektiert unter anderem den Nationalsozialismus, deutsch-deutsche Welten, die soziale Kälte und die Suche nach der eigenen Identität. Etwa 50 deutsche Fotografinnen und Fotografen zeichnen ein Bild vom heutigen Deutschland. So betreibt zum Beispiel der Dokumentarfotograf Bernd Lasdin aus Neubrandenburg in seinem Langzeitprojekt "Menschen aus Deutschland" Sozialstudien. Der Kölner Bernd Arnold setzt in seiner Reportageserie "Macht und Ritual" kirchliche und politische Selbstinszenierung ins Bild. Motive dieses Ausstellungszyklus sind ferner Porträts der Menschen, die abseits der Gesellschaft stehen, vorgestellt von den Fotografen Peter Granser und Andreas Reeg. Sie führen den Titel "Alzheimer" und "Menschen mit Down-Syndrom".

Die herausragende Qualität dieses Mega-Ereignisses spiegelt sich auch im Begleitprogramm wider. Zahlreiche Seminare, Symposien und Workshops stehen auf dem Veranstaltungskalender. So werden unter anderem zwei Ganztages-Symposien zu den Themen "Digitalisierung und Weltbild" und "Fotografie als Kunst - Kunst als Fotografie" mit namhaften Experten angeboten. Freunde klassischer Schwarz-Weiß-Photographie treffen sich am 25. Juni auf dem ersten Forum "Classic Photography."

Veranstalter der Internationalen Fototage und des Monats der Fotografie ist "Das BildForum e.V". Als Vorsitzender fungiert der Festivalleiter und Initiator Hansjoachim Nierentz. Vor dem Umzug ins Rhein-Neckar-Dreieck fand dieses Event, das dazu beitragen soll, den Ruf als Kulturregion zu etablieren, im zweijährigen Turnus im westfälischen Herten statt. Unterstützt werden diese Veranstaltungen von den beteiligten Städten Mannheim und Ludwigshafen, der BASF AG, von der Initiative "Zukunft Rhein-Neckar-Dreieck", dem Kulturwerk der VG Bild-Kunst r.V. sowie der Landesstiftung Baden-Württemberg und der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz.

Ausstellungen in Ludwigshafen

"Bilder zu den Menschen bringen, und dies eindrucksvoll auf hohem bildnerischen Niveau", das ist erklärtes Ziel des Festival-Chefs Hansjoachim Nierentz. Deshalb werden in Ludwigshafen nicht nur in den bekannten Kultureinrichtungen wie Wilhelm-Hack-Museum, Rudolf-Scharpf-Galerie, Ernst-Bloch-Zentrum, Stadtmuseum, Stadtbibliothek und Kunstverein die Fototage realisiert. Ganz im Zeichen außergewöhnlicher Aufnahmen stehen auch interessante öffentliche Räume wie das Hallenbad Nord, das Faktor-Haus oder das ehemalige Verwaltungsgebäude in der Lutherstraße. Außerdem werden Fotos in der Dresdner Bank gezeigt.

Das Wilhelm-Hack-Museum stellt mit Douglas I. Busch einen der renommiertesten zeitgenössischen Fotokünstler der USA vor. Der Titel der Retrospektive (1971-2004) "From Miami to Malibu" - beschreibt den Weg des 1952 geborenen Busch durch sein Heimatland.

Die beiden Themenschwerpunkte der Ausstellung bilden Landschafts- und Städtebilder sowie Darstellungen von Menschen, die eine Zeitspanne von mehr als 30 Jahren umfassen. Busch porträtiert eine Welt mitsamt ihren Brüchen. Einen ganz neuen Weg schlug er im vergangenen Jahr mit seiner atemberaubenden Farbserie der "Waves" ein - Fotos, die vom pazifischen Ozean und dem Himmel darüber inspiriert sind. Eröffnung: Freitag, 20. Mai, 19 Uhr; Ausstellungsdauer: 21. Mai bis 17. Juli.

Sowohl im Studio des Wilhelm-Hack-Museums als auch in der ständigen Sammlung werden überdies vom 2. Juni bis 17. Juli Werke von Jacob Baal-Teshuva unter dem Titel "Faces of the Art World" gezeigt. Die etwa 120 Porträts waren bereits 2003 in St. Petersburg zum 300-jährigen Stadtjubiläum zu sehen. "Visuelle Erinnerungen an die Kunstwelt" nannte der bekannte Kunstkritiker Pierre Restany die Porträtfotografien seines Freundes Jacob Baal-Teshuva. Die Porträts, die auf Vernissagen, auf Kunstmessen und bei persönlichen Begegnungen entstanden, sind Schnappschüsse, deren Reiz in der Unmittelbarkeit des eingefangenen Augenblicks liegt.

Die Rudolf-Scharpf-Galerie reiht sich in die Internationalen Fototage mit der vom 4. Juni bis 24. Juli dauernden Ausstellung "architektur mobil" ein. Vernissage ist am 3. Juni um 19 Uhr. Auf unterschiedliche Weise verweist diese Schau auf die bedeutende Rolle, die Architektur im Zusammenhang mit der Globalisierung, der Expansion von Städten und der Mobilität spielt. Neben Fotografie werden auch andere Medien wie Video, Malerei, Skulptur und Zeichnung einbezogen. Folgende Künstlerinnen und Künstler nehmen unter anderem teil: Boris Becker, Holger Bunk, Stefanie Bürkle, Stephen Craig, Peter Garfield, Magdalena Jetelova, Maik und Dirk Löbbert, Euan Macdonald, Wasa Marjanov, Yves Netzhammer, Andrew Phelps, Hermann Pitz, Daniel Roth, Mikio Saito, Yvonne Lee Schultz, Anett Stuth, Frank Thiel, Stefan Wissel, Seoungwon Won.

"Klasse Atelier" lautet der Titel der Ausstellung im Kunstverein Ludwigshafen vom 3. Juni bis 17. Juli; Vernissage: 2. Juni, 19 Uhr. Die bereits im Februar 2004 im Haus der Kunst der Stadt Brünn mit großem Erfolg präsentierte Ausstellung "Klasse Spacek Atelier Ruller" bildete den Auftakt einer Reihe von zukünftigen internationalen Ausstellungen der Klasse Prof. Spacek Fotografie (Akademie für Bildende Künste Mainz) und dem Atelier Performance Ruller (Fakultät für Bildende Künste Brünn). Die Ausstellung zeigt neben aktuellen Arbeiten der beiden Klassen auch Arbeiten von Absolventen und Meisterschülern. Sie stellt charakteristische Werke der jüngsten künstlerischen Generation von zwei bedeutenden europäischen Regionen vor und macht in neuen Zusammenhängen Parallelen und Verschiedenheiten der formalen und inhaltlichen Konzepte deutlich.

Ein weiterer Höhepunkt dieser Fototage ist auch das "Brückenprojekt" diesseits und jenseits des Rheins. 24 Top-Fotojournalisten fotografierten rund um die Uhr am 22. April Menschen und Plätze in Mannheim und Ludwigshafen. Diese Reportagen werden in beiden Städten an öffentlichen Orten zu sehen sein.

Zeitplan Internationale Fototage

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Donnerstag, 16. Juni: Eröffnung der 7. Internationalen Fototage im Feierabendhaus der BASF;

ab Freitag, 17. Juni, sind Ausstellungen täglich für das Publikum zugänglich; 

Samstag, 18. Juni, "Fotonacht", geöffnet bis in die Abendstunden;

in der Alten Feuerwache Mannheim 17., 18., und 19. Juni  "Rahmenprogramm" mit prominenten Referenten aus dem In- und Ausland;

16. bis 19. Juni und 25. bis 27. Juni Workshop und Seminarprogramm.

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Ausführliches Programm ab Mitte Mai unter www.internationalefototage.de

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