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Über Jahrzehnte prägte Senta Geißler das kulturelle Leben der Stadt Ludwigshafen. Um das Leben und Werk dieser unkonventionellen, starken Frau zu würdigen, widmen die Rudolf-Scharpf-Galerie und das Stadtmuseum vom 3. August bis 5. Oktober der Künstlerin eine gemeinsame Ausstellung.
Im Stadtmuseum wird zum ersten Mal der einzigartige Zyklus von großformatigen Gemälden zum Wiederaufbau von Ludwigshafen vollständig gezeigt, den Senta Geißler in nur wenigen Monaten im Jahr 1958 schuf. Ergänzt und kommentiert durch Fotografien und Stadtpläne entsteht ein ebenso faszinierendes wie ganz individuelles Panorama. Das intime Ambiente der Rudolf-Scharpf-Galerie liefert den Rahmen für Senta Geißlers Landschaften, Bildnisse und Stillleben – vom spätimpressionistischen Frühwerk aus den zwanziger Jahren über die zarten "japanischen" Blätter ab 1930 bis zu den auf Sizilien entstandenen Bildern, die vom intensiven Studium der italienischen Landschaft, der antiken Kultur und des südlichen Lichts zeugen.

Zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Biografie, in der die Kunsthistorikerin und Kuratorin Karoline Hille das abenteuerliche Leben der Malerin nachzeichnet. Senta Geißler wurde 1902 in Heidelberg geboren, studierte als einer der ersten Frauen ab 1919 an der Karlsruher Kunstakademie und zählte nach ihrer Heirat 1932 gemeinsam mit ihrem Mann, dem Ludwigshafener Arzt und Avantgarde-Sammler Albert Rohrbach, zu den wichtigen Repräsentanten des städtischen Kulturlebens. Beide waren aktive Gegner des Naziregimes. Nach dem frühen Tod ihres Mannes 1956 verließ die Künstlerin Deutschland und suchte in Italien einen Neuanfang. Etwa 15 Jahre lebte sie von 1960 an unter bescheidenen Verhältnissen in Agrigento auf Sizilien. 1974 kehrte Senta Geißler nach Ludwigshafen zurück, wo sie im Jahre 2000 starb. Die Eröffnungen finden am Samstag, 2. August, um 17 Uhr im Stadtmuseum, Rathaus-Center, und um 18.30 Uhr in der Rudolf-Scharpf-Galerie, Hemshofstraße 54, statt.
Weitere Informationen im Internet unter www.wilhelm-hack-museum.de
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