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Auf das Klima kommt es an

Energie sparen, Ressourcen schonen und dabei noch das Klima verbessern - eine Utopie? In Ludwigshafen nicht, denn in der Industriestadt werden mit hier entwickelten Technologien und Materialien Projekte im Bereich des Wohnungsneubaus und der Altbausanierung umgesetzt, die zum Teil sogar weltweit auf große Resonanz stießen. Experten sprechen mittlerweile davon, dass die Chemiemetropole die "Hauptstadt der Energieeffizienz" sei.
Neue Formen der Energieeinsparung - damals war das Wort Energieeffizienz noch nicht geläufig - setzte in Ludwigshafen erstmals die GAG im Jahre 1992 mit dem Bau des Sonnenhauses am Adlerdamm um. Es diente als Forschungsvorhaben über die Wirksamkeit der Technik. Der nächste Meilenstein gelang der Wohnungsbaugesellschaft der BASF, der LUWOGE, mit dem Prototyp "Drei-Liter-Haus" vor sechs Jahren in der Brunckstraße. Ein weiterer Schritt war die Realisierung der Innendämmung in denkmalgeschützten Wohnhäusern durch die GAG im Westendviertel. Das GAG-Wohngebiet "Schillerschule" wurde mit 186 Wohnungen die erste 2,5 Liter-Großsiedlung. Und "Lu-teco", das Null-Energie-Haus für Gewerbetreibende und Dienstleister, ist ebenfalls eines der ersten seiner Art. Es folgte die energetische Sanierung des über 100-jährigen Altbaus der BASF-Kolonie in der Sodastraße 40 sowie die Sanierung von 46 Mietwohnungen in der Eschenbachstraße und der Bau von zwei GAG-Passivhäusern im Neubaugebiet "Melm". Ein völlig neues Kapitel, und weltweit wohl das einzige, schlug die GAG im Jahr 2005 mit der Umwandlung von zwei bestehenden Sechs-Familienhäusern in der Hoheloogstraße 1 und 3 zu den ersten "Energie-Gewinn-Häusern im Mietwohnungsbestand" auf. "Attraktive Wohnungen helfen uns, die Menschen, insbesondere auch die Familien in unserer Stadt zu halten und die Sozialstruktur in den Quartieren langfristig zu stabilisieren. Die Vorteile dieser Modernisierungen kommen direkt den Bewohnern zugute, weil sich die Menschen nicht mehr um die ständig steigenden Nebenkosten Sorgen machen müssen. Nebenbei sichern und schaffen energetische Umbauten Arbeitsplätze in Bauindustrie und Handwerk", unterstreicht Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse.
Als Paradebeispiel nachhaltiger Stadterneuerungspolitik nennt Bau- und Umweltdezernent Ernst Merkel die Zusammenarbeit der städtischen Sanierungsbehörde mit der Firma Osika. Sie ist seit zwölf Jahren in Ludwigshafen tätig und hat sich einen Namen mit der hochwertigen Sanierung denkmalgeschützter Gebäude vor allem im Gründerviertel Hemshof gemacht. Mehrfach hierfür ausgezeichnet trugen Klemens Osika und Prokuristin Beate Schneider in Tokio vor einem weltweiten Publikum die Entwicklung des Hemshofs als zur Nachahmung empfohlenes Beispiel einer insbesondere unter Energiegesichtspunkten gelungenen Stadtentwicklung vor.
"Als Kommune setzen wir Energieeinsparpotenziale selbstverständlich auch in unseren städtischen Gebäuden um. So konnten beispielsweise bislang mehrere Schulen, Sporthallen, ein Altenwohnheim, das Freibad am Willersinn und andere mehr mit Solarthermieanlagen ausgestattet werden. Die Integrierte Gesamtschule in Oggersheim und die Berufsbildende Schule in der Franz-Zang-Straße erhielten eine Photovoltaikanlage. Neben den damit erzielten Kosteneinsparungen freut mich als Umweltdezernent natürlich auch die damit verbundene Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes", so Merkel. Mit der alljährlich stattfindenden Umweltmesse in der Eberthalle und der Immobilienmesse im Pfalzbau ermöglicht die Stadt, dass sich private Bauherren umfassend und fundiert über Wärmedämmung sowie innovative und ressourcenschonende Haustechnik informieren können. Ein weiteres Zeichen, dass sich Ludwigshafen das Thema Energieeffizienz auf die Fahnen geschrieben hat, ist ihre Beteiligung bei der hier ansässigen Energie-Effizienz-Agentur E2A.
Unter der Leitung von Geschäftsführer Albrecht Göhring sorgt sie dafür, dass all die Modellprojekte und die Vorteile energetischen Modernisierens überregional verbreitet werden. Sie ist ein Informationsnetzwerk mit einem breiten Gesellschafterkreis aus Unternehmen, Kammern und Kommunen. Bürgerinnen und Bürger erhalten bei Neu- und Umbaumaßnahmen von zahlreichen Institutionen und Vereinen eine kostenlose Fachberatung und Tipps zur Optimierung des Energieverbrauchs.
Fördermittel in Sanierungsgebieten
Eigentümer und Eigentümerinnen, die ihr Anwesen im förmlich festgesetzten Sanierungsgebiet modernisieren, können Zuschüsse erhalten und steuerliche Vorteile in Anspruch nehmen. Förmlich festgesetzte Sanierungsgebiete gibt es im Hemshof, in West, Friesenheim, Oggersheim, Mundenheim und Ruchheim. Voraussetzung ist, dass vor Beginn der Maßnahme ein Modernisierungsvertrag mit dem Bereich Stadterneuerung, Tel.: 504-3494, abgeschlossen wird. Nähere Informationen zur energieeffizienten Gebäudesanierung gibt es beim Bereich Stadterneuerung oder unter den Internet-Adressen: www.enev-online.de, www.e2a.de.
Förderungen für Denkmaleigentümer Im Rahmen der Sanierung von Gebäuden, die dem Denkmalschutz unterliegen, gibt es Fördermöglichkeiten des Landes Rheinland-Pfalz. Bei Sanierungsmaßnahmen sind oft technische und gestalterische Auflagen zu berücksichtigen, so dass Absprachen vor Beginn der Arbeiten mit der unteren Denkmalschutzbehörde im Bereich Stadtplanung, Tel.: 504-3122, in jedem Falle erforderlich sind.
Energiepass Ab 2006 ist der von der Deutschen Energie-Agentur entwickelte Energiepass für alle Gebäude verbindlich. Er ermöglicht, den Energiebedarf von Häusern bundesweit zu klassifizieren und zu vergleichen. Weitere Informationen erteilt die Deutsche Energie-Agentur im Internet unter www.gebaeudeenergiepass.de oder unter der kostenlosen Hotline: 0800/73 67 34.
Regenerative Energien Photovoltaikanlagen werden in Rheinland-Pfalz ausschließlich über das Erneuerbare-Energieen-Gesetz des Bundes gefördert. Die Grundvergütung für freistehende Anlagen beträgt derzeit 45,7 Cent pro Kilowattstunde. Thermische Solaranlagen können bis zu 60 Prozent des jährlichen Warmwasserbedarfs eines Einfamilienhauses decken. Informationen zum Thema und zu Förderprogrammen: www.twl.de, www.fm.rlp.de, www.mwvlw.rlp.de, www.kfw-foerderbank.de.
Regenwassernutzung und Dachbegrünung wie auch eine geringst mögliche Versiegelung der Außenflächen können in Ludwigshafen die Oberflächenwassergebühr reduzieren. Hierzu gibt es Informationen beim Bereich Stadtentwässerung, Tel.: 504-6850, -6852, - 6847 oder im Internet unter www. regenwasser-portal.de.
Umweltdienstleistungszentrum der Stadt Bereich Umwelt, Bismarckstraße 29, Tel.: 504-2986
Energieberatung der TWL, Bismarckstraße 116, Tel.: 505-2490, Internet: www.twl.de, Umweltförderprogramm der Technischen Werke Ludwigshafen (TWL): www.twl.de
Verbraucherberatung Ludwigshafen, Bahnhofstraße 1, (Energieberatung nach Terminvereinbarung), Servicehotline 51 21 45
Energie Effizienz Agentur Rhein-Neckar-Dreieck GmbH, Internet: www.e2a.de, Tel.: 60-47247
Energieberatung der Pfalzwerke, www.visavi-energiezentrum.de
Deutsche Energie-Agentur www.deutsche-energie-agentur.de, Hotline: 08000/73 67 34
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