|

"Wann geht's denn los?" fragen derzeit viele Bewohner aus Mitte und Süd die Mitarbeiter der Fachbüros, die im Auftrag der Stadt Häuser, Straßenzüge, Innenhöfe und Grünzonen beurteilen. Ende des Jahres, wenn alle Daten erfasst und ausgewertet sind, könnte ein Ergebnis der vorbereitenden Untersuchungen sein, bestimmte Quartiere als Sanierungsgebiete auszuweisen. Wie ein Stadtteil dank dieses städtebaulichen Instruments erheblich aufgewertet werden kann, zeigt der Hemshof.
Die Mitarbeiter der Stadterneuerung stellen mit Freude fest, dass sie mehr und mehr von Kollegen aus anderen Städten um Rat gefragt werden und die Zahl der Lehrer, Schulklassen und interessierte Gruppen, die um eine Führung bitten, steigt. "Wenn wir Luftaufnahmen und Häuseransichten des Hemshofs aus den 60er-Jahren mit heutigen vergleichen, dann kommt zumeist der Kommentar: Wir hätten nie gedacht, dass Ludwigshafens Altstadt so durchgrünt ist und es hier prachtvolle Fassaden gibt." Diese Erfahrungen macht Andreas Schäfer, Mitarbeiter der Stadterneuerung, immer wieder, wenn er die Sanierungsmaßnahmen im Hemshof im Erdkundeunterricht vorstellt oder er Schüler oder andere interessierte Gruppen durch den Hemshof führt.

1972, also vor genau 35 Jahren, wurde der Hemshof offiziell als Sanierungsgebiet festgelegt. Ludwigshafen war damals die erste Stadt in Deutschland, die ein Sanierungsgebiet auswies und das noch in einer Größe von circa 50 Hektar. Nach Berlin Kreuzberg, das wenige Tage später den Antrag einreichte, war es das Zweitgrößte in der Bundesrepublik. Der Weg war frei für Modernisierungsmaßnahmen, die von nun ab mit Fördermitteln unterstützt wurden. "Dies war der Anstoß, dass Private und Investoren, wie zum Beispiel Wolfgang Krüger oder die Osika GmbH, alte Häuser aus der Gründerzeit von Grund auf restaurieren und sogar auf einen energetischen Topzustand bringen konnten", freut sich Bau- und Umweltdezernent Ernst Merkel. "Viele kleine Schritte waren notwendig, um aus alter Bausubstanz moderne Wohneinheiten zu gestalten, um Baulücken zu schließen, den Verkehr zu beruhigen, um die privaten Investoren zu finden. Mit insgesamt 58 Millionen Euro Fördermitteln von Bund, Land und Stadt gelang es die Wohnverhältnisse im Hemshof durch Neubauprojekte, Modernisierung der Altbauten und Entkernung der Innenhöfe um ein Vielfaches zu verbessern. Der Hemshof ist ein Paradebeispiel dafür, dass sich mit einem professionell durchgeführten Sanierungskonzept ein Stadtteil erheblich aufwerten lässt", so Merkel. "Er wurde zu einem Magnet für Fachkollegen, Gäste und was besonders wichtig ist, zu einem Wohlfühlort für Anwohnerinnen und Anwohner." rik
Weitere Informationen zu den Sanierungsgebieten Hemshof, Friesenheim, Mundenheim, Oggersheim, Ruchheim und West sowie zu den vorbereitenden Untersuchungen in Mitte und Süd gibt es im Internet unter www.ludwigshafen.de. Wer an einer Führung durch den Hemshof interessiert ist, wendet sich an Andreas Schäfer, Bereich Baukoordinierung und Stadterneuerung, Telefon: 0621/504-3542 oder andreas.schaefer@ludwigshafen.de.
|