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neueLu März/April 2006

Weichenstellung am Zollhofhafen

Arbeitsplätze und Kaufkraftgewinn sind Ziel - Ausstellung zeigt Projektpläne

Blick auf den Zollhofhafen

Einen besonderen Fokus will Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse auf die Entwicklung der Innenstadt legen. Das hat die Stadtchefin in ihrer Neujahrsrede angekündigt. Dazu zählt die Umsetzung konkreter Verbesserungen zur Aufwertung der City. Hierfür erhält die Stadt Ludwigshafen in den kommenden zehn Jahren jeweils eine Million Euro Unterstützung durch das Land Rheinland-Pfalz. Schwerpunkt der kommenden Monate wird jedoch die Weichenstellung am Zollhofhafen sein: Drei potenzielle Investoren haben ihr Interesse bekundet, auf dem fünf Hektar großen Areal am Rhein ein Einkaufszentrum zu bauen. Für Ludwigshafen ist das eine gute Verhandlungsposition. Wenn alle Voraussetzungen geschaffen sind und alles nach Plan läuft, wird der Stadtrat im Herbst die Weichen für die Zukunft des Geländes stellen.

Bis dahin ist noch sehr viel Arbeit zu erledigen: Wichtig für die Stadtspitze ist ein Pflichtenheft, das als Grundlage für die weiteren Verhandlungen mit den drei Investoren dient. Nach der Hanseatischen Baubetreuungsgesellschaft (HBB) hatte im vergangenen Jahr auch die Essener Management für Immobilien AG (mfi) und - kurz vor Weihnachten - das Hamburger Unternehmen ECE den Hut in den Ring geworfen. Dieses Pflichtenheft beinhaltet die Bedingungen, die die Stadt Ludwigshafen an den Bau eines Einkaufszentrums knüpft. Dazu gehört beispielsweise ein attraktives Ein-kaufsangebot, eine ansprechende Architektur und eine funktionierende städtebauliche Anbindung des neuen Einkaufszentrums an die Innenstadt. "Wenn wir heute ganz konkret über den Bau eines großen Einkaufszentrums am Zollhofhafen diskutieren, dann vor allem aus einem Grund: Wir wollen die Innenstadt und damit Ludwigshafen stärken. Die hohen privaten Investitionen, die am Zollhof getätigt werden können, schaffen Arbeitsplätze und werten unsere Innenstadt erheblich auf", betonte OB Eva Lohse. Fünf Ziele verknüpft die Stadtchefin mit der Entwicklung am Zollhofhafen:

  • die Stadt an den Rhein zu bringen
  • neue Arbeitsplätze zu schaffen
  • die Innenstadt weiter zu entwickeln
  • Kaufkraft aus der Region für Ludwigshafen zurückzugewinnen
  • das Einzelhandelsangebot in Ludwigshafen spürbar zu erweitern und damit den Einzelhandel in der Stadt zu stärken.

Bürger informieren sich

OB Dr. Eva Lohse, Bürgermeister Wilhelm Zeiser und Bau- und Umweltdezernent Ernst Merkel beim Bürgerforum am 18. Januar

Durchweg positive Resonanz auf die Pläne erhielt die Stadtspitze beim Bürgerforum Mitte Januar mit OB Eva Lohse, Bürgermeister Wilhelm Zeiser und Baudezernent Ernst Merkel. Rund 350 Bürgerinnen und Bürger waren ins Bürgermeister-Reichert-Haus gekommen, um mit der Stadtspitze, Gutachtern und Investoren zu diskutieren. Kritisch hinterfragten die Bürger vor allem, wie die Anbindung an die Innenstadt erfolgen soll, wie die Qualität des Angebotes im neuen Einkaufszentrum gesichert wird und wie die Fragen der Verkehrsführung gelöst werden können. Bürgermeister Zeiser betonte vor allem auch die Bedeutung von rund 1.000 neuen Arbeitsplätzen, die durch ein großes Einkaufszentrum am Rhein entstehen. Dies sei ein wichtiges Argument auch im Hinblick auf die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen im Handel in der Stadt.

"Ludwigshafen hält mit Schulen, Krankenhäusern, Straßen und vielem mehr die Infrastruktur nicht nur für die Stadt selbst, sondern für das ganze Umland vor. Hier wird gearbeitet, ein großer Teil der Einkommensteuer und der Kaufkraft geht jedoch in die Region. Damit können wir uns nicht zufrieden geben. Auch aus diesem Grund müssen wir alles tun, um die Wirtschaftskraft Ludwigshafens weiter zu stärken und Kaufkraft und Arbeitsplätze zu gewinnen", betonte Zeiser.

Baudezernent Ernst Merkel räumt auch einer gut funktionierenden und architektonisch ansprechenden Anbindung des Areals an die Innenstadt hohe Bedeutung ein. Hierauf werde die Stadt bei den weiteren Verhandlungen besonders Wert legen: "Die Entwicklung der Innenstadt und die am Zollhof müssen Hand in Hand gehen zugunsten der gesamten City."

Im Vorfeld des Bürgerforums hatten die drei Interessenten HBB, mfi und ECE ihre Projekte zwei Nachmittage lang im Reichert-Haus ausgestellt. Über 100 Menschen nutzten allein in der kurzen Zeit die Gelegenheit, sich selbst ein Bild von den Plänen zu machen. Diese Ausstellung ist mittlerweile in das Rheincenter umgezogen und wird dort weiterhin von der WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft (W.E.G.) betreut. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Gruppen können sich für eine Führung anmelden. In deren Rahmen werden die Investitionsvorhaben erklärt, aber auch das Vorgehen rund um den Zollhofhafen erläutert.

Auf großes Interesse stieß auch der Internetchat mit der Oberbürgermeisterin Ende Januar: Viele Bürger nutzen die Möglichkeit, via Internet direkt mit der OB über die Pläne zu diskutieren. Konsequenz: Schon für Ende Februar war ein zweiter Chat angesetzt worden. "Eine breite Bürgerinformation und ein für alle nachvollziehbares und transparentes Vorgehen sind mir außerordentlich wichtig. Jeder kann seine Meinung sagen oder Fragen stellen", betont Eva Lohse. Auch ein weiteres Bürgerforum ist geplant. Es soll Anfang Juni stattfinden.

Wie bereits mehrfach berichtet, entstand für die Stadt Ludwigshafen durch das Freiwerden des Zollhofhafens die große Chance, das Gelände direkt am Rhein zugänglich zu machen. Auf der Suche nach Investoren für dieses Projekt kristallisierte sich eine Einzelhandelsnutzung heraus: Private Investoren bekundeten ihr Interesse in Ludwigshafen zu bauen, womit auch eine Verbesserung der Infrastruktur einhergeht.

Ein von den Investoren unabhängiges Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA), das Stadt, W.E.G. und Hafen in Auftrag gaben, zog dieses Fazit: "Mit der möglichen Ansiedlung am Zollhofhafen sind zwar erhebliche strukturelle Umbrüche in der Handelslandschaft der Innenstadt von Ludwigshafen verbunden, dennoch sollte die Stadt diese Chance ergreifen, sorgfältig prüfen und weiter ausformen, um dem Einzelhandelsstandort Innenstadt Ludwigshafen einen deutlichen Anschub zu geben. (...). Ein Beibehalten an den bisherigen Strukturen nach dem Motto 'keine Experimente' bedeutet zwar kein Risiko, aber auch keine Chance. Das vermeintlich geringe Risiko lässt auch eine andere Interpretation zu: 'Wer nichts riskiert, riskiert alles!'"

Fragen oder Anregungen?

Informationen rund um den Zollhofhafen, die Zusammenfassung der Gutachten sowie die Präsentation der Investoren gibt es im Internet.

Kontakt:

WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft Ludwigshafen (W.E.G.), Telefon: 504-3080. Die W.E.G. ist Ansprechpartnerin für Fragen rund um den Zollhofhafen, hier kann auch für Gruppen eine Führung durch die Ausstellung der Investorenpläne vereinbart werden.
Ansprechpartner für die Innenstadtentwicklung ist die Stadtverwaltung Ludwigshafen, Bereich Stadtentwicklung, Bernd Reif, Telefon: 504-3124.

Ausstellungsraum im Rheincenter
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