Bereits sehr früh nach der Stadtgründung maßen die damaligen Stadtväter der Schulausbildung große Bedeutung bei. Das älteste Schulgebäude entstand 1873 an der Ecke Schul-/Maxstraße. Von 1879 bis 1914 boomte der Schulbau in der Stadt. Noch heute bestehen auf dem damaligen Stadtgebiet die Luitpoldschule (1883), die Goetheschule (erbaut 1896 bis 1900), die Wittelsbach- und die Schillerschule (beide 1903) und die Gräfenauschule (1904). Die Neubauten wurden teilweise nach modernsten Gesichtspunkten errichtet, beispielsweise wurde die deutschlandweit erste Schule im Pavillonstil damals in Ludwigshafen gebaut. Nicht nur in die Schulgebäude wurde investiert. Ein Viertel der Ausgaben des städtischen Haushaltes entfiel in der Zeit nach 1900 auf den Schulbereich. Pro Kopf der Bevölkerung wurde 1910 dafür rund 13 Mark ausgegeben, gegenüber dem Jahr 1871 hatte sich der Betrag nahezu versechzehnfacht. Jungen besuchten in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg die so genannte Volksschule acht Jahre lang, Mädchen sieben Jahre.
Volksschule war zunächst auch die nach dem bayerischen Kronprinzen Rupprecht benannte Schule zwischen Nietzsche-, Platen- und Leuschnerstraße. Im Zweiten Weltkrieg war die Schule ein Militärkrankenhaus. Nach 1945 beherbergte das Schulgebäude im Lauf der Jahre auch die Pestalozzihauptschule und die Kopernikus-Realschule. Nach dem Umzug der Realschule in die Leuschnerstraße hat seit 1989 nun die Grundschule in der Rupprechtschule ihre Heimat gefunden.
265 Mädchen und Jungen werden dort in zwölf Klassen von 15 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. "Wir haben eine gute Schulgemeinschaft aus Schülerinnen und Schülern, Eltern und Kollegium. Besonders freut es mich, dass sich für das Jubiläum so viele Ehemalige engagieren, seien es Schülerinnen und Schüler oder Lehrkräfte, alle machen mit und wollen dazu beitragen", freute sich Rektorin Petra Kistner im Gespräch mit der neuen Lu. Seit einem Jahr bereitete sie mit den Helferinnen und Helfern den Festabend und das Schulfest vor, die Ende Juni über die Bühne gingen. "Wir blicken in diesem Jahr natürlich auch auf die wechselvolle Geschichte unseres Schulhauses, das unter Kriegszerstörungen und Schäden durch die Explosionskatastrophe von 1948 gelitten hat. Wir wollen aber auch die Philosophie unserer Schule deutlich machen: Hier sollen sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte wohl fühlen und gute Arbeitsbedingungen finden. Nur wer gern zur Schule geht, ist motiviert fürs Lernen", so Petra Kistner. Stolz ist die Schule auf ihren wohl bekanntesten "Ehemaligen": Der Ludwigshafener Ehrenbürger und frühere Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl drückte hier die Schulbank.
Besonders dankbar ist Petra Kistner für die Unterstützung durch den Förderverein der Rupprechtschule, der bereits seit 1977 existiert und ohne dessen finanzielles Engagement das Jubiläum nicht gefeiert werden könnte. Auch die gute Nachbarschaft zur Kopernikus-Realschule hebt die Rektorin hervor. Bei der Jubiläumsfeier halfen Schülerinnen und Schüler der Realschule tatkräftig mit. "Dass unsere lebendige Schulgemeinschaft auch in den kommenden Jahren trägt und hilft, Kindern den Start zu erleichtern, das würde ich mir wünschen. Dazu setzen wir sehr auf die Zusammenarbeit mit den Eltern", erklärte Petra Kistner. Da zur Rupprechtschule auch ein Schulkindergarten gehört, den Kinder besuchen, die für ein Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt sind, weiß sie von vielen Gesprächen zu berichten, in denen Schule und Eltern gemeinsam darum ringen, was das Beste für die Mädchen und Jungen ist. "Die Verantwortung für die Zukunft ihrer Kinder können wir den Eltern nicht abnehmen, aber wir wollen als Partner in der Erziehung unterstützen und beraten, das verstehen wir alle als unseren Auftrag", so die Rektorin.
Die Rupprechtschule ist eine von 23 staatlichen Grundschulen im Stadtgebiet. Ihr Schulbezirk umfasst das Gebiet zwischen Sternstraße, Erzbergerstraße, Bremser- und Brunckstraße. mü