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Chance für Innenstadt
Die Stadt Ludwigshafen verfügt am Zollhofhafen über ein großes Entwicklungspotenzial. Von der Ansiedlung eines Einkaufszentrums in diesem Bereich kann nach Gutachtermeinung ein positives Signal für den Einzelhandel in der Innenstadt ausgehen. OB Eva Lohse wird am 18. Januar bei einem Bürgerforum die Pläne vorstellen und diskutieren.
"Mit der möglichen Ansiedlung am Zollhofhafen sind zwar erhebliche strukturelle Umbrüche in der Handelslandschaft der Innenstadt von Ludwigshafen verbunden, dennoch sollte die Stadt diese Chance ergreifen, sorgfältig prüfen und weiter ausformen, um dem Einzelhandelsstandort Innenstadt Ludwigshafen einen deutlichen Anschub zu geben. (...). Ein Beibehalten an den bisherigen Strukturen nach dem Motto "keine Experimente" bedeutet zwar kein Risiko, aber auch keine Chance. Das vermeintlich geringe Risiko lässt auch eine andere Interpretation zu: 'Wer nichts riskiert, riskiert alles!'". Zu diesem Ergebnis kommt die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA), die im Auftrag der Stadt Ludwigshafen Chancen und Risiken eines Einkaufszentrums auf dem Gelände des Zollhofha-fens beurteilt hat. Neben der Hanseatischen Baubetreuungsgesellschaft (HBB), die mittlerweile einen überarbeiteten Entwurf ihres Konzeptes vorgelegt hat, hat mit der Essener Management für Immobilien AG (MfI) der zweite Investor für das fünf Hektar große Gelände am Rhein seine Pläne vorgestellt. Beide arbeiten seit Anfang 2005 an ihren Überlegungen. Seit Mitte Dezember hat mit der ECE Projektmanagement GmbH ein dritter Investor sein Interesse am Zollhofhafen bekundet.
"Das Einzelhandels-Gutachten verdeutlicht uns, welche Chancen mit dem Bau eines Einkaufszentrums verbunden sind und macht auch klar, dass wir ohne eine solche Möglichkeit auf Jahre hinaus die Ludwigshafener Innenstadt nicht nachhaltig aufwerten können. Kaufkraftgewinne, die letztlich der gesamten Stadt zu Gute kommen, werden sich mit dem Beibehalten des Bestehenden nicht erringen lassen. Gleichzeitig wird deutlich, vor welchen gravierenden Umwälzungen wir in der Innenstadt und im Handel stehen. Es ist nun unsere Aufgabe, in einem breiten Dialog mit den Akteuren in Handel und Gewerbe und mit den Bürgerinnen und Bürgern zu einer Entscheidung zu finden", erklärte OB Eva Lohse in einer ersten Reaktion auf das Gutachten, das Ende November gemeinsam mit einem zweiten zur Verkehrssituation vorgelegt wurde.
"Wenn die Stadt ihrer Funktion als Oberzentrum in der Metropolregion Rhein-Neckar gerecht werden will, muss sie etwas dafür tun. Allein mit öffentlichem Kapital ist dies nicht zu stemmen. Um so wichtiger ist es, private Investoren nach Ludwigshafen zu holen. Dies bringt nicht nur Kaufkraft in die Stadt zurück, sondern schafft Arbeitsplätze im Handel, bei der Bauwirtschaft und bei den Handwerkern, die wir dringend brauchen", betont Bürgermeister Wilhelm Zeiser.
Das von der Stadt ebenfalls beauftragte Planungsbüro Obermeyer stellt fest, dass die Ansiedlung auch aus verkehrstechnischer Sicht gut zu bewältigen ist. Zur Erschließung des Geländes sind zum Teil aufwändige verkehrslenkende Maßnahmen erforderlich, die im weiteren Verfahren besprochen werden müssen. "Wir haben nun die Rahmenbedingungen und verschiedene Varianten, auf deren Grundlage wir in die weiteren Gespräche mit den Investoren gehen. Diese haben aufgrund ihrer eigenen Gutachten bereits Vorschläge zur Anbindung eines möglichen Einkaufszentrums gemacht. Nun gilt es, die bestmögliche Lösung für die Stadt zu finden. Unser Ziel ist es, dass der Verkehr auch in den Spitzenzeiten weitgehend störungsfrei abgewickelt wird, aber jede funktionierende Innenstadt kennt auch Stauungen bei der Überlagerung von Spitzen im Berufs- und Einkaufsverkehr. Ich bin überzeugt, dass die formulierten Problemstellungen lösbar sind", so Baudezernent Ernst Merkel. Er verwies darauf, dass die Stadt davon aus-gehe, dass die für das Vorhaben notwendigen Erschließungsmaßnahmen und die Gestaltung des unmittelbaren Umfeldes Teil des Engagements des Investors seien.
Bis zu 180 Millionen Euro will die Essener MfI am Zollhofhafen investieren: Das Projekt "Ludwigshafen-Arcaden" sieht wie das der HBB eine Verkaufsfläche von bis zu 30.000 Quadratmetern vor. Nach den Worten von MfI-Aufsichtsratsvorsitzenden Herbert Appelt wolle man in Ludwigshafen ein Sortiment für den mittleren und gehobenen Bedarf anbieten. Im Sommer hatte die Lübecker HBB ihr Konzept für die "RheinPromenaden" präsentiert (wir berichteten in der September-Ausgabe). Dieses wurde mittlerweile überarbeitet; Investitionsvolumen und Verkaufsfläche wurden aufgestockt. Die Vorstellungen des dritten Investors lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.
Zu Diskussion und Information über die Entwicklung am Zollhofhafen lädt Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse für Mittwoch, 18. Januar 2006, 19 Uhr, ins Bürgermeister-Reichert-Haus ein. Neben der OB, Bürgermeister Wilhelm Zeiser und Baudezernent Ernst Merkel werden auch die Gutachter Rede und Antwort stehen. Die Pläne und Modelle der Investoren sind dort an einem Ausstellungsstand der WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft (W.E.G.) Ludwigshafen einzusehen. Diese kleine Ausstellung ist bereits ab Dienstag, 17. Januar, aufgebaut und kann an beiden Tagen unabhängig vom Bürgerforum zwischen 14 und 19 Uhr besucht werden. Auch beim Neujahrsempfang der Stadt Ludwigshafen im Pfalzbau am 11. Januar werden die Pläne gezeigt.
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