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neueLu März/April 2006

Von Eliten und Führungsschichten

Neue Vortragsreihe des Historischen Vereins der Pfalz im Stadtarchiv

Friedrich-Wilhelm Wagner war Richter am Bundesverfassungsgericht

Nach dem großen Erfolg der Vortragsreihe "Die Pfalz, die Pfälzer und Frankreich" wagt sich der Historische Verein der Pfalz, Bezirksgruppe Ludwigshafen-Mannheim, im Jahr 2006 auf neues Terrain.  Dieses Mal geht es um "Eliten und Führungsschichten in der Region".

Sowohl zeitlich als auch thematisch wird dabei ein weiter Bogen gespannt. Es beginnt mit der Epoche der Völkerwanderung und reicht bis ins 20. Jahrhundert. Dabei werden nicht nur adlige Gruppen beleuchtet, sondern auch das Bürgertum und bäuerliche Oberschichten sind Gegenstand einzelner Vorträge. "Aufgrund dieser breiten Streuung der Themen und Zeiten erheben wir mit unserer Reihe natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ziel ist es vielmehr, Anregungen für die Bedeutung der Eliten in historischen Gesellschaftsordnungen zu geben", wie der Vorsitzende des Historischen Vereins, Dr. Martin Furtwängler, betont.

Den Auftakt bildet ein Vortrag des neuen Leiters des Historischen Museums der Pfalz in Speyer, PD Dr. Alexander Koch, über germanische Eliten im 5. nachchristlichen Jahrhundert. Die Bedeutung der Architektur für adliges Selbstverständnis im Mittelalter beleuchtet der Vortrag von Dr. Kurt Andermann.

Der Schwerpunkt des Programms liegt jedoch in der Neuzeit. So geht Dr. Eva Kell der Wirkungsmacht von höfischer Repräsentanz und hochadeligem kulturellem Engagement im 18. Jahrhundert am Beispiel der Fürsten zu Leiningen nach. Dr. Gunter Mahlerwein hingegen analysiert Strukturen und Verhalten der bäuerlichen Oberschichten in einer kurpfälzischen Herrschaft vom 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, behandelt also einen Zeitraum, der die traditionelle Gesellschaft des Ancien Régime in ihren Grundfesten erschütterte und veränderte. Die letzten beiden Vorträge von Dr. Theo Schwarzmüller und Dr. Klaus Jürgen Becker sind mit Albert Finck und Friedrich Wilhelm Wagner zwei Pfälzer Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts gewidmet, die aus unterschiedlichen Milieus kommend, zur Elite der frühen Bundesrepublik aufstiegen.

Die Vorträge des Historischen Vereins sind keineswegs nur für ein ausgewiesenes Fachpublikum bestimmt. Veranstaltungsort ist der Vortragssaal des Stadtarchivs Rottstraße 17, Beginn jeweils donnerstags, 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Informationen unter Telefon 504-2409 oder
-3015.

Termine:
30. März, PD Dr. Alexander Koch, "Zwischen Antike und Mittelalter - Germanische Eliten im Spiegel reicher Grabfunde des 5. Jahrhunderts n. Chr."; 18. Mai, Dr. Kurt Andermann, "Architektur zwischen Adel und Nichtadel im späten Mittelalter"; 1. Juni, Dr. Eva Kell, "Hof und Kultur der Fürsten zu Leiningen"; 19. Oktober, Dr. Gunter Mahlerwein, "Bäuerliche Oberschichten und ländliche Eliten im 18. und 19. Jahrhundert"; 16. November, Dr. Theo Schwarzmüller, "Einigkeit und Recht und Freiheit": Albert Finck (1895 - 1956) als Pfälzer Beispiel für die Gründungselite der Bundesrepublik Deutschland; 14. Dezember, Dr. Klaus J. Becker, Friedrich Wilhelm Wagner: "Vom Ludwigshafener Arbeitersohn zum Bundesverfassungsrichter".

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