Umgesetzt werden soll die Idee im Jahr 2009, in dem an die Verleihung der Stadtrechte an Ludwigshafen im Jahr 1859 erinnert wird. Anmelden sollen sich die Sammler bereits bis 15. September 2008, damit ausreichend Zeit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtmuseums bleibt, mit den Einzelnen Kontakt aufzunehmen. "Mit unserer Aktion wollen wir jungen Hobbysammlern eine Plattform bieten zu zeigen, was sie alles sammeln. Gleichzeitig möchten wir Anregungen geben, wie man mit Sammlungen umgeht, also wie man sie sinnvoll zusammenstellen und aufbewahren kann", so Peter Ruf, Leiter des Stadtmuseums im Rathaus. "Und das Jubiläumsjahr eignet sich natürlich gut, das Thema ‚sammeln’ mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen während des Jahres zu begleiten", ergänzt seine Kollegin Stefanie Werner, die das Projekt koordiniert. Beteiligen werden sich neben dem Stadtmuseum auch die anderen Museen in der Stadt wie das Wilhelm-Hack-Museum und die Heimatmuseen in den Stadtteilen, das Ernst-Bloch-Zentrum, die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv. Es soll Ausstellungen und Vorträge geben und ein Symposium wird sich wissenschaftlich mit dem Thema Sammeln befassen. Ruf und Werner können sich auch vorstellen, dass sich zum Beispiel mehrere Sammler zusammenfinden, die ihre Sammlungen in privatem Rahmen vorstellen. Auch Präsentationen im eigenen Haus oder im Stadtteil könnte es geben.
"Das wichtigste wird aber sein, möglichst viele Menschen zu finden, die bereit sind, uns Einblicke in ihre Sammlungen zu geben, uns erlauben, die Sammlungen mit Bild- oder Filmaufnahmen zu dokumentieren. So wollen wir ein buntes Kaleidoskop der Stadt unter einem außergewöhnlichen Blickwinkel zusammenstellen", so Stefanie Werner. Erstellen sollen diese Dokumentation Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 20 Jahren. "Dreh- und Angelpunkt für die Dokumentationsgruppe wird das Stadtmuseum sein. Mit interessierten Kindern und Jugendlichen wollen wir bereits ab Herbst arbeiten. Zunächst werden wir gemeinsam zusammentragen, wie wir dokumentieren werden, welche Methoden es eigentlich gibt, uns also auch mit theoretischen Ansätzen befassen, bevor wir dann im kommenden Jahr mit der praktischen Arbeit beginnen", schildert Stefanie Werner, die in "Ludwigshafen sammelt" auch eine gute Möglichkeit sieht, Kinder und Jugendliche ganz unterschiedlicher Herkunft an die Arbeit des Stadtmuseums heranzuführen und sie für ihre Heimatstadt zu interessieren.
Im Jahr 2009 sollen dann möglichst viele unterschiedliche Sammlungen in Augenschein genommen, ihre Entstehung beschrieben und für die Nachwelt festgehalten werden. Dokumentationstafeln und eine Broschüre sollen entstehen, außerdem werden die Informationen im Jugendportal der Stadt www.lu4u.de sowie auf der Homepage www.ludwigshafen.de dargestellt werden. "Vorstellbar ist auch, dass die Doku-Gruppe Beiträge für Schülerzeitungen zu den Sammlungen schreibt oder dass sich Jugendliche mit ähnlichen Interessen in den Stadtteilen zusammenfinden. Wir wollen Kinder und Jugendliche für das gemeinsame Arbeiten begeistern, ihnen zeigen, dass es sich lohnt, mitzumachen", so Peter Ruf.
Ruf und Werner werden in den nächsten Wochen auch mit den Ludwigshafener Schulen Kontakt aufnehmen. "Sammeln ist ein unheimlich spannendes Thema, das man unter vielen Aspekten beleuchten kann. Deswegen könnte ich mir gut vorstellen, dass man das Thema auch sehr gut in den Schulunterricht einbauen kann", würde sich Peter Ruf über Interesse bei den Schulen freuen.