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neueLu Juli/August 2008

Zum Auftakt Heymes "Ödipus"

IV. Festspiele in Ludwigshafen vom 24. Oktober bis 20. Dezember 2008

Mit dem Drama "König Ödipus" von Sophokles, einer ungewöhnlichen Eigeninszenierung von Hansgünther Heyme, starten die IV. Festspiele des Theaters im Pfalzbau in Ludwigshafen. Vom 24. Oktober bis zum 20. Dezember sind im Corso Film Theater 25 Produktionen mit 45 Vorstellungen aus den Bereichen Tanz, Schauspiel, Antike und Figurentheater zu sehen. Auch Israel ist ein wichtiges Thema.

Intendant Hansgünther Heyme hat seine Veranstaltungsreihe, die mit einem Antiken-Zyklus beginnt, unter das Motto gestellt: "Familienstand: Nun haben wir zu beginnen. In unsere Hände ist das Leben gegeben." (aus Ernst Bloch, Geist der Utopie I). In seiner Inszenierung des Ödipus, die am 24. Oktober um 19.30 Uhr Premiere hat, greifen der Regisseur und seine Ausstatterin, die Medien-Künstlerin Danica Dakic, das Thema des Fremdseins, der Heimatlosigkeit auf: Erstmals spielen in Anlehnung an die antike Aufführungspraxis drei Künstlerinnen sämtliche Rollen. Weitere Aufführungen: 25. und 26. Oktober sowie am 26., 27. und 28. November, jeweils 19.30 Uhr.
Eine zentrale Rolle in der antiken Dramatik spielt auch "Die Ilias des Homer", ein Werk, mit dem sich Hansgünther Heyme lebenslang beschäftigt hat. Er präsentiert dieses prototypische Epos sowohl selbst in einer szenischen Lesung am Mittwoch, 29. Oktober, 19.30 Uhr, als auch in einer Verfilmung seiner großen Inszenierung am Düsseldorfer Schauspielhaus aus dem Jahr 1989, die am Dienstag, 11. November, zu erleben ist. Eine moderne Adaption des Stoffes unter dem Titel "Achill in modern wars" präsentiert der Regisseur Frank Raddatz am Freitag, 31. Oktober, um 19.30 Uhr.
Mit einer kleinen Sensation schließt Heyme das Kapitel "Antike" für diese Festspiele: Es ist ihm gelungen, die neueste Filmproduktion von Brigitte Maria Mayer, der Witwe Heiner Müllers, zu einer Voraufführung der Premiere an der Akademie der Künste Berlin, am Sonntag, 16. November, um 19.30 Uhr nach Ludwigshafen zu holen. Der Film mit dem Titel "Anatomie Titus" behandelt Shakespeares Tragödie "Titus Andronicus" in der Übersetzung Heiner Müllers und projiziert sie auf einen modernen globalen Hintergrund. Zum Abschluss wird Mayers Video-Installation "Der Tod ist ein Irrtum" gezeigt.
Das Schauspiel setzt den Akzent auf Aufführungen zeitgenössischer Autoren von großen Theatern. So gastieren zum Beispiel das Deutsche Theater, das Maxim Gorki Theater und die Schaubühne aus Berlin mit hochgelobten Inszenierungen junger Autoren. Das Thalia Theater Hamburg zeigt das Drama "Hikikomori", in dem es um junge Menschen geht, die ein virtuelles Leben vor dem Bildschirm führen.

Auch im Tanztheater wird das Motto der Spielzeit rund um die Familie aufgenommen. Im Rahmen des Förderprogramms "Choreographen der Zukunft" ermöglicht die namhafte Choreographin Sasha Waltz jungen Ensembletänzern die Umsetzung eigener Choreographien. Eine Hommage an Maurice Béjart präsentiert das Rudra Ballett aus Lausanne mit "Rudra, une école de la vie" am 3. und 4. Dezember. Den Abschluss der IV. Festspiele bildet das Ballett "pitié!" am 18. und 19. Dezember von Alain Platel und Fabrizio Cassol, das auf Bachs "Matthäus Passion" basiert.
Das Figurentheater bildet  einen weiteren Schwerpunkt.  Mit dem großen Pantomimen Milan Sládek ist ein Meister seines Faches zu Gast.
Der Zirkus "La Lanterne Magique" bietet am Sonntag, 7. Dezember, um 15 und um 18 Uhr Unterhaltung für die ganze Familie. Das Kinder-Spiel-Theater des Theaters im Pfalzbau bringt mit Éva Adorjáns "Zwei Elche im Schnee", Premiere ist am 11. Dezember, eine neue Vorstellung von Kindern für Kinder heraus. Ergänzt wird diese Produktion durch zwei Kinder-Konzerte des bekannten Kinderliedermachers Fredrik Vahle am 12. und 14. Dezember. Zwei "Diskurse im Corso" mit dem Intendanten runden den Themenschwerpunkt Familie ab.

Information

Die Abonnementreihen des Theaters im Pfalzbau ruhen für die laufende Spielzeit. Es gibt allerdings zwei besondere Angebote: Die Festspielkarte ermöglicht zum Preis von 64 Euro (erm. 34 Euro) den Besuch von vier Vorstellungen nach Wahl.  Die Auswahl muss allerdings frühzeitig erfolgen. Das Tanzpaket ermöglicht den Besuch der drei großen Ballett-Abende, die in der Friedrich-Ebert-Halle gezeigt werden. Für Nicht-Abonnenten liegt der Preis zwischen 45 und 90 Euro, für Abonnenten zwischen 30 und 75 Euro. Weitere Termine und Informationen im Internet unter www.theater-im-pfalzbau.de.

 

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