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neueLu März/April 2007

"Wasserlaufen" ist ein Renner

Aqua-Jogging-Kurse erfreuen sich seit zehn Jahren einer großen Beliebtheit

Seit November 1996 werden im Hallenbad Süd vom Bereich Sport der Stadtverwaltung Aqua-Jogging-Kurse angeboten. Was zu Beginn eher noch als ein Versuch gedacht war, entpuppte sich als Volltreffer! Die Kurse erfreuen sich einer großen Beliebtheit, so dass in den vergangenen zehn Jahren ihre Anzahl zugenommen hat.

"Die Aqua-Jogging-Kurse sind eine echte Erfolgsstory und ergänzen damit das Angebot an Breitensport in Ludwigshafen, denn Breitensport mit dem Ziel der Gesundheitsförderung und -erhaltung ist Aqua-Jogging in ganz besonderem Maße", kommentiert Sportdezernent Wolfgang van Vliet den Erfolg der Kurse.
Zugegeben: Auf den unbedarften Beobachter mag es zunächst etwas seltsam anmuten. Durch das Hallenbad Süd schwingen die Klänge von Pop-Musik, ein Mann am Beckenrand vollführt allerlei Bewegungen und aus dem Wasser ragen Köpfe, aus deren Gesichtern zwar Interesse ablesbar ist, die Gesamtszenerie aber eben doch etwas inaktiv wirkt. Erklärlich wird es, wenn der Zuschauer weiß, dass sich die eigentlichen Bewegungen unter dem Wasser abspielen - Aqua-Jogging eben.
"Als wir mit den Kursen anfingen, war Aqua-Jogging nur Insidern bekannt. Leistungssportler machten dies nach Verletzungen als Reha-Maßnahme. Aber als Breitensport war diese Sportart in der Öffentlichkeit nicht verankert", erläutert Wolfgang Illert, der im Hallenbad Süd die Kurse leitet. Ein Zustand, der sich schnell änderte, wurden doch bei orthopädischen Problemen die Vorteile von Aqua-Jogging erkannt. Die von normalen Laufbewegungsübungen wie Stech- und Trippelschritten oder Skippings entlehnten Bewegungen des Aqua-Joggings helfen Menschen bei Hüft- oder Kniegelenksbeschwerden ebenso wie auch bei Rückenbeschwerden. "Durch den Wasserauftrieb ist fast ein Zustand der Schwerelosigkeit gegeben, der Wasserdruck wirkt dabei wie eine leichte Massage. Außerdem ist Aqua-Jogging vergleichbar mit einem isokinetischen Training. Dies bedeutet: Je schneller die Bewegungen ausgeführt werden, desto höher ist der Widerstand", erklärt Illert und freut sich über Rückmeldungen aus seinen Kursen, dass sich diverse Gesundheitsbeschwerden tatsächlich verbessert haben.
Kurios: Diese in gesundheitlicher Hinsicht erzielbaren Erfolge scheinen auch Nicht-Schwimmer vor dem Sport, der im Hallenbad-Süd im Tiefwasserbereich durchgeführt wird, kein Bodenkontakt folglich besteht, nicht abzuschrecken. Zunächst sich beim Aqua-Jogging eher am Beckenrand aufhaltend, haben Nicht-Schwimmer schließlich parallel zum Aqua-Jogging auch Schwimmkurse belegt, erlernten so das Schwimmen und sind jetzt umso sicherer beim "Wasserlaufen" dabei. "Es ist schon besser, wenn die Teilnehmer schwimmen können. Das erhöht ihre Selbstsicherheit bei den Übungen", sagt Illert.
Über die Jahre ist weiterhin erkennbar, dass sich bei den von dem 45-jährigen Diplom-Sportlehrer angebotenen Kursen vornehmlich Teilnehmerinnen eintrugen. "Dies ist wohl eine Frage des Image. Ebenso zeigte sich, dass Frauen Aqua-Jogging allgemein als Sport betreiben möchten, Männer hingegen dies eher als Reha-Maßnahme sehen", schildert Illert seine Erfahrungen. Dabei dürfte eigentlich der Fakt, dass Aqua-Jogging eine geringe Gelenkbelastung mit gleichzeitig muskelaufbauenden Effekt bedeutet, auch so manchen Mann überzeugen. "Muskelkater gibt es auch nur selten", nennt Illert einen weiteren Grund. Und ganz nebenbei: Auch wenn das Durchschnittsalter der Kursteilnehmer zwischen 40 und 60 Jahren liegt – Aqua-Jogging ist in jedem Alter eine Empfehlung wert.   som

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