Im Jubiläumsjahr der Scharpf-Galerie liegt damit der Akzent der Ausstellung des Stifters nicht auf dem Rückblick, sondern auf den spannenden Entwicklungen der vergangenen Jahre, die von der ungebrochenen Aktivität des mittlerweile 88-jährigen Künstlers Zeugnis ablegen.
Die dabei entstandenen Werke stehen nicht im Gegensatz zur streng linear und schwarz-weiß geübten Graphik, sondern nehmen in teils offensichtlicher, teils subtiler Weise auf die graphischen Entwicklungen Bezug. Sie spiegeln den intensiven Versuch des Künstlers, die Möglichkeiten der Malerei als weitere Dimension des Ausdrucks auszuloten. Dabei entspinnt sich ein intensiver Dialog zwischen Farbwirkungen und graphischem Gerüst, zwischen Atmosphärischem und Statischem. 1977 übereignete der Künstler Rudolf Scharpf sein Elternhaus im traditionsreichen Hemshofviertel seiner Heimatstadt Ludwigshafen. Der Künstler überließ ihr auch einige hundert Arbeiten aus den früheren Jahren.
Nach einer Modernisierung des viergeschossigen Hauses eröffnete die Stadt darin eine Galerie mit Werken Scharpfs und zeitgenössischer Kunst, die auch jungen Künstlern nach dem Wunsch von Rudolf Scharpf eine Plattform bieten soll. Susanne Ecker