Das verbindende Konzept und der Titel einer Ausstellung von drei Künstlerinnen aus dem Raum Heidelberg, die noch bis zum 20. Januar 2008 in der Rudolf-Scharpf-Galerie gezeigt wird, ist „Zeichensprache“.
Alle Drei sind seit Jahren als Mitglieder der Künstlervereinigung „der Anker“ aktiv und mit zahlreichen Ausstellungen sowohl regional als auch überregional in Erscheinung getreten. Eine Finissage mit Kaffee und Kuchen findet am Sonntag, 20. Januar 2008, um 16 Uhr statt.
Gisela Hachmann-Ruch studierte an der Kunstakademie in Karlsruhe, erhielt mehrere Preise und gewann unter anderem 2000 einen Wettbewerb der Bundesregierung für Kunst am Bau im Auswärtigen Amt in Berlin.
Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt im grafischen Bereich. In ihren Linolschnitten und Stempeldrucken benutzt sie ein abstraktes Formenre-pertoire, das im Hinblick auf die Ambivalenz von Bedeutungen und deren Assoziationen untersucht wird. Durch rhythmische Anordnung und Reihung entstehen Rasterfelder, die als assoziative Chiffre eines Gegenstandes viel mit der Schrift oder ihrem bildlichen Ursprung, dem Piktogramm, gemeinsam haben. Diese Formelemente lassen sich variabel kombinieren, drehen oder spiegeln. Es entstehen Leerräume, die oft erstaunlich gegenständliche Deutungen offenbaren.
Roswitha Josefine Pape studierte an der Fachhochschule für Gestaltung in Dortmund. Auch sie wurde mit mehreren Preisen, unter anderem 2002 mit dem 1. Preis der Stiftung Kunst der Sparkasse Karlsruhe ausgezeichnet und realisierte 2000 als Gewinnerin des Kunst-am-Bau-Wettbewerbes für das Finanzministerium in Berlin eine Wandgestaltung.
In dieser Ausstellung zeigt sie in der Technik des Holzschnitts - Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit in den letzten Jahren - eine Serie über die medial vermittelte Realität des Irak-Krieges. Die Bildein-stellungen einer laufenden Nachrichtensendung im Fernsehen hat sie in Einzelbildern festgehalten, an deren Rändern Textbänder des Nach-richtensenders n-tv bruchstückhafte Informationen liefern. Die Reduktionen der Farbigkeit durch den Holzschnitt auf schwarz und weiß und die bewusste Unschärfe des Farbauftrags weisen über sich hinaus zu einer künstlerischen Aussage, die als Metapher für ein politisches Schwarzweißdenken, aber auch für das Verschwinden des Grauens in der Flut der bewegten Fernsehbilder verstanden werden kann.
Elke Weickelt erhielt ihre Ausbildung an der Freien Kunstakademie in Mannheim. Zuletzt wurde sie mit dem 1. Preis des Kunstkreises Südliche Bergstraße ausgezeichnet. Sie realisierte Werke im öffentlichen Raum. Die Formensprache ihrer Malerei setzt sich mit dem „Einfachen“, der Reduktion der Bild-sprache auf das Ursprüngliche, das Bildzeichen, auseinander, das zur Kommunikation, zum offenen Dialog mit dem Betrachter auffordert. Für Elke Weickelt liegt die Bedeutung der einfachen Form in ihrem kreativen Potential, der vielfältigen Symbolik und den reichen Assoziationsmöglichkeiten der Phantasie, die alle Freiheiten zum Gestalten formal und geistig zulässt. Der Ausdruck des Einfachen gestaltet sich für Elke Weickelt zur Suche nach dem Wesentlichen.
Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Öffnungszeiten der Rudolf-Scharpf-Galerie, Hemshofstraße 54: Dienstag bis Samstag, 15 bis 19 Uhr, Sonntag, 13 bis 18 Uhr, Montag und an Feiertagen geschlossen.
Informationen: Telefon 5291968, Fax 504-3780.
Photografien aus Indien und Rumänien
In der nächsten Ausstellung sind in der Rudolf-Scharpf-Galerie vom 15. Februar bis 6. April 2008 „Photographien aus Indien und Rumänien” von Axel Heller zu sehen. Seit den 1990er Jahren reiste der Künstler nach Indien und Rumänien, wo er mit feinem Gespür und großer Sensibilität die Begegnung mit dem Fremden, mit der anderen Kultur und der Landschaft in Schwarz-Weiß-Fotografien festgehalten hat. Eröffnet wird die Ausstel-lung am Donnerstag, 14. Februar 2008, um 19 Uhr.