Intendant Hansgünther Heyme hat seine Veranstaltungsreihe, die mit einem Antiken-Zyklus beginnt, unter das Motto gestellt: "Familienstand: Nun haben wir zu beginnen. In unsere Hände ist das Leben gegeben." (aus Ernst Bloch, Geist der Utopie I). In seiner Inszenierung des Ödipus, die am 24. Oktober um 19.30 Uhr Premiere hat, greifen der Regisseur und seine Ausstatterin, die Medien-Künstlerin Danica Dakic, das Thema des Fremdseins, der Heimatlosigkeit auf: Erstmals spielen in Anlehnung an die antike Aufführungspraxis drei Künstlerinnen sämtliche Rollen. Weitere Aufführungen: 25. und 26. Oktober sowie am 26., 27. und 28. November, jeweils 19.30 Uhr.
Eine zentrale Rolle in der antiken Dramatik spielt auch "Die Ilias des Homer", ein Werk, mit dem sich Hansgünther Heyme lebenslang beschäftigt hat. Er präsentiert dieses prototypische Epos sowohl selbst in einer szenischen Lesung am Mittwoch, 29. Oktober, 19.30 Uhr, als auch in einer Verfilmung seiner großen Inszenierung am Düsseldorfer Schauspielhaus aus dem Jahr 1989, die am Dienstag, 11. November, zu erleben ist. Eine moderne Adaption des Stoffes unter dem Titel "Achill in modern wars" präsentiert der Regisseur Frank Raddatz am Freitag, 31. Oktober, um 19.30 Uhr.
Mit einer kleinen Sensation schließt Heyme das Kapitel "Antike" für diese Festspiele: Es ist ihm gelungen, die neueste Filmproduktion von Brigitte Maria Mayer, der Witwe Heiner Müllers, zu einer Voraufführung der Premiere an der Akademie der Künste Berlin, am Sonntag, 16. November, um 19.30 Uhr nach Ludwigshafen zu holen. Der Film mit dem Titel "Anatomie Titus" behandelt Shakespeares Tragödie "Titus Andronicus" in der Übersetzung Heiner Müllers und projiziert sie auf einen modernen globalen Hintergrund. Zum Abschluss wird Mayers Video-Installation "Der Tod ist ein Irrtum" gezeigt.
Das Schauspiel setzt den Akzent auf Aufführungen zeitgenössischer Autoren von großen Theatern. So gastieren zum Beispiel das Deutsche Theater, das Maxim Gorki Theater und die Schaubühne aus Berlin mit hochgelobten Inszenierungen junger Autoren. Das Thalia Theater Hamburg zeigt das Drama "Hikikomori", in dem es um junge Menschen geht, die ein virtuelles Leben vor dem Bildschirm führen.