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neueLu Juli/August 2009

Kultur der zivilen Kreativität

Ernst-Bloch-Preis 2009 geht an Seyla Benhabib - Festakt am 25. September

Mit dem Ernst-Bloch-Preis wird in diesem Jahr Seyla Benhabib ausgezeichnet, der Ernst-Bloch-Förderpreis geht an Ralf Becker. Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse überreicht die Preise in einem Festakt am 25. September, 17 Uhr.

Seyla Benhabib

Die Auswahl der Preisträger 2009 erfolgte nach dem einstimmigen Votum der Juroren Dr. Klaus Kufeld (Leiter Ernst-Bloch-Zentrum), Dr. Susanne Mayer (Redaktion DIE ZEIT) und Dr. Francesca Vidal (Universität Landau). Die Begründung der Jury lautete: Seyla Benhabibs Denken entzündet sich an den Widersprüchen einer globalisierten Welt. Sie fragt nach dem Verhältnis von Bürgerrechten und Menschenrechten und öffnet den Blick für die Notwendigkeit einer diskursiven Ethik. Sie entwirft eine Kultur der zivilen Kreativität, die an die Blochsche Utopie eines Multiversums erinnert.
Seyla Benhabib wurde 1950 in Istanbul geboren. Nach dem Studium an Brandeis und Yale University hatte sie Professuren an mehreren Universitäten der USA, unter anderem in Harvard, und lehrt jetzt in Yale. Sie ist Autorin zahlreicher Werke zur Diskursethik, zu Hannah Arendt sowie vor allem zu Problemen von Identität, Differenz und Anerken-nung im Kontext der globalisierten Welt und beschäftigt sich mit den aktuellen Fragen um die Bedingungen für ein Weltbürgertum in Solidarität.
Neuere Publikationen: "Selbst im Kontext. Kommunikative Ethik im Spannungsfeld von Feminismus, Kommunitarismus und Postmoderne", Frankfurt am Main, Suhrkamp, 2002; "Die Rechte der Anderen. Ausländer, Migranten, Bürger", Frankfurt am Main, Suhrkamp, 2008; "Kosmopolitismus und Demokratie. Eine Debatte", Frankfurt am Main, New York Campus, 2008; "Transnationale Verrechtlichung. Nationale Demokratien im Kontext globaler Politik", Frankfurt am Main, New York Campus, 2008.
Den Förderpreis erhält Dr. Ralf Becker, so die Jury: "Die Studien des Philosophen Ralf Becker im existenzphilosophischen Spektrum zwischen Husserl, Heidegger und Bloch sowie seine philologischen Arbeiten wie die Edition der Feuilletons in der Frankfurter Zeitung sind bedeutende Schritte für die Kontinuität des wissenschaftlichen Diskurses um Ernst Bloch".
Dr. Becker, geboren 1975 in Lahnstein/Rhein, schloss sein Studium der Philosophie an der Universität Trier 2002 mit der Promotion ab. Danach habilitierte er sich an der Universität Kiel bei Professor Manfred Sommer.
Publikationen: "Sinn und Zeitlichkeit. Vergleichende Studien zum Problem der Konstitution von Sinn durch die Zeit bei Husserl, Heidegger und Bloch", Würzburg: Königshausen & Neumann, 2003 (zugl. Diss. Trier 2002, Hrsg.: "Ernst Bloch: Der unbemerkte Augenblick. Feuilletons für die Frankfurter Zeitung 1916-1934", Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2007.)
Die Stadt Ludwigshafen am Rhein vergibt im dreijährigen Turnus den Ernst-Bloch-Preis, der zum 100. Geburtstag des weltberühmten Philosophen im Jahre 1985 gestiftet wurde.  Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, der Förderpreis mit 2.500 Euro.

Martin Mosebach liest

In der Reihe "Autoren bei Bloch" liest im Ernst-Bloch-Zentrum am Mittwoch, 1. Juli, 19 Uhr, Martin Mosebach aus seinem ersten Roman "Das Bett" aus dem Jahr 1983.
Martin Mosebach ist in einer ganzen Reihe von Gattungen und Formen zu Hause: Roman, Erzählung, Film-Drehbuch, Theaterstück, Hörspiel, Opernlibretto, Reportage und Essay. 2007 erhielt der Autor den Georg-Büchner-Preis. Renatus Deckert führt als Moderator durch die Lesung. Eintritt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro.
Informationen gibt es im Internet unter www.Ernst-Bloch-Zentrum.de.

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