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neueLu März/April 2007

Von den "Bühnen der Welt"

Wettbewerb "no ballet" und "Streetdance & HipHop Contest" im Theater

Um "Tanz pur" dreht sich alles im Theater im Pfalzbau vom 8. bis 10. März 2007. Zum zweiten Mal wird der Internationale Choreographie-Wettbewerb "no ballet" ausgetragen. Um darzustellen, was junge Leute beim "Streetdance & HipHop" so drauf haben, findet außerdem am Samstag, 14 Uhr, der erste "+phat_skillz //dance" statt - dies ebenfalls unter der künstlerischen Leitung von Juliane Rößler.

Für beide Wettbewerbe, "no ballet" und den "1. Streetdance & HipHop Contest Ludwigshafen 2007", liegen bereits zahlreiche Bewerbungen vor. Sie kommen unter anderem aus Taiwan, Japan, Indonesien, Russland, Lettland, Estland, Norwegen, England, Frankreich, USA, Portugal, Italien, Israel, Ungarn und Brasilien. "Wir bieten damit wieder ein großes Festival an, das bereits im vergangenen Jahr mit über 300 Bewerbungen aus 35 Nationen sowohl national als auch international Beachtung fand." Dass auch die nachwachsende Generation ihr kreatives Potential vor Publikum entfalten kann, bewertet Kulturdezernentin Prof. Cornelia Reifenberg, die als Beigeordnete ebenso für die Jugend verantwortlich ist, gleichfalls "als sehr positiv".
Dem Publikum werden im Theatersaal an drei Tagen Choreographien sowohl von "Tänzern von den Bühnen der Welt" als auch von "Tänzern von den Straßen der Welt" geboten. Beide Wettbewerbe moderiert der international renommierte Tanzproduzent und Dramaturg Dirk Elwert, auch bekannt als Jurymitglied der SAT1-Fernsehshow "You can dance". "Wir setzen in Ludwigshafen auf Innovation, jenseits des überstrapazierten Formenkanons des Tausendmalgesehenhabens. Ein großes Ziel des Wettbewerbs ist es, Choreographen zu fördern, die sich auf die Wirklichkeit einlassen. Es geht nicht - und das sei bewusst noch einmal gesagt - um die Reproduktion altbewährter Ballett-Stoffe und Tanztechniken, sondern um das Schaffen einer zeitgenössischen und vor allem unverwechselbaren eigenen Tanz- und Bewegungssprache, ohne den Beistand aufwändiger Bühnenbilder, Requisiten, Kostüme und Lichteffekte", stellt Juliane Rößler unmissverständlich klar.
Wer das Rennen macht, entscheidet auch in diesem Jahr eine hochkarätige Jury mit Experten aus den verschiedenen künstlerischen Bereichen. Die Favoriten unter die kritische Lupe nehmen Marguerite Donlon (Choreographin), Hansgünther Heyme (Intendant, Regisseur), Pit Holzwarth (Regisseur), Klaus Obermaier (Komponist, Medienkünstler), Graziela Padilla (Choreographin, Tanzpädagogin), Hartmut Regitz (Tanzkritiker), Juliane Rößler (Choreographin), Friedrich Schirmer (Intendant) und Darrel Toulon (Choreograph).
Dieses Experten-Team ist auch dafür verantwortlich, wer in Ludwigshafen die Chance erhält, sein Können unter Beweis zu stellen. 18 Choreographen werden eingeladen, die mit "eigenwilligen, herausfordernden und gegen den Strich gebürsteten Werken das Publikum überraschen sollen." Das Halbfinale wird am Donnerstag, 8. März, und Freitag, 9. März, jeweils um 19.30 Uhr, in zwei Gruppen ausgetragen. Im Finale am 10. März treten die besten Choreographien, ebenfalls um 19.30 Uhr, in den Wettstreit. Danach werden die Sieger gekürt. Zum Abschluss, etwa gegen 21.30 Uhr, gibt es eine Party mit Buffet und Tanz für das Publikum und die Künstler.
Die glücklichen Gewinner des ersten Prei-ses erhalten beim Wettbewerb "no ballet" 7.500 Euro. Der zweite Preis ist mit 5.000 Euro, der dritte Preis mit 2.500 Euro dotiert. Wer das Publikum mit seiner tänzerischen Darbietung überzeugt, der bekommt als Belohnung 1.000 Euro. Dieser Preis ist ein Geschenk der Gesellschaft der Freunde des Theaters im Pfalzbau. Aus etwa 14 Gruppen suchen beim HipHop-Wettbewerb "+phat_skillz// dance" in der Jury neben Juliane Rößler zwei berühmte Stars aus der Szene die Besten heraus. Der Tänzer und Choreograph Runique war unter anderem 1999 Deutscher Meister in den Kategorien Breakdance und HipHop. Tänzer und Choreograph Sonny Tee, ebenfalls Deutscher Meister im Breakdance und HipHop (1997), war auch Sieger beim internationalen HipHop-Wettbewerb Splash 2001. Beim Contest in Ludwigshafen wird der Schwerpunkt nicht nur auf der Choreographie liegen, berücksichtigt werden auch "die tänzerische Qualität, Bewegungstechnik, Dynamik und Homogenität". Der erste Preis ist mit 3.000, der zweite Preis mit 2.000 und der dritte Preis mit 1.000 Euro dotiert. Auch das Publikum entscheidet wieder mit. Ein Auftritt, der allgemein Gefallen findet, wird mit 500 Euro honoriert. Für den Besuch des 2. Internationalen Choreographie Wettbewerbs beträgt der Eintritt pro Abend jeweils 15 Euro, am letzten Abend 20 Euro. Das "no ballet Paket" im Wert von 40 Euro gilt für alle drei Veranstaltungstage. Der Eintritt für den 1. Streetdance & HipHop Contest Ludwigshafen kostet 8 Euro.

Weitere Highlights

Neben diesen Choreografie-Wettbewerben bietet das Theater im Pfalzbau im laufenden Programm noch weitere Highlights. Dazu zählt unter anderem die Aufführung des Stücks "Das letzte Band" von Samuel Beckett am Mittwoch, 14., Donnerstag, 15., und Freitag, 16. März, jeweils um 19.30 Uhr, inszeniert von Klaus Metzger.
In dieser Koproduktion der Ruhrfestspiele Recklinghausen und des Theaters im Pfalzbau geht es um die Rekapitulation eines alten Mannes am Ende seines Lebens. Der 52jährige Krapp, der nach seiner Identität suchend mit dem Leben längst abgeschlossen hat, lauscht den Tonbändern mit Gedanken und Ereignissen aus den letzten dreißig Jahren seines Lebens. Er spult vor und zurück und kommentiert diese Aufzeichnungen immer wieder von neuem. Vergangene Entschlüsse werden für kurze Zeit in die Gegenwart geholt, Beziehungen und Fehlentscheidungen, über die Krapp nun verächtlich lacht. Aber auch glückliche Momente blitzen auf. Viele große alte Schauspieler haben seitdem diesen Text lebendig werden lassen. Im Theater im Pfalzbau übernimmt diese Rolle Otto Sanders.
Spontan, ungeschminkt und aufrüttelnd spielt das Ensemble mit Désirée Nosbusch als Katharina das Lustspiel von William Shakespeare "Der Widerspenstigen Zähmung" am Montag, 26., 19.30 Uhr, Dienstag, 27., 19.30 Uhr, und Mittwoch, 28. März, 14.30 Uhr. Inszeniert wurde die Koproduktion der Ruhrfestspiele Recklinghausen, des Théâtre National du Luxembourg, Théâtre du Esch und Theater im Pfalzbau Ludwigshafen von Frank Hoffmann. Doch auch bei Shakespeare bleibt die Frage offen, ob Katharinas Zähmung am Ende nur Tarnung ist, um im geeigneten Moment die Verhältnisse umzukehren.   tim

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