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Als riesige Open-Air-Bühne präsentiert sich wieder die Ludwigshafener Innenstadt. 19 hochkarätige Gruppen aus elf Ländern setzen beim Internationalen Straßentheaterfestival am Freitag, 25., und Samstag, 26. Juli, mit spektakulären Inszenierungen und außergewöhnlichen Shows auf dem Rathausplatz, der Bismarckstraße, dem Bürgerhof und auf dem Europaplatz wieder Akzente. Das große Kulturspektakel, das am Donnerstag, 24. Juli, 20 Uhr, offiziell von Kulturdezernentin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg auf dem Ludwigsplatz eröffnet wird, zählt seit Jahren zu den absoluten Höhepunkten des Kultursommers und zieht Besucherinnen und Besucher von nah und fern jedes Mal in den Bann.

Den Charme der 70er Jahre lässt "The Four shops" wieder auferstehen. Mit Afro-Frisur und riesigen Sonnenbrillen groovt die Band. Die vier Musiker tauschen Ukulele und Geige im fliegenden Wechsel. "G.R.A.A.L.L.", drei zottelige Exemplare der fast vergessenen Spezies YUOC und ein begleitender Hirte bringen "Les Envoyés du Yuoclund", die sagenumwobene Yuoclund-Hochebene näher, die fernab im Grenzgebiet zwischen China und der Mongolei liegt. "Osadia" steht für ein kreatives und innovatives Konzept von "Haar-Kunst". Die Figaros aus Barcelona setzen auf die aktive Teilnahme des Publikums. Freiwillige nehmen auf der Bühne Platz und vertrauen sich den geschickten Händen der Künstler an. Das Resultat sind gewagte und originelle Haar-Skulpturen. Ein umgebauter PKW-Anhänger mit integriertem Trapezgerüst dient Ingrid Swaelens und Régis Leroy als Kulisse für einen außergewöhnlichen "Pas de Deux". Die kleinen Konflikte und spielerischen Neckereien zwischen Mann und Frau trägt die "Compagnie du Mirador" größtenteils in schwindelerregender Höhe aus. "Opération Escargot" nennt das "Duo Popol" seine Inszenierung. Schneckenalarm ist angesagt: Hagoum, einer der letzten Schneckentrainer dieser Galaxie, muss die vom Aussterben bedrohte Art der Riesenschnecken retten. Zusammen mit seinem Liebling Maurice begibt er sich auf eine lange Reise... Der Schweizer Reinhard Bichsel stellt herausragende Musiker und Artisten aus Afrika vor. In der Produktion "Bani Obashwè - Come on let's play" treffen drei Künstlergruppen aus Ghana und Burkina Faso zusammen, die in dieser Form zum ersten Mal ihre sensationellen Bühnenshows präsentieren: Die "Body Show Boyz" aus Accra, die ihre Zuschauer mit gewagten akrobatischen Kunststücken unterhalten, die "Stephen Sisters" aus Dixcove, die an riesig hohen Bambusstangen waghalsige Akrobatik in luftiger Höhe vorführen und der junge Rapper Madson aus Ouagadougou.

"Close-Act" gehört mit seinen äußerst originellen Phantasiefiguren inzwischen zu den gefragtesten Walkact-Gruppen in Europa. Realität und Phantasie verschmelzen auf wunderbarste Weise miteinander. Klaus Renzel packt sein "Ruckrenzel" randvoll mit Requisiten, Instrumenten, Saugnäpfen und Geschichten. In feinster pantomimischer Manier versetzt er das Publikum in die komischsten Situationen. Mit ihrer Interpretation des berühmten Kinderbuches "Alice in Wonderland" von Lewis Carroll wagt das niederländische Theater "Gajes" Großes. Denn jeder, der einmal mit Alice die Reise ins Wunderland unternahm oder hinter die Spiegel schaute, hat seine Bilder und Assoziationen im Kopf, die ihn nicht mehr loslassen. Die bunte Truppe – Gajes heißt übersetzt Gesinde – besteht aus Schauspielern, Opernsängern, Tänzern, Musikern, Kostümdesignern, Objektbauern und Bildhauern. Die Marionetten "The Fifth Wheel" aus St. Petersburg decken von der jonglierenden Zirkusartistin auf der Laufkugel bis zu kämpfenden Sumo-Ringern alles ab. Der Australier David Cassel hat im vergangenen Jahr mit Schauspielern aus Belgien und Polen sein Länder übergreifendes Projekt "The Agency" entwickelt: Eine visuelle Performance, für die er – nicht nur was Kleidung und Accessoires betrifft – Anleihen aus der glamourösen Welt des internationalen Topmanagements macht. Die Isle of Man ist eine kleine Insel in der Irischen See. Von hier aus machen sich zwei außergewöhnliche Urlaubsreisende, das „Duo Kanal“, auf den Weg, den Rest der Welt zu erkunden und für ihre Heimat zu begeistern. Als wunderbar feinsinniger Komiker und Pantomime bezaubert Gregor Wollny inzwischen europaweit sein Publikum. Auf liebenswürdig verrückte Art verwandelt er Zollstöcke in Tiere und alltägliche Gebrauchsgegenstände in poetische Bühnenaccessoires. "Was wollen denn die hier?" – Blicken und Gemurmel dieser Art sieht sich das "GlasBlasSing Quintett" oft ausgesetzt, wenn es mit seinem Instrumentarium die Bühne betritt: Die fünf Musiker haben nichts als Flaschen in der Hand. Von den Beatles bis Bach reicht die Bandbreite der Berliner Musiker. "Echt" und gut gespielt ist der kleine Elefant. Zusammen mit einem betagten Zirkusdirektor begibt sich der halbstarke Dickhäuter in "PasParTouT" auf Entdeckungstour durch die Stadt: ein skurril verspielter Walkact.

Mit einer bezaubernden Mischung aus Clownerie, Akrobatik, Jonglage und Magie hat sich das badische Duo "EXTRA ART" einen Namen gemacht. Bernd Schwarte und Fabian Flender zeigen, dass Kraft und Dynamik nicht genügen, um der Schwerkraft ein Schnippchen zu schlagen. Die vielfach preisgekrönte Schweizer Tanzartistin Monique Schnyder ist eine Künstlerin des feinen Humors, eine poetische Clownin. Ohne Worte, doch mit einer Sprache der Gesten, des Tanzes, der Akrobatik und Mimik erzählt sie, was Mamalou – die biedere, etwas hilflose graue Maus – mit Handtaschen und Stricknadeln macht, nämlich Kabinettstücke clownesker Verwandlungen. Hinter "La Rhino" verbirgt sich ein Brass-Ensemble aus Frankreich, zwei Posaunen, zwei Trompeten, zwei Tubas und ein Schlagzeug, dazu sieben Köpfe und vierzehn Füße. Ihre musikalischen Inszenierungen - traditionelle Stücke aus Osteuropa und der Mittelmeerregion - beziehen nicht nur die Gegebenheiten vor Ort, sondern auch das Publikum mit ein. Er ist Komiker und Komödiant. Und er legt großen Wert auf seinen vollständigen Namen: Dottor' Antonio Superbuffo Caradonna. In seiner "Turboshow" zeigt er die schrägsten Stunts der nördlichen Hemisphäre, kombiniert ausgefallene Akrobatik mit visueller Comedy.
Spannendes und Unterhaltsames hat auch noch der bis zum 3. August dauernde Kultursommer zu bieten. So liest zum Beispiel Walter Landin am Freitag, 4. Juli, 19.30 Uhr, aus seinem Buch "Mord im Quadrat" in der Stadtbibliothek. "Kicks’n Sticks" präsentiert sich am Freitag, 4. Juli, 20 Uhr, mit dem englischen Altsaxophon-Virtuosen Peter King, auf dem Lutherplatz am Turm 33. Ein Ehepaar mit einer besonders langen Künstlerkarriere, Eugen und die Designerin Hilde Roth, gewähren beim "Offenen Atelier" am Samstag, 5. Juli, 10 bis 20 Uhr, Ligustergang 9, einen interessanten Einblick in jahrzehntelanges Schaffen. Seit den 90er Jahren erstellt der unentwegt kreative und Technik begeisterte Eugen Roth, inzwischen 82-jährig, fantasievolle digitale Bilder am Computer. "Visions for Nature" nennen Künstler aus drei Sparten eine Ausstellung in der Melanchthonkirche, Maxstraße, von Sonntag, 6. Juli, bis Sonntag, 3. August. Ein musikalisches Highlight ist auch wieder das Festival "Jazz am Rhein" von Freitag, 1., bis Sonntag, 3. August, auf der Parkinsel. Mit gehobener Unterhaltungsmusik wirbt das Open-Air-Konzert, dargeboten von den Maudacher Musikanten und der Sängerin Antonietta Jan (Sopran) am Sonntag, 3. August, 16 Uhr, auf der Parkinsel. Die Programme des Kultursommers liegen an vielen Stellen aus. tim/sah
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