Im Theater im Pfalzbau setzt sich die Reihe der Höhepunkte fort. Als Tanzstadt rückt Ludwigshafen beim Choreographie-Wettbewerb vom 24. bis 26. März in den Mittelpunkt. Aufschlussreiche Einblicke in eine andere Kultur verspricht die "Türkische Festwoche" vom 26. April bis 1. Mai. Die "Idylle des Kleinbürgertums" beleuchtet Theaterintendant Hansgünther Heyme mit seiner neuen Inszenierung "Die Hose". Das Lustspiel von Carl Sternheim, feiert am 22. April, 19.30 Uhr, Premiere.
Der "1. Internationale Choreographie-Wettbewerb Ludwigshafen 2006" unter der künstlerischen Leitung der Choreographin Juliane Rößler zielt darauf ab, einen Einblick in die beeindruckende Bandbreite kreativer professioneller Kräfte im nationalen und internationalen Tanz- und Tanztheater zu geben. Die Resonanz auf den Wettbewerb mit dem Motto "no ballet" war mit 300 Bewerbungen aus Europa, USA und Asien außerordentlich groß. Aus dieser Vielzahl lädt die Jury rund 20 Choreographinnen oder Choreographen ein, die ihre Werke vorstellen. In zwei Gruppen werden die Choreographien am Freitag, 24., und am Samstag, 25. März, öffentlich und in Anwesenheit der Jury im Theater im Pfalzbau ab 19.30 Uhr präsentiert. Das Finale mit den jeweils vier besten Choreographien der beiden Vorabende sowie die anschließende Prämierung der Preisträger finden am Sonntag, 26. März, 18 Uhr, statt. Es werden Preise von insgesamt 16.000 Euro vergeben. Der erste Preis ist mit 7.500 Euro; der zweite mit 5.000 Euro und der dritte Preis mit 2.500 Euro dotiert. Den Publikumspreis im Wert von 1.000 Euro stiftet die Gesellschaft der Freunde des Theaters im Pfalzbau.
Türkische Woche
"Kültür - Kultur, Tiyatro - Theater" heißt die Festwoche Türkei, die vom 26. April bis zum 1. Mai zur offenen Begegnung mit der jeweils anderen Kultur einlädt. Auf der Bühne und im Foyer des Theaters finden Veranstaltungen rund um türkisch-deutsches Theater und Literatur statt. Auf dem Programm stehen Schauspiel in türkischer und deutscher Sprache, Kabarett, türkisches Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater und Lesungen. Den Auftakt bildet ein Konzert mit türkischer Musik. Die Woche klingt mit einem Fest aus, das wiederum musikalisch umrahmt wird. Das Programm der Festwoche liegt Anfang März vor.
"Die Hose"
Eine weitere eigene Inszenierung stellt Intendant Hansgünther Heyme mit "Die Hose" vor. Das bürgerliche Lustpiel von Carl Sternheim wird von Samstag, 22., bis Mittwoch, 26. April, jeweils 19.30 Uhr aufgeführt. Diese Koproduktion mit den Wuppertaler Bühnen und dem Nationaltheater Luxemburg schildert den Verlust einer Unterhose. Ausgerechnet auf dem königlich-bayerischen Ludwigsplatz in Ludwigshafen passiert das Malheur der Luise Maske - und dies im Angesicht so mancher Majestäten. Der biedere Beamtengatte, zu Hause ein Tyrann, ereifert sich, aber nur kurz. Augenzeugen, durch die Szene erotisiert, quartieren sich danach bei Maskes ein.
Die Dame des Hauses ist einem Abenteuer keineswegs abgeneigt. Daraus wird zu ihrem Leidwesen jedoch nichts. Umgekehrt klappt´s dann: Der geldgierige, selbstgefällige, ach so anständige Beamte betrügt zum Schluss seine Frau. In diesem Stück geißelt Sternheim das "Kleinbürgertum", das sich durch Prüderie, Heuchelei und Duckmäusertum hervortut. "Die Hose" des bedeutenden Dramatikers Carl Sternheim, als Sohn eines jüdischen Bankiers 1878 geboren, wurde zu einem großen Erfolg. "Man wird das Lustspiel 'Die Hose' in 100 Jahren die spirituellste Komödie unserer Zeit nennen", so Franz Blei, am 15. September 1910 in "Die Schaubühne".