Die städtebauliche Sanierung, wie sie in Mitte und Süd realisiert werden soll, will vor allem dazu beitragen, die Modernisierung von privaten Immobilien zu fördern und gegebenenfalls erforderliche Ordnungsmaßnahmen zu erleichtern. Da im Zuge des Stadtumbaus verschiedene Förderinstrumente eingesetzt werden, soll die Sanierung in Mitte und Süd im vereinfachten Verfahren durchgeführt werden.
Vorteile für Eigentümer
Das bedeutet für die Eigentümer, dass keine Ausgleichsbeträge anfallen, keine Kaufpreisprüfung bei Immobilienverkäufen stattfindet und bei der Ausbaubeitragspflicht alles bleibt, wie es ist. „Unser Ziel ist es, einen Investitionsanschub in Gang zu setzen. Nach unseren Erfahrungen liegt das Verhältnis von öffentlich und privat investiertem Geld in Sanierungsgebieten bei einem Verhältnis von eins zu acht. Ein Beispiel: Allein im kleinen Gebiet Mundenheim wurden rund 3,3 Millionen Euro öffentliches Geld investiert. Aufgrund der vorliegenden Abrechnungen wissen wir, dass bis jetzt über 22 Millionen Euro zusätzliches privates Geld in Bausubstanz und Wohnqualität flossen. Entscheidend dabei sind die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten nach dem Einkommensteuergesetz, die den Hauseigentümern zugute kommen. Indem wir als Kommune eine Satzung erlassen und förmlich Sanierungsgebiete ausweisen, schaffen wir für Hausbesitzer Rechtssicherheit, eine solide Basis und damit Ansporn für Investitionen. Deshalb gehen wir in weiten Teilen der City bewusst diesen Weg und nutzen das Sanierungsgebiet als ein stadtplanerisches Instrument in unserem Stadtumbau”, betonte Oberbürgermeisterin Eva Lohse. Seit Sommer und flankierend zu den Vorbereitenden Untersuchungen führen Stadtspitze und WirtschaftsEntwick-lungsGesellschaft (W.E.G.) Gespräche mit Immobilieneigentümern in der Innenstadt. Die Resonanz auf die Pläne der Stadtverwaltung war durchweg positiv: Fast 40 Modernisierungsvorhaben wurden auf diesem Weg bereits konkretisiert.
Direkte Bürgerbeteiligung
Grundlage des nun eingeleiteten Verfahrens ist das Entwicklungskonzept Innenstadt, das der Stadtrat im Oktober 2006 beschlossen hat. Dieses Entwicklungskonzept formuliert die städtebaulichen Zielsetzungen für die Innenstadt und schafft über das Programm Stadtumbau Fördermöglichkeiten für deren Umsetzung. Grundlage für die konkreten städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen ist das im Baugesetzbuch definierte „Besondere Städtebaurecht”, das die Vorbereitung, Durchführung und den Abschluss von Sanierungsmaßnahmen regelt. Die Ausweisung eines Sanierungsgebietes erfordert ausführliche Vorbereitende Untersuchungen. Wichtig dabei ist die direkte Beteiligung aller Betroffenen wie Eigentümerinnen und Eigentümer, Pächterinnen und Pächter, Mieterinnen und Mieter. Im Auftrag der Stadtverwaltung haben daher in den vergangenen Monaten die Büros Steg für Mitte sowie Frank und Kramer für Süd diese Vorbereitenden Untersuchungen durchgeführt. „Ganz entscheidend beim Stadtumbau ist, dass wir viele verschiedene, klassische und innovative Instrumente gezielt einsetzen. Die Ausweisung eines Sanierungsgebietes ist ein solches Instrument - gemessen an der Dimension von Fläche und Investitionsvolumen ein bedeutendes. Wir werden aber auch andere Instrumente einsetzen, beispielsweise im Rahmen des Programms ‘Soziale Stadt’. Die genaue Abgrenzung des zukünftigen ‘Soziale Stadt’-Gebietes und die weiteren Förderprogramme werden nun Schritt für Schritt und in Abstimmung mit allen Beteiligten festgelegt”, erläuterte Klaus Dillinger, Geschäfts-führer der WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft, die den Stadtumbau insgesamt koordiniert.
Weitere Instrumente ergeben sich aus Wirtschaftsförderprogrammen der Europäischen Union (EU), die beispielsweise im Gastronomiebereich und beim Umbau der Erdgeschosszonen in der Ludwig- und Bismarckstraße gut einsetzbar sein sollen. „Diese Beispiele belegen, dass wir sehr gezielt und sehr flexibel auf die unterschiedlichen Interessenlagen und Bedürfnisse in der Innenstadt eingehen”, betonte Dillinger.
Ansprechpartner:
Für das Sanierungsgebiet in Süd:
Stadtverwaltung Ludwigshafen
Bereich Baukoordierung und Stadterneuerung
Rathaus Rathausplatz 20
67012 Ludwigshafen am Rhein
Öffnungszeiten:
Montag, Dienstag und Mittwoch: 8.30 bis 12 Uhr und 13.30 bis 16 Uhr
Donnerstag: 9 bis 18 Uhr
Freitag: 8.30 bis 13 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung
Georg Heinrich
Telefon 0621/504-3494
Fax 0621/504-2939
E-Mail Georg.Heinrich@ludwigshafen.de
Manfred Spies
Telefon: 0621/504-2989
Fax 0621/504-2939
E-Mail: Manfred.Spies@ludwigshafen.de
Für das Sanierungsgebiet in Mitte:
WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft Ludwigshafen a. Rh. mbH
Rathausplatz 10 und 12
67059 Ludwigshafen am Rhein.
Telefon: 0621/504-3080
Fax: 0621/504-2379
E-Mail: info@weg-ludwigshafen.de
Mit dem Umbau der City stemmt Ludwigshafen eines der größten und komplexesten Projekte seiner Stadtentwicklung. Viele Vorhaben greifen dabei ineinander, und es werden die verschiedensten Bereiche städtischen Lebens wie wohnen, arbeiten, einkaufen, lernen oder ausgehen berührt. Ludwigshafen baut, plant, diskutiert, pflanzt, gestaltet, inszeniert und unternimmt noch vieles mehr. Ziel ist es, die Stärken der Stadt am Rhein weiter auszubauen. Öffentliche Hand und private Investoren, Bürgerschaft und Verwaltung handeln heute gemeinsam für morgen.