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neueLu Januar/Februar 2006

Umweltschonend Kosten sparen

Wohnungsunternehmen richtungsweisend beim engergetischen Bauen

Die Erschließung der Energieeinsparpotenziale im Gebäudebestand ist ein zentrales Aufgabengebiet insbesondere der Wohnungsunternehmen. In Ludwigshafen profilieren sich LUWOGE und GAG mit mehrfach ausgezeichneten Modellprojekten als Vorreiter für modernes, kostensparendes und zukunftsfähiges Wohnen in der Stadt.

Die "LUWOGE - Das Wohnungsunternehmen der BASF" engagiert sich für modernes und energieeffizientes Bauen. An zwei Projekten zeigt sie derzeit ihr technisches Know-how:
In der BASF-Werkssiedlung "Alte Kolonie" ist erst kürzlich eines der modernsten Niedrigenergiehäuser Ludwigshafens entstanden. Dank innovativer Technik benötigt das über 100 Jahre alte Gebäude nun 85 Prozent weniger Primärenergie. Mit dieser energetischen Sanierung beteiligt sich das Wohnungsunternehmen am bundesweiten Modellvorhaben "Niedrigenergiehaus im Bestand" der Deutschen Energie-Agentur (dena).
Die Herausforderung für die LUWOGE: Innendämmung, wo Außendämmung nicht möglich ist und dabei einen Primärenergieverbrauch von nur sechs Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr verwirklichen. Um den Energiebedarf zu senken, setzte die LUWOGE vor allem auf optimale Wärmeschutzmaßnahmen durch den innovativen BASF-Dämmstoff Neopor. Eine neue Generation von Gipskarton-Verbundplatten erleichtert die Anbringung der Innendämmung und minimiert Kosten und Arbeitsaufwand. Im Dach wurden speziell für den Leichtbau entwickelte Micronal(r) PCM Gipsbauplatten eingesetzt, die vor sommerlicher Überhitzung schützen und in den Wohnräumen im Dachgeschoss durch angenehme Raumtemperaturen für verbesserten Wohnkomfort sorgen.

Weitere wichtige Bausteine des Modernisierungskonzepts sind dreifach verglaste Kunststoff-Fenster mit Edelgasfüllung, eine ausgeklügelte Lüftungsanlage mit 80 Prozent Wärmerückgewinnung und einem neuen energiesparenden Gas-Brennwertkessel. Die Warmwasseraufbereitung wird durch Solarkollektoren unterstützt. "Wir wollen mit der Innendämmung in der Altbausanierung deutlich machen, dass es viele Möglichkeiten und Wege gibt, nachhaltig zu modernisieren. Die künftigen Bewohner dieses Hauses sparen nicht nur Kosten, sondern investieren mit dem geringen Energieverbrauch und der damit verbundenen Reduktion der CO2-Emissionen in die Zukunft", so Dr. Matthias Hensel, Vorsitzender der Geschäftsführung. Beide Erdgeschosswohnungen des Doppelhauses sind bereits vermietet. Die zwei Maisonettwohnungen mit je 145 Quadratmeter Wohnfläche sind noch zu haben.

In der Eschenbachstraße sind seit kurzem alle 46 modernen Mietwohnungen im Reihenhausstil mit einem Heizwärmeverbrauch von umgerechnet nur einem Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr fertiggestellt. Um den niedrigen Verbrauch zu erreichen, setzt die LUWOGE auf bewährte Energiesparkonzepte der Passivhaus-Technologie. Durch die nach Süden ausgerichteten Fenster der Wohn- und Schlafräume gelangt viel Sonnenwärme in die Reihenhäuser; dies trägt wesentlich zur Raumerwärmung bei. Um diese Wärme im Haus zu halten, sind alle Fenster dreifach verglast und zwischen den Scheiben mit Edelgas gefüllt. Eingepackt wird jedes Haus zusätzlich mit einer mindes  tens 30 Zentimeter dicken Schicht des BASF-Dämmstoffs Neopor(r). Ein spezielles Belüftungssystem mit Wärmerückgewinnung sorgt für Frischluft. Insgesamt lassen sich durch diese kontrollierte Lüftung 85 Prozent der Wärme rückgewinnen. Die Bewohner profitieren in Form einer Warmmiete von 954 Euro inklusive Warmwasser und Nebenkosten; lediglich verbrauchsabhängige Kosten fallen an. Durch den niedrigen Energiestandard leisten die Bewohner einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz. Das Brunckviertel der LUWOGE ist im Dezember beim deutschlandweiten Wettbewerb "Land der Ideen" zum "ausgewählten Ort 2006" gekürt worden. Damit ist das Quartier in Friesenheim bei einer Beteiligung von über 1200 Städten einer von 365 Orten, der in Deutschland mit Innovation und Mut auf sich aufmerksam macht.

Modernes Wohnen mit Tradition

Energieeffizientes Bauen und Wohnen hat bei der GAG Tradition. 1983 installierte das Immobilienunternehmen seine erste Fotovoltaikanlage für die Bürgermeister-Grünzweig-Straße. Es folgten Projekte wie das "Sonnenhaus" am Adlerdamm mit der Nutzung von Zisternenwasser, Sonnenkollektoren und nachwachsenden Rohstoffen.

Das Viertel Schillerschule kann als Beispiel einer Modernisierungsmaßnahme nach den gültigen Richtlinien mit Vollwärmeschutz und Anschluss an ein Heizsystem mit Kraft-Wärme-Kopplung genannt werden. In der Ebertsiedlung realisiert die GAG seit dem Jahr 2004 die energetische Sanierung einer denkmalgeschützten Fassade. Diese Projekte waren in der Vergangenheit wichtige Schritte auf dem Weg hin zum energieneutralen Bauen, wo das Unternehmen heute ansetzt.

Im Jahr 2005 wurden neue Wege beschritten. So wurde im Neubau die Passivhaustechnik durch die Errichtung von zwei Mieteinfamilienhäusern in Holzständerbauweise umgesetzt. Beide Häuser sind seit dem Frühjahr 2005 bewohnt. Zusätzlich zu den beiden Objekten im Stadtteil Oggersheim/ Melm sind jetzt in unmittelbarer Nachbarschaft sechs weitere Doppelhäuser in gleicher Qualität geplant.

Parallel dazu läuft in der Technologiemeile der Bau des Bürogebäudes "Lu-teco" mit rund 9.900 Quadratmetern Gewerbefläche. "Lu-teco" wird ebenfalls in Passivhaustechnik errichtet, kombiniert mit der Nutzung von Erdwärme und der Betonkerntemperierung. Die ersten Firmen werden im August 2006 die neuen Räume beziehen. Interessierte können sich auf der Homepage www.lu-teco.de mit tagesaktu ellen Bildern über den Bautenstand informieren.
Als "bisher noch nicht realisiert" kann das "Energie-Gewinn-Haus im Bestand (PHiB)" bezeichnet werden, das die GAG derzeit an der Hoheloogstraße fertig stellt. Hier wird ein Miethaus aus den sechziger Jahren in Passivhaustechnik modernisiert und mit Photovoltaikanlagen versehen. Beide Projekte, sowohl "lu-teco" wie auch das Energie-Gewinn-Haus, wurden im November 2005 von Umweltministerin Margit Conrad und Finanzstaatssekretär Prof. Dr. Ingolf Deubel besichtigt und als Beispiele zukunftsweisender Gebäudestandards für das Land diskutiert. Das Gespräch mit Führungskräften des Immobilienunternehmens und Verbandsvertretern wurde vor dem Hintergrund geführt, dass 80 Prozent aller Bauten in Rheinland-Pfalz, die vor 1979 entstanden, hinsichtlich ihres Energieverbrauchs saniert werden müssen.

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