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Den menschlichen Tragödien in den Krisenregionen der globalisierten Welt, ausgelöst durch soziale, religiöse, und politische Auseinandersetzungen, widmet sich der Spielplan der III. Festspiele Ludwigshafen vom 11. Oktober bis 15. Dezember im Corso Film Theater.
Hansgünther Heyme, Intendant des Theaters im Pfalzbau und künstlerischer Leiter der Festspiele Ludwigshafen, hat das hochpolitisch ausgerichtete Programm unter das Bloch-Zitat „Manchmal grüßt da etwas wie von einer besseren Welt” gestellt. 24 Produktionen aus Schauspiel, Tanz, Musiktheater und Film, darunter 14 internationale Gastspiele mit drei deutschen Erstaufführungen und eine Uraufführung, sind in Ludwigshafen zu sehen.
Exemplarisch für unsagbares Leid, das Menschen erfahren, ist das neue Stück des preisgekrönten algerischen Autors Mohamed Kacimi "Heiliges Land". Diese brutalzarte Abhandlung über Leben und Sterben in den palästinensischen Gebieten und Israel wird in einer Inszenierung von Hansgünther Heyme am Samstag, 13. Oktober, im Corso Film Theater uraufgeführt. In einer schnörkellosen, messerscharfen Sprache ist in dem Drama von der unausweichlichen Gewaltspirale in den Autonomiegebieten und Israel die Rede, der sich niemand entziehen kann und der die persönlichen Träume und ideellen Ziele aller Beteiligten zwangsläufig zum Opfer fallen. Heyme inszeniert das Schauspiel - zu sehen auch am Sonntag, 14., und Montag, 15. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr - mit Dieter Laser und Brigitte Horn in wichtigen Rollen. "Wir wollen mit dem Programm der III. Festspiele wachrütteln, zu Diskussionen anregen", unterstreicht Heyme und richtet den Blick auf die Probleme in den Krisengebieten Afghanistan, Iran, Irak, Syrien, Libanon, Israel, Palästina und Afrika.

"Wir freuen uns sehr, dass sich auch die III. Festspiele durch ein so hochwertiges und vielseitiges Angebot auszeichnen", betonte Kulturdezernentin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg. Mit dem Corso Film Theater, in dem aufgrund der Sanierung des Pfalzbaus viele Aufführungen stattfinden, sei eine äußerst atmosphärische Spielstätte gefunden worden. Der ansprechende Raum bietet knapp 200 Besuchern Platz und wird künftig mit einer Theaterbühne ausgestattet, "die es erlaubt, aktuelles Tanztheater und herausragendes Schauspiel von den führenden Theatern dieser Welt zu präsentieren", so die Beigeordnete. "Wir versprechen ein außergewöhnliches Programm an einer ungewöhnlichen Location und wir freuen uns ganz besonders, dass es aus Anlass der Festspiele Ludwigshafen wieder eine Eigeninszenierung von Hansgünther Heyme gibt. Die Festspiele Ludwigshafen, auch wenn sie dieses eine Mal ins Corso Film Theater ausweichen müssen, zeigen großes Theater, anrührendes, topaktuelles Theater, das ganz unmittelbar, ganz nah zu erleben ist", erklärte Reifenberg. Zufrieden zeigte sich die Kulturdezernentin, dass im Rahmen der Festspiele sowie darüber hinaus wieder international renommiertes Ballett in Ludwigshafen gastiert. Wegen der Pfalzbausanierung finden die Ballettaufführungen ausnahmsweise in der Friedrich-Ebert-Halle statt. "Mein Dank gilt Hansgünther Heyme und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen Sponsoren, die uns verlässliche Partner sind und die uns auch in der Ausweichsituation ohne Wenn und Aber unterstützen. Auch das spricht für die anerkannt hohe Qualität der Festspiele Ludwigshafen", so Reifenberg. Dass auch in dieser Saison außergewöhnliche und herausragende Tanz-Gastspiele in Ludwigshafen zu sehen sind, ist dem Engagement der BASF Aktiengesellschaft zu verdanken, die den Bereich Tanz der Festspiele fördert. "Wir freuen uns, dass mit Sasha Waltz eine der führenden Choreographinnen der Gegenwart nach Ludwigshafen kommt. Tanztheater bildet einen der Schwerpunkte des kulturellen Engagements der BASF", betonte Dr. Klaus Philipp Seif, Leiter Kultur, Sport und Sozialberatung der BASF. Drei größere Tanztheater-Aufführungen werden in der Friedrich-Ebert-Halle zu sehen sein. "Dabei ist das Gastspiel von Sasha Waltz & Guests mit Schuberts 'Impromptus' zweifellos der Höhepunkt des Programms", so Seif.
Begleitend zum Programm lädt Intendant Heyme unter dem Titel „Diskurs im Corso” erstmals prominente Kenner der politischen und kulturellen Szene der Krisenregionen zum Gespräch ins Corso Film Theater. Mit ihnen will er die konkreten Hintergründe der in den Aufführungen angesprochenen Konflikte erörtern. Diese beleuchtet zum Beispiel auch das Cameri-Theater Tel Aviv mit Yael Ronens tragikomischen Stück „Plonter”. Geschildert werden darin die Alltagssorgen einer Familie, die das Pech hat, dass ihr Haus gerade an der Stelle steht, durch die jetzt die Mauer verläuft, die in Israel den Frieden garantieren soll.
Experimenteller Tanz, in dem die eigenen Grenzen ausgelotet werden, ist einer der weiteren Schwerpunkte des Festspielprogramms im Herbst 2007. Eröffnet wird die Spielzeit mit zwei Aufführungen an einem Abend: "handundfuss" heißt das Stück der musizierenden Tänzerin Anna Huber und des tanzenden Schlagzeugers Fritz Hauser von der annahuber.compagnie, in der die beiden Darsteller sich eine eigene, absurde Welt erschaffen. Marco Goeckes Choreographie "Äffi" zu Musik von Johnny Cash bringt ungewohntes Bewegungsvokabular mit enormen technischen Anforderungen auf die Bühne. Der mehrfach preisgekrönte Choreograph aus Wuppertal gilt als der Shooting Star der Ballettszene. ska
Für Besucher, die mehrere Aufführungen im Corso Film Theater besuchen wollen, bietet das Theater ein Festspielpaket an, in dem aus zehn Vorstellungen vier zu einem günstigen Preis zusammengestellt werden können. Wer alle Ballett-Aufführungen in der Eberthalle ansehen möchte, kann ein Tanzpaket buchen. Ausführliche Informationen zu den III. Festspielen Ludwigshafen gibt es in der nächsten Ausgabe der neuen Lu. Aktuelle Informationen zu den Inszenierungen und dem Vorverkauf: www.ludwigshafen.de und www.theater-im-pfalzbau.de.
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