Logo der STADT LUDWIGSHAFEN AM RHEIN
*
Illustration Rathaus
*
*
* * *
* Logo Rhein-Neckar-Dreieck *
* * *
*
*
*
*
*

neueLu Januar/Februar 2007

Selbsterfahrung beim Tanzen

Kulturpädagogische Projekte bewegen Jugendliche

Dass Bildung Spaß machen und einiges bewegen kann, zeigen die von der Jugendförderung der Stadt in Kooperation mit der Hauptschule Wittelsbachschule und den Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie dem Theater im Pfalzbau angebotenen Tanzprojekte. In speziellen Mädchenworkshops oder in gemischten Gruppen wird Jugendlichen die Chance geboten, Tanz nicht nur als Freizeitbeschäftigung, sondern als Form kultureller Bildung zu erleben.

 

"Die Projekte zielen auf Nachhaltigkeit ab und versuchen Tanz als kulturpädagogisches Instrument zu nutzen, um den Jugendlichen neue Wege zur Selbsterfahrung aufzuzeigen und Kultur erfahrbar zu machen", erklärt Jugenddezernentin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg. Der Tanz, als Verknüpfung von Disziplin, Körperbewusstsein und koordiniertem Miteinander, eröffne einen neuen Zugang zur Lernbereitschaft und vermittele soziale Kompetenzen, so die Jugenddezernentin. Getragen würden die Programme von dem Gedanken, Jugendlichen ein Forum zur Selbsterkenntnis zu bieten, woraus letztlich für die meisten bis dahin unbekannte Erfolgserlebnisse resultieren. Das Konzept gehe auf, weil die Jungen und Mädchen aus ihrer Lebenswirklichkeit heraus zum Lernen motiviert würden, was sich durch das Engagement beim Training zeige. Dabei erwachsen die individuellen Lernerfahrungen aus dem Erfolg als Gruppe, wie aus der gegenseitigen Rücksichtnahme auf Stärken und Schwächen; aus dem Gefühl "miteinander klar zu kommen."

 


Das LOS-Tanztheaterprojekt "Westendkids" ermöglicht 15 Jungen und Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren Hip-Hop-Tanz, Rappen und Theater spielen zu lernen. Unter Leitung von Anuschka Hinz von der Straßensozialarbeit Mitte sowie der Theaterpädagogin Gabriele Twardawa trainieren die Jugendlichen zweimal pro Woche. Dabei fungiert der Tanz als Ausdrucksmedium für das Gefühlsleben: So kann zum Beispiel Ärger oder Zorn durch Bewegung verarbeitet werden. Persönliche Talente, wie das Texte schreiben für Theaterstücke, die sonst vielleicht "brach" liegen würden, werden gefördert. Neben dem Training spielt die Tätigkeit der Jugendlichen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eine entscheidende Rolle. Die Aufgabe eines Multiplikators besteht darin, in dem Projekt Erlerntes an andere Jugendliche weiterzugeben. Die Besonderheit dabei liegt in der Wissensvermittlung unter Gleichaltrigen und der Erfahrung, was es heißt, auf Geleistetes stolz sein und sich etwas zuzutrauen. Vier der "Westendkids", darunter Yasmin Deininger (18), agieren als Tanzlehrerinnen beziehungsweise -lehrer in der Jugendfreizeitstätte Ruchheim und im Spielhaus Hemshofpark. "Der Zugewinn an Selbstvertrauen durch die Funktion als Multiplikator stärkt die Jugendlichen und gibt ihnen positive Impulse mit auf den Weg ins spätere Berufsleben, wodurch bislang unbedachte berufliche Perspektiven in das  Blickfeld geraten können", weiß die Sozialarbeiterin. "Vielleicht studiere ich nach dem Abitur Musik", sagt Yasmin.
LOS, Lokales Kapital für soziale Zwecke, wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert. Unterstützt werden "Mikroprojekte" mit dem Schwerpunkt einer besseren Integration benachteiligter Jugendlicher und Immigranten.
"Together is it", das Projekt der Jugendarbeit der Straßensozialarbeit Mitte in Kooperation mit der Wittelsbach-Hauptschule, entstand aus dem Projekt "Listen to our future" der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, das im Juli 2006 in zwei Aufführungen vor einem begeisterten Publikum gezeigt wurde. Die daran beteiligten Jugendlichen wollten nicht "einfach zur Tagesordnung übergehen" sondern weiter gemeinsam tanzen. So proben nun 15 Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren einmal wöchentlich unter Anleitung des Hip-Hop-Tanzlehrers Amir Armakan und der Modern-Dance-Choreographin Susanne Theiß-Schlichter "hippe" Schritte. Darunter ist die 15-jährige Samantha Perez-Fayos, die weiß, "dass Tanzen den Zusammenhalt stärkt, weil hier nicht Einzelkämpfer, sondern Teamplayer gefragt sind." "Zudem können am Unterricht sonst oft desinteressierte Jugendliche hier ihre Stärken einbringen und dadurch Verbindlichkeiten, wie Pünktlichkeit und Verantwortungsbewusstsein, erlernen", so Anuschka Hinz.
Weitere Tanzprojekte bieten alle Jugend-freizeitstätten in ihrem ständigen Programm an. Einmal im Jahr findet unter der Regie des Arbeitskreises Mädchenarbeit, dem Mitarbeiterinnen von Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit der Stadt und der freien Träger angehören, ein Mädchentanztag statt, der auf die speziellen Bedürfnisse der "Girls"  eingeht. Dazu trafen sich im November rund 90 Mädchen ab der fünften Klasse in der evangelischen Jugendfreizeitstätte in der Gartenstadt. Seit kurzem besteht außerdem eine Verbindung zum Theater im Pfalzbau. Intendant Hansgünther Heyme beabsichtigt dadurch die Scheu der Jugendlichen vor dem Theater durch Gespräche, gemeinsame Projekte und Einblicke hinter die Bühne abzubauen.   ts/mü

*
*
*
*
*
* bookmark at mister wongbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at twitter.netbookmark at linksilo.combookmark at studivz.netbookmark at myspace.combookmark at google.combookmark at stumbleupon.com
*
Druckversion Zur Startseite Eine Seite zurück springen nach oben zum Seitenanfang Zum Inhaltsverzeichnis *
*
*