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neueLu März/April 2010

Erfolgreiches Modell

Nachbarschaftshilfe fördert bürgerschaftliches Engagement

In den zwölf Jahren ihres Bestehens hat sich die Nachbarschaftshilfe in Ludwigshafen zu einer festen Institution entwickelt. Das Nachbarschaftshilfebüro im Hemshof, das von Birgit Kambert geleitet wird, dient hierbei sowohl als Anlaufstelle für interessierte Bürgerinnen und bürger als auch als Koordinationsbüro für organisatorische Belange, wie die Durchführung von Veranstaltungen oder Fortbildungen für die Helferinnen und Helfer.

Getragen wird das Angebot vom Trägerverbund der Nachbarschaftshilfe, der sich aus dem privaten Pflegedienst Cura Blacher, den ökumenischen Sozialstationen Ludwigshafen am Rhein Nord und Südwest, der ökumenischen Sozialstation Oggersheim/Ruchheim sowie der Sozialstation des DRK Kreisverband Vorderpfalz zusammensetzt. Zudem wird seit März 2007 die Nachbarschaftshilfe Ludwigshafen finanziell vom Land Rheinland-Pfalz und der Stadt Ludwigshafen gefördert.

"Mit viel persönlichem Engagement und Einsatz unterstützen fast 300 Helferinnen und Helfer die Nachbarschaftshilfe Ludwigshafen. Sie stellen ihre Zeit zur Verfügung, um ältere, kranke und behinderte Personen im Alltag zu begleiten. Sie gehen gemeinsam mit den betreuten Personen spazieren oder zum Arzt, helfen bei kleinen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten oder leisten Gesellschaft. Sie tragen in vielen Fällen dazu bei, dass Menschen ihren Lebensabend zu Hause verbringen können und deren Angehörige im Pflegealltag entlastet werden. Sie wirken der Vereinsamung von Menschen entgegen und fördern deren gesellschaftliche Teilhabe. Deswegen ist die Nachbarschaftshilfe Ludwigshafen eine wichtige Ergänzung zu den bestehenden ambulanten Diensten, die den Bereich Pflege und Hauswirtschaft abdecken", erläuterte Diplom-Sozialpädagogin Birgit Kambert im Gespräch mit der neuen Lu.

Betreut werden die Einsätze der Helferinnen und Helfer von den Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen in den Pflegestützpunkten, den früheren Beratungs- und Koordinie-rungsstellen. Die derzeit sieben Mitarbeiterinnen betreuen hierbei jeweils mehrere Stadtteile und beraten Interessierte zum Thema häusliche Versorgung und Pflege. Zudem planen und begleiten sie die Einsätze der Helferinnen und Helfer und stellen sicher, dass für jeden Hilfesuchenden die passende Nachbarschaftshelferin oder der passende Helfer gefunden wird.

Nicht nur aus allen Teilen Ludwigshafens, sondern auch über die Stadtgrenzen hinaus kommen die Helferinnen und Helfer der Nachbarschaftshilfe. Überwiegend Frauen, aber auch 34 Männer, haben es sich zur Aufgabe gemacht, einsame, ältere, kranke oder behinderte Personen im Alltag zu begleiten und sie bei der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu unterstützen. Im Jahr 2009 betrug der Altersdurchschnitt der Helferinnen und Helfer 56 Jahre, 13 Prozent hatten einen Migrationshintergrund. "Gerade dieser Aspekt ist besonders wichtig, da die Zahl der hilfe- und pflegebedürftigen Personen mit Migrationshintergrund steigt und wir auch engagierte Personen brauchen, die aus anderen Kulturkreisen kommen", so Sozialdezernent Wolfgang van Vliet, auch zuständig für Integration.

Susanne Motallebi in der "Beratungs- und Koordinierungsstelle für die häusliche Versorgung von Migranten" unterstützt Birgit Kambert dabei, Nachbarschaftshelferinnen und -helfer mit ausländischen Wurzeln zu finden.
Um die Helfer gut auf ihren Einsatz vorzubereiten, werden regelmäßig Schulungen und Fortbildungen durchgeführt. Zum Erfahrungsaustausch gibt es einmal pro Jahr ein Regionaltreffen sowie monatlich das so genannte Nachbarschaftshilfecafé. Als Anerkennung für ihre Leistungen werden die Nachbarschaftshelferinnen und -helfer einmal pro Jahr zu einem Ausflug eingeladen.

Wer die Nachbarschaftshilfe in Anspruch nehmen möchte, zahlt für eine Stunde Unterstützung 7 Euro. Davon erhalten die Helferinnen und Helfer 5,50 Euro pro Stunde als Aufwandsentschädigung. Menschen mit einer Pflegestufe oder einem besonderen Betreuungsbedarf haben die Möglichkeit, die Nachbarschaftshilfe über die Pflegeversicherung abzurechnen. Zudem kann bei bestimmten Voraussetzungen auch die Sozialhilfe die Kosten übernehmen. Bei Fragen zur Finanzierung helfen im Einzelfall die Mitarbeiterinnen der Pflegestützpunkte weiter.

Wer sich für das Angebot der Nachbarschaftshilfe interessiert oder sich selbst bei der Nachbarschaftshilfe engagieren möchte, kann sich darüber bei Birgit Kambert im Nachbarschaftshilfebüro, Jakob-Binder-Straße 13, unter der Telefonnummer 5401470 informieren. Bürozeiten sind Montag, Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr.  

Info:
Nachbarschaftshilfe Ludwigshafen, Birgit Kambert, Jakob-Binder-Straße 13, Telefon 5401470, Fax 5401471.

Info-Box  
März/April

LU kompakt – Zentrum für kompetente und aktive Senioren
Benckiserstr. 66, geöffnet Mo., Di., Mi. und Do. von 14-17.30 Uhr. Auskunft und Anmeldung: nachmittags in LU kompakt, Tel. 96364251, montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr. Programm: 2.3., 15 Uhr, Diavortrag: Südtirol, Eintritt 2 Euro; 9. und 16.3., jeweils 14.30 Uhr, Kurs "Aquarellieren", Gebühr 10 Euro; 10.3., ganztägig, Exkursion "Erbach - Elfenbeinmuseum und Barockschloss"; 23.3., 14 Uhr, "TÜF-Party - Tanz über 50 – DIE Party für alle ab 50", Eintritt 2 Euro; 24.3., 15 Uhr, "Erzählcafé zum Thema: Osterbräuche", Eintritt frei; 30.3., 15.45 Uhr, Exkursion "Besichtigung des Rhein-Neckar-Fernsehens", gebührenfrei. Für alle Kurse und Exkursionen ist Anmeldung erforderlich.

Café Alternativ

Rohrlachstr. 76, geöffnet Di. und Mi. 15-19 Uhr, Do. 15-20 Uhr. Kartenbestellung unter Tel. 529 22 54. Programm: 4.3., 17 Uhr, "Heitere Muse und beliebte Operettenmelodien mit Tamara Shpiljuk", Eintritt 3 Euro; 11.3., 17 Uhr, "Dumm gebore! Nix dezu gelernt?" Autorenlesung mit Paul Tremmel", Eintritt 3 Euro; 18.3., 17 Uhr, "Veronica, der Lenz ist da" mit der Schauspielerin Heidemarie Borns, Eintritt 2 Euro; 25.3., 17 Uhr, "Warum es den Osterhasen gibt" – mit Lesung und Gesprächen von Pfarrer Tobias Müller, Eintritt frei.

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