2010 ist für das Ernst-Bloch-Zentrum ein Jahr der Jubiläen: Auf dem Festprogramm steht der 125. Geburtstag des weltberühmten Philosophen, der in Ludwigshafen das Licht der Welt erblickte. Ein weiterer Anlass zum Feiern: Vor zehn Jahren wurde das Wissenschaftsinstitut in der ehemaligen Direktorenvilla der Walzmühle eröffnet. Eine Würdigung im Rückblick verdient zudem die Ehrenbürgerschaft, die Ernst Bloch von der Stadt Ludwigshafen vor vier Jahrzehnten verliehen wurde.
Entsprechend anspruchsvoll ist das Programm, das der Leiter des Ernst-Bloch-Zentrums, Dr. Klaus Kufeld, ankündigt. Eine dreiteilige Konzertreihe ehrt den Jubilar mit einem "Ständchen". Unter dem Motto „Drei Mal Hoch ! Kultur“ werden Stücke musikalisch präsentiert und aus der Perspektive Ernst Blochs erläutert. Dieses Konzept der Gesprächskonzerte ist am Bloch-Zentrum schon mit großem Erfolg erprobt worden.
Außerdem findet zum 125. Geburtstag des Philosophen die Tagung "future:lab 2.0. Neue Utopien. Zeitkritik und Denkwende" statt. Diese behandelt in hochkarätig besetzten moderierten Dialogen aktuelle Krisenerfahrungen. Den Eröffnungsvortrag am 9. Juli, 11 Uhr, hält Prof. Julian Nida-Rümelin, ehemaliger Staatsminister für Kultur und derzeitiger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie.
Nach der erfolgreichen Diskussionsreihe "Was heißt Fortschritt?" kommt ab 2010 das Thema „Gerechtigkeit“ auf den Prüfstand. Das Ernst-Bloch-Zentrum stellt sich damit den Herausforderungen der Gegenwart und versucht Antworten für die Zukunft zu finden. An der Auftaktveranstaltung der Reihe „Was heißt Gerechtigkeit?“ im September nehmen voraussichtlich Prof. Axel Honneth und Dr. Harald Schwager von der BASF SE teil.
Im November feiert das Ernst-Bloch-Zentrum das zehnjährige Jubiläum des Einzugs in die Direktorenvilla mit einem Festakt unter dem Motto "Zu Gast bei Bloch". Im Mittelpunkt steht die neu begründete Institution der "Zukunftsrede", die ein bedeutender "Geist" der Zeit halten wird. Im direkten zeitlichen und thematischen Anschluss ist eine Fachtagung zu "Philosophien der Zeitlichkeit im 20. Jahrhundert" geplant, die Blochs Hoffnungsprinzip des "Noch-Nicht" historisch einordnet und würdigt.
Auf dem Veranstaltungs-Kalender steht darüber hinaus die Jahrestagung der Ernst-Bloch-Gesellschaft zum Thema "Utopie der Zivilgesellschaft", getreu dem Motto "Zu Gast bei Bloch".
Eine Reflexion des Jubiläums erfolgt ebenfalls im Ausstellungsbereich. "Zehn Jahre Bloch a. Rh." thematisiert die lokale Verortung Ludwigshafens als "Seestadt auf dem Lande" und ihre Rolle für die Philosophie Blochs.
Aktuell wird im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit die Ausstellung "AKIM: Behinderte Künstler aus Jerusalem" im Ernst-Bloch-Zentrum eröffnet. In Kooperation mit dem "Gesprächskreis Juden und Christen in Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis" sowie der "Initiative Buchkultur" findet am 8. März ab 19 Uhr eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema "Deutsch-Israelische Freundschaft in Gegenwart und Zukunft" statt.
Das Hauptreferat hält Dr. Bernhard Vogel, ehemaliger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie bis vor kurzem Präsident der Konrad-Adenauer-Stiftung. Im Rahmen des Symposiums wird das Forschungs- und Dokumentationszentrum Yad Vashem in Jerusalem vorgestellt. Prof. Johannes Heil, Rektor der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, listet die Angebote für jüdische und nichtjüdische Studierende im Bereich der Geisteswissenschaften auf. Das Symposium kostet keinen Eintritt.
"In diesem Sinne arbeitet das Ernst-Bloch-Zentrum über das Jubiläumsjahr hinaus an seinem offenen, eigenwilligen Programm, das einerseits – mit dem Archiv – auf Bloch spezialisiert bleibt, und andererseits sich den gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen stellt", so Dr. Klaus Kufeld. Damit sei das Ernst-Bloch-Zentrum ein Garant dafür, dass die internationale Bedeutung von Ernst Bloch auch in Zukunft mit seiner Heimatstadt verbunden werde.