17 internationale Schauspiel- und Tanztheaterinszenierungen aus insgesamt acht Ländern werden ab Oktober bei den 2. Festspielen Ludwigshafen zu sehen sein. Neu ist eine enge Kooperation zwischen dem Theater im Pfalzbau, dem Wilhelm-Hack-Museum und der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Der italienische Medien- und Konzeptkünstler Fabrizio Plessi zeigt im Museum vom 23. Oktober bis 25. Februar seine Ausstellung zum Thema "Wasser" – Isole digitali. Gleichzeitig wird er für die Tanztheaterinszenierung "Romeo und Julia" des Aterballetto Reggio Emilia ein Bühnenbild entwerfen.
Neben fünf deutschsprachigen Erstaufführungen präsentiert das Theater im Pfalzbau erstmals eine Aufführung in slowenischer Sprache, inszeniert vom Festspielleiter Hansgünther Heyme.
Internationales Flair dominiert die Festspiele, eingeladen sind Gastspiele aus Reykjavik, Bahia/Salvador, Chicago, Reggio Emilia und internationale Kompagnien und Ensembles wie das Béjart Ballet Lausanne sowie eine Auswahl der Bühnen, welche die deutsche Theaterlandschaft derzeit entscheidend mitgestalten, wie das Schauspielhaus Bochum und das Berliner Ensemble.
Die Antikenrezeption stößt an deutsch-sprachigen und internationalen Theatern derzeit auf großes Interesse. Hansgünther Heyme gilt als einer der profiliertesten Regisseure und Kenner antiker Stoffe. In diesem Jahr inszeniert er am Slowenischen Nationaltheater Maribor Euripides’ "Orestes", die Fortsetzung seiner letztjährigen hochgelobten "Elektra"-Inszenierung. In Ludwigshafen wird die Verfolgung des Muttermörders Orestes durch die Rache göttinnen mit deutschen Übertiteln zu sehen sein.
Marie-Louise Bischofsberger nimmt sich mit "Le Viol de Lucrèce" dem Gedicht Shakespeares an, das als Koproduktion mit dem Théâtre Bobigny, dem Théâtre National du Luxembourg und dem Theater im Pfalzbau auf dem Festspielplan steht. Dem gegenüber steht Goethes "Iphigenie auf Tauris" in einer Inszenierung von Elmar Goerden, dem Intendanten des Bochumer Schauspielhauses.
Anlässlich des 50. Todesjahres Bertolt Brechts gastiert das Berliner Ensemble mit drei Inszenierungen in Ludwigshafen. Vom 4. bis 9. Dezember sind von Claus Peymann "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" und "Mutter Courage und ihre Kinder" sowie von Philip Tiedemann "Die Kleinbürgerhochzeit" zu erleben.
Wie schon im vergangenen Jahr gelang es Heyme, internationale Ensembles nach Ludwigshafen einzuladen, die für den zeitgenössischen Tanz richtungsweisend sind.
Die Auseinandersetzung mit Shakespeares und Prokofieffs "Romeo und Julia" steht zu Beginn der Festspiele auf dem Spielplan. Das zwanzigköpfige Ballett Aterballetto Reggio Emilia um den Choreographen Mauro Bigonzetti präsentiert in Koproduktion mit dem Theater im Pfalzbau ein ästhetisch einmaliges Ereignis, das zeitgenössische Kunst, Prokofieffs Musik und modernen Tanz miteinander verbindet.
Die Hubbard Street Dance Company aus Chicago startet bei den Festspielen Ludwigshafen ihre Europatournee. Das innovative Ensemble zeitgenössischen Tanzes unter der Leitung von Jim Vincent wird mit amerikanischen und internationalen Choreographien das Publikum verzaubern. Einen Höhepunkt der Festspiele Ludwigshafen stellt die Erstaufführung der deutschen Fassung von "Zarathustra. Das Lied vom Tanz" des Béjart Ballett Lausanne dar.
Mit der Uraufführung der Originalfassung von Shelagh Delaneys Porträt der 50er Jahre in England "Der bittere Honig" wird mit Spannung das Gastspiel des St. Pauli Theaters Hamburg erwartet: Peter Zadeks Inszenierung zeigt Julia Jentsch und Eva Mattes in den Hauptrollen.
Zwei außergewöhnliche Gastspiele des diesjährigen Festivals bilden die Schweizer Gruppe Mummenschanz und das Ukulele Orchestra of Great Britain.
Eröffnung ist am 21. Oktober mit einer Filmnacht: Dem Familienkonzert mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter dem künstlerischen Leiter der Europäischen Filmphilharmonie, dem Dirigenten und Moderator des Abends Frank Strobel, folgt erstmalig die feierliche Überreichung des William-Dieterle-Preises an Gordian Maugg durch OB Dr. Eva Lohse für seinen Film "Zeppelin!". Dieser Film wird im Anschluss an das der Preisverleihung folgende Konzert im Theater zu sehen sein.
Hinweise zur Kartenbestellung im Internet unter www.theater-im-pfalzbau.de.