Mit der Eröffnungs-Ausstellung "alles.", die vom 7. März bis 26. April dauert, widmet sich das Wilhelm-Hack-Museum ganz der eigenen Sammlung. Der Gesamtbestand umfasst derzeit 9.236 Werke – rund 1.000 Gemälde, über 300 Skulpturen und zahlreiche Fotografien, grafische Werke, Objekte und Mappenwerke. Wohl erstmals in der jüngeren Museumsgeschichte legt ein Museum seine komplette Sammlung offen, darunter viele Kunstwerke, die sonst im Depot schlummern und selten oder noch nie präsentiert wurden.
Auf allen Ausstellungsebenen des Hauses, die rund 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfassen, finden die Werke einen Platz und werden bewusst ohne jede Ordnung in "Petersburger Hängung" gezeigt – das heißt in enger Reihung bis an die Decke. Mit dieser ungewöhnlichen Präsentation und seiner Fülle an Werken möchte das Museum die Neugier und den Stolz auf seine Sammlung wieder wecken, zugleich aber auch die eigene Arbeit für das Publikum transparent machen. Erstmals werden Besucher die Gelegenheit erhalten, die spätere Auswahl der Museumskuratoren bei der Sammlungspräsentation selbst zu beurteilen: Auf welcher Grundlage erfolgt die Präsentation der Sammlung eigentlich? Aus welchem Werkpool kann gewählt werden, welche Zusammenstellungen und Themenkontexte werden dabei getroffen? In welchem Zustand befinden sich die Arbeiten überhaupt? Die konservatorische und wissenschaftliche Arbeit, die ein Museum zu leisten hat und die meist hinter den Kulissen abläuft, wird so nachvollziehbar.
Diese besondere Form der Ausstellung des gesamten Kunstbestandes des Hauses ist Ausgangspunkt für die weitere Konzeption der Sammlungspräsentation, die sich in zwei aufeinander folgenden Schritten widerspiegeln wird. Mit "simply the best" vom 29. Mai bis 2. August wird der vorher erlebten Fülle eine Ausstellung ausgewählter Highlights bewusst entgegengesetzt. Diese Konzentration auf Eckpfeiler der eigenen Sammlung soll den Blick des Betrachters für die darauf folgende Neupräsentation schärfen, die unter dem Titel "hackordnung # I" vom 15. August 2009 bis 16. August 2010 eine jährlich variierende Reihe von Szenenwechseln im Sammlungsbereich eröffnet. Neu präsentiert wird auch die Sammlung mittelalterlicher Sakralkunst, die neben Metall- und Elfenbeinarbeiten, Buch- und Glasmalerei vor allem Skulpturen und Tafelmalerei von hervorragender Qualität umfasst. Mit der Ausstellung "Gegen jede Vernunft. Paris – Prag", die ab 14. November in Zusammenarbeit mit der BASF SE und dem Kunstverein Ludwigshafen zu sehen ist, setzt das WHM außerdem auch im Jahr der Neu-Eröffnung einen publikumswirksamen Akzent. "Das Wilhelm-Hack-Museum ist ein wichtiger Teil der Kulturlandschaft in Ludwigshafen. Mit dem anspruchsvollen Programm für die kommenden Monate setzt das Team um Museumsleiter Reinhard Spieler herausragende Akzente", freut sich Kulturdezernentin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg.
Während der gesamten Laufzeit der Ausstellung "alles." wird die Freie Internationale Tankstelle (FIT) des Berliner Künstlers Dida Zende zum Tanken spiritueller Energie vor dem WHM aufgebaut sein. Führungen der Kuratoren und des Restaurators des Wilhelm-Hack-Museums vermitteln vielfältige Einblicke in die Museumsarbeit, und eine Podiumsdiskussion unter dem Motto "Hat das Sammeln noch Zukunft" mit namhaften Vertretern aus der Kunstszene findet am 2. April um 18 Uhr statt. Workshops und Kunstkurse für Jung und Alt laden außerdem zum Mitmachen und zur Neuentdeckung des Museums ein.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.wilhelmhack.museum.de. Ab 7. März ist das Museum wie folgt geöffnet:
Dienstag, Mittwoch, Freitag: 11 bis 18 Uhr, Donnerstag, 11 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr. Montag ist geschlossen. weiss