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Gemeinsam das Spiel gewonnen
Jugendförderzentrum macht fit fürs Fußballspielen und das Leben drumherum
2,7 Millionen Euro hat die Dietmar Hopp Stiftung über den Verein "Anpfiff ins Leben e.V." in das Jugendförderzentrum auf dem Gelände des Ludwigshafener Sportclubs investiert. Knapp ein halbes Jahr ist seit der Eröffnung vergangen, und es steht jetzt schon fest, dass der ganzheitliche Ansatz, bei dem sportliche Förderung und Herzensbildung zusammengehören, für die Kinder und jungen Menschen genau der richtige ist.

"Das Maß aller Dinge ist der Mensch", bringt Anton Nagl, einer der Initiatoren und Erster Vorsitzender von "Anpfiff ins Leben e.V.", die Philosophie des Hauses auf den Punkt. "Wir möchten in unseren sechs Förderzentren mit den jungen Menschen nicht nur Sport treiben, sondern sie fit fürs Leben machen." Von seinem Team ist Nagl überzeugt: "Sie sind alle mit Herzblut dabei. Und es sind junge Menschen mit Vorbildfunktion." Das sind in Ludwigshafen: Britta Bonath, Diplom-Pädagogin und zuständig für die Bereiche Schule, Beruf, Soziales und Kultur und Henrik Westerberg als sportlicher Leiter. Fast 600 Kinder besuchen das Förderzentrum, gemischt in jeder Hinsicht: es sind Jungen und Mädchen dabei, die Jüngsten sind fünf, die Ältesten 19 Jahre alt. "Wir haben tolle Kinder", meint Britta Bonath und erklärt, was der alte Spruch "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" im Hinblick auf das Förderzentrum bedeutet: "Die Kinder und die jungen Menschen bekommen von uns viel Verantwortung übertragen. Unser Part ist es, Vorbild zu sein und mit ihnen nicht defizitorientiert, sondern ressourcenorientiert zu arbeiten. Anders gesagt: Wenn es einem motorisch eingeschränkten Jungen im Kochkurs gelingt, eine Karotte zu schälen, ist uns das genauso viel Wert wie bei einem anderen eine eins in Mathe. Für viele ist das eine neue Erfahrung und beeinflusst ihr Selbstbild enorm. Und wir haben von Anfang an die Erfahrung gemacht, dass das Zusammenspiel von Fördern und Fordern gut klappt. Wir erwarten schulischen Einsatz und gewisse Umgangsformen, es gibt Hauspflichten, wie die Umkleidekabinen selbst sauber zu halten."

Fair Play wird geboten und Fair Play wird auch eingefordert: Die Regeln sind fest, und wer sie einhält, wird vielseitig gefördert. Spielfelder, Kraftraum, ein Raum für den Physiotherapeuten und propre Umkleideräume bilden den Rahmen für den Sportteil. "Wir arbeiten gut mit den Sportvereinen zusammen", erklärt Henrik Westerberg. "Ich bin zudem die Schnittstelle zu deren Trainern und arbeite gemeinsam mit ihnen neue Trainingsideen aus." Der Sport ist nur ein Teil der Förderung, und damit sich ein Ganzes ergibt, werden die jungen Menschen von Montag bis Donnerstag bei den Hausaufgaben betreut. In den Ferien können sie ein Bewerbungstraining absolvieren, an PC-Kursen teilnehmen oder ihre Phantasie im Kunstworkshop ausleben. "Drogen-Prävention. Ein Tag im Gefängnis" fand in den Herbstferien 2008 statt und ist ein Teil des Programms zur Sucht- und Gewaltprävention. Der Blick für das Leben der anderen wird geschult in einer Reihe von Projekten, die von Ausflügen in Seniorenheime bis zu Berufspraktika reichen. Obwohl überdurchschnittlich viele Betreuer auf ein Kind kommen, wird eine wichtige Gruppe mit eingebunden: Es sind die Eltern, bei denen es wichtig ist, so die Mitarbeiter des Förderzentrums, nicht nur einen kleinen Beckenbauer zu wollen, sondern auch die Schule im Auge zu behalten. Der Weg in die Einrichtung führt über die Fußballvereine und die Kooperationspartner. Neben dem Ludwigshafener SC – er allein schickt 300 seiner Jungen und Mädchen ins Zentrum – sind der TuS Altrip, die Alemannia Maudach und die Germania Niederfeld mit auf dem Platz. Die Kooperationspartner sind zahlreich und prominent, allein die BASF SE trägt laut Anton Nagl fünf Jahre lang 80 Prozent der Folgekosten. Seine Entstehung verdankt das Haus einmal dem Ludwigshafener Sportclub, der seine Fühler Richtung Dietmar Hopp Stiftung ausgestreckt hatte, und zum anderen einem erfolgreichen Gespräch, das OB Dr. Eva Lohse mit dem Stiftungsgründer selbst geführt hatte. mm Weitere Informationen: Im Internet unter www.anpfiff-ins-leben.de, mehr zur Dietmar Hopp Stiftung unter www.dietmar-hopp-stiftung.de.
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