"Kurs halten! – Gleichstellung" lautet das Motto des Internationalen Frauentages am 8. März. In Ludwigshafen greift die Ausstellung "Ohne Arbeit kein Vergnügen. Arme Mütter – arme Kinder" das Thema auf. Sie wird vom 8. bis 27. März in der Volkshochschule im Bürgerhof (VHS) gezeigt. Auch zahlreiche Veranstaltungen des Begleitprogramms nehmen sich des Zusammenhangs zwischen Frauenerwerbsarbeit und Kinderarmut an.
Konzipiert wurde die Ausstellung vom ZFG – Zentrum für Frauengeschichte in Oldenburg. Sozialdezernent Wolfgang van Vliet wird die Ausstellung zusammen mit Jutta Steinruck, Europaabgeordnete und Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Region Vorder- und Südpfalz, am 8. März um 11 Uhr eröffnen.
Großformatige Bild- und Texttafeln zeigen auf, wie Sozialhilfebezieherinnen mit ihren Kindern leben und vor welchen Problemen sie im Alltag stehen.
Dass die Armut von Frauen und Kindern kein neues Phänomen und zudem strukturell bedingt ist, wird im historischen Teil der Ausstellung deutlich. Das Stadtarchiv hat dafür einige sehr eindrucksvolle Bilddokumente aus der Ludwigshafener Stadtgeschichte zur Verfügung gestellt.
"Mangelnde Gleichstellung, besonders im Erwerbsbereich, trifft nicht allein die Frauen, sondern hat auch Auswirkungen auf ihre Familien, ihre Lebenspartner und ganz besonders auf ihre Kinder. Die Gefahr zu verarmen ist eher gegeben, wenn die Familie überwiegend oder allein vom Einkommen der Frau leben muss. Frauen verdienen im Schnitt immer noch deutlich weniger als Männer und sind deshalb häufig auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen", so die Ludwigshafener Gleichstellungsbeauftragte Julika Vatter.
Stadtführung, Vorträge, Weibersalon
Am späten Nachmittag des 8. März, um 17 Uhr, wird Stadtführerin Elke König den historischen Rückblick mit einer Führung zu früheren Schauplätzen der Frauen- und Kinderarmut in der Ludwigshafener Innenstadt abrunden.
Die Auftaktveranstaltung des diesjährigen Frauentagprogramms findet bereits am Sonntag, 7. März, in den Räumen des Frauencafés in der Westendstraße 17 statt. Geboten wird ab 11 Uhr ein kleines Frauenfrühstück mit einer Lesung aus dem Roman "Tausend strahlende Sonnen" des Bestseller-Autors Khaled Hosseini. Anschließend wird Gelegenheit sein, mit afghanischen Frauen ins Gespräch zu kommen und mehr über ihre Lebenssituation zu erfahren.
Am Dienstag, 9. März, 15 Uhr laden die Integrationsbeauftragte der Stadt, Hannele Jalonen, und der Internationale Frauentreff zu einer Frauentagsveranstaltung in den Internationalen Frauentreff in der Westendstraße 17 ein. Unter dem Motto "Starke Frauen" werden verschiedene Frauenbilder und Frauenrollen in Bezug auf Familie, Beruf und Frauenrechte in der Migration thematisiert. Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, EFRE, gefördert.
Dass Frauen, die in ihrer Kindheit sexuelle Gewalt erfahren haben, als Erwachsene in ihrer Lebensführung und der Ausübung ihres Berufs beeinträchtigt sein können, thematisiert der Verein Wildwasser und Notruf Ludwigshafen in einer Lesung. Gitte Iffland liest am 10. März, 19.30 Uhr, in der Stadtbibliothek, Bismarckstraße 44 bis 48 aus ihrem Buch "Ich lebe. Ich bin."
Am Donnerstag, 11. März, 19 Uhr, geht die Ludwigshafener Europaabgeordnete Jutta Steinruck in einem Vortrag in der VHS der Frage nach: "Tut Europa den Frauen gut?".
Über die Auswirkungen des neuen Unterhaltsrechts auf die Lebens- und Einkommens¬situation geschiedener Frauen spricht am Freitag, 12. März, um 18 Uhr ebenfalls in der VHS die Ludwigshafener Fachanwältin für Familienrecht Christine Jacobsen-Zunker.
Um 20 Uhr lädt Bündnis 90/Die Grünen zum "Ersten Weibersalon der Metropolregion Rhein-Neckar" mit der Europaabgeordneten Franziska Brantner und weiteren Gästen ein. Gespräche und Musik werden die Veranstaltung im Grünen Europabüro, Rathausplatz 10 bis 12, bestimmen.
Mit einer Straßenaktion der Gewerkschafterinnen am Lichttor vor dem Rathaus am Samstag, 13. März, ab 11 Uhr, und einem Filmvortrag um 13 Uhr im Verdi-Haus schließen die diesjährigen Frauentagsveranstaltungen ab.
Am Programm beteiligt sind DGB - Region Vorder- und Südpfalz und Einzelgewerkschaf-ten, Gleichstellungsstelle, Volkshochschule, Stadtbibliothek, Integrationsbeauftragte und Internationaler Frauentreff der Stadtverwaltung, Frauencafé, der Verein IEDA, Integration, Emanzipation deutscher und ausländischer Frauen, baff, Wildwasser und Notruf Ludwigshafen sowie Bündnis 90/Die Grünen.
Info
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es bei der Gleichstellungsstelle im Rathaus, Telefon 504-2087, und bei der Geschäftsstelle des DGB – Region Vorder- und Südpfalz, Telefon 518018.