Rund 1.000 Kinder aus den dritten und vierten Klassen der Ludwigshafener Grundschulen werden im Januar und Februar bei der Erstellung eines neuen Kinderstadtplans für Kinder von fünf bis 13 Jahren für Ludwigshafen mitarbeiten. Im April soll der neue Kinderstadtplan vorliegen.
Das Kinder- und Jugendbüro der Stadt und das Beratungszentrum für kommunale Kinder-, Jugend-, Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung (KOBRA) aus Landau werden in den kommenden Wochen intensiv mit den Kindern arbeiten.
Neben der kindgerechten grafischen Darstellung und der lückenlosen Sammlung von wichtigen Informationen für Kinder steht der Beteiligungsaspekt bei der Entstehung dieses Kinderstadtplans im Vordergrund. In enger Zusammenarbeit mit allen Grundschulen der Stadt unternehmen das Kinder- und Jugendbüro und KOBRA mit den Schülerinnen und Schülern der dritten und vierten Klassen Rundgänge durch die jeweiligen Schulbezirke. „Die Grundschulen haben wir ausgewählt, weil der jeweilige Schulbezirk auch die unmittelbare, bekannte Lebenswelt der Kinder ist. Stadterkundung und Kartografie stehen außerdem auf dem Lehrplan der 3. und 4. Klasse und die Kinder der 3. und 4. Klassen stellen den Altersschnittpunkt der Kinder dar, für die der Kinderstadtplan gemacht wird“, erläuterte die Leiterin des Kinder- und Jugendbüros der Stadt, Christiane Ritscher, im Gespräch mit der neuen Lu.
Bei den Rundgängen sollen die Kinder auf Treffpunkte und Spielflächen, die offiziell nirgends verzeichnet sind, zum Beispiel Kletterbäume, Skatertreffs, Drachenwiesen, Rodelmöglichkeiten, Wassertreffpunkte, genauso hinweisen wie auf Gefahrenpunkte im Straßenverkehr. Die Kinder zeigen aus ihrer Sicht, wo sie sich in ihrer Freizeit unabhängig von Spielplätzen und Schulhöfen treffen und äußern sich dazu, was für Einrichtungen im Kinderstadtplan enthalten sein müssen. „Auch die Hinweise auf Gefahren im Straßenverkehr sind uns besonders wichtig. Alleine die Perspektive von Kindern aufgrund ihrer Größe ist eine ganz andere als von Erwachsenen. Dadurch nehmen sie Gefahren im Vergleich zu Erwachsenen auch unterschiedlich wahr“, so Ritscher.
In Ludwigshafen können dabei neben neuen Erkenntnissen auch die Ergebnisse aus den seit 2002 bestehenden Kinderteilplänen der Stadtteile überprüft werden, in denen alle kinder- und familienrelevanten Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Spielplätze, Kinder- und Jugendtreffs bzw. -zentren, Sport- und Bolzplätze, Büchereien, Museen, Kinos, Schwimmbäder, Minigolfanlagen, Skatemöglichkeiten, Streetball-, Volley- und Basketballmöglichkeiten, Bouleanlagen, Spielstraßen und das Radwegenetz in Ludwigshafen verzeichnet sind. Erstmals werden die Ergebnisse nun in einem Gesamtkinderstadtplan für Ludwigshafen zusammengefasst werden.
"Der neue Kinderstadtplan will zum einen eine Orientierungshilfe für neu zugezogene Kinder sein und zum anderen ein Hinweis für Eltern, wo ihre Kinder in der Freizeit spielen. Damit wird der Plan zu einer Stadtkarte für die ganze Familie mit Anregungen, wo und wie man in der Stadt seine Freizeit verbringen kann. Außerdem werden die Kinder Entwürfe für das Cover und die Rückseite des Plans machen, also auch bei der Gestaltung ein gewichtiges Wort mitzureden haben", freute sich Jugenddezernentin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg. Sie bedankte sich vor allem beim Land Rheinland-Pfalz, bei der BASF Aktiengesellschaft, der VR Bank Rhein-Neckar, der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ und beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) für die finanzielle Unterstützung des Kinderstadtplans, der ausschließlich über Zuschüsse und Sponsoring realisiert wird.
Die grafische und kindgerechte Umsetzung des Planes übernimmt KOBRAgraphics. Die Auflage des Planes beträgt 20.000 Exemplare im Format DIN A1+. Der Kinderstadtplan wird kostenfrei abgegeben.
Die Rückseite des Planes soll eine Zusammenstellung unterschiedlicher Informationen für Kinder und Familien enthalten. Unter anderem werden dort die Anschriften der Schulen, Kindergärten, von Beratungs- und Hilfeangeboten des Jugendamtes und örtlichen Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie von Vereinen, die ausgeprägte Kinderarbeit betreiben, veröffentlicht werden. Hinzu kommen beispielsweise die Öffnungszeiten von Bädern, Büchereien oder Museen.
Die angemessene Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, ist in Paragraf 16 c der rheinland-pfälzischen Gemeindeordnung geregelt.
In Ludwigshafen waren Kinder und Jugendliche in den vergangenen Jahren mehrfach in die Planung von Spielplätzen oder Außengeländen von Einrichtungen einbezogen.