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neueLu März/April 2010

Perspektiven für Ludwigshafen

Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse erläutert Ziele ihrer zweiten Amtszeit

Stadtimage, Wohnen und Arbeiten in der Stadt, ganzheitliche Bildung, kulturelles Profil und nachhaltige Stadtentwicklung nannte Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse in ihrer Neujahrsrede im Januar und zum Auftakt ihrer zweiten Amtszeit als Ziele für die kommenden Jahre. Die Redaktion griff diese Schwerpunkte auf und hat die wichtigsten Aussagen dazu zusammengefasst:

Stadtimage

Ludwigshafen soll als Wohnort attraktiv sein und bleiben. Ein gutes Image ist Voraussetzung dafür, dass Menschen in die Stadt ziehen und sich hier wohl fühlen. Das gute Image ihres Standortes ist für Unternehmen wichtig, um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. OB Eva Lohse nennt es eine zentrale Aufgabe der kommenden Jahre, in diesem Sinn aufzutreten und ein einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen. Gleichzeitig wird zu Beginn des neuen Jahrzehnts wieder eine große Bürgerbefragung starten, um – wie auch 2003 –  Rückmeldungen, Denkanstöße und Einschätzungen zu erhalten.

Wohnen in der Stadt

Die Wende in der kommunalen Wohnungsbaupolitik wertet Eva Lohse als einen der größten Erfolge der vergangenen Jahre. In großem Umfang werden Wohnungsbestände der GAG renoviert, in Neubaugebieten finden Interessierte Ein- und Zweifamilienhausbau und vornehmlich am Rheinufer Süd bietet sich die Gelegenheit, in hochwertigen Wohnungen oder Einfamilienhäusern zu leben. Hier sollen auch neue Wohnformen im besonders ressourcensparenden Bauen angeboten werden. Darüber hinaus sieht Eva Lohse Bedarf für neue, überschaubare Ergänzungen der Wohngebiete. Daher wird die Verwaltung kleinere Arrondierungen in Angriff nehmen.

Arbeiten in der Stadt

In diesem Jahr eröffnet die Rhein-Galerie, die Joseph Vögele AG nimmt ihre Produktion auf. Unterm Strich sind das über 2.000 Arbeitsplätze für Ludwigshafen. Mehrere Stand-ortsicherungsprojekte sind nach den Worten der OB derzeit in Arbeit, ebenso steht die Stadtspitze in aussichtsreichen Gesprächen mit mittelständischen Betrieben. Um weiterhin attraktiv sein zu können für die Firmen, ist ein ausreichendes Flächenangebot und eine leistungsfähige Infrastruktur wichtig.

Deshalb will die OB neue, zusätzliche Schwerpunkte in der kommunalen Wirtschaftspolitik setzen. Auf der Basis von Ludwigshafens positiver Entwicklung kann die Stadt selbstbewusst genug sein, sich auch als starker Standort für Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich, aus der Kreativwirtschaft, aus Forschung und Entwicklung und vielem mehr zu positionieren. In der Technologiemeile, an der Rheinallee oder im Bereich des Messplatzes kann die Stadt attraktive Angebote für Investoren machen.

Ganzheitliche Bildung

Bildung ist der Schlüssel für Wohlstand und Grundlage für das Zusammenleben, gerade in einer Gesellschaft mit Menschen unterschiedlichster Herkunft. Deshalb wird die Stadt ihr Programm zur Erneuerung der Schulen fortsetzen, deshalb bleibt die frühkindliche Förderung bei Vielfalt der Träger ein wichtiger Schwerpunkt der Bildungs- und Familienpolitik und deshalb fördert die Stadt Ganztagsangebote an den Schulen sowie den Ausbau einer dritten Integrierten Gesamtschule. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Übergang junger Menschen von der Schule in das Berufsleben gelegt.

Zentrale Rolle im Bildungsangebot spielen Musikschule und Stadtbibliothek. Hier können Kinder, Jugendliche und Erwachsene an unterschiedlichste Medien herangeführt werden. Die VHS wurde zum Weiterbildungszentrum ausgebaut und es ist gelungen, der FH eine Perspektive für einen Campus zu geben.

Kulturelles Profil

Kultur und Freizeit sind harte Standortfaktoren geworden. Gleichzeitig ist Kultur unverzichtbar für den sozialen Kitt einer Stadtgesellschaft. Stichworte für den kulturellen Aufbruch sind die Festspiele Ludwigshafen, das Festival des deutschen Films, das Ernst-Bloch-Zentrum, die Sanierung und Modernisierung des Pfalzbaus, die energetische Modernisierung des Wilhelm-Hack-Museums sowie dessen künstlerische Neuausrichtung. Ebenso engagiert ist die seit Jahren aktive freie Kulturszene. Zahlreiche Angebote richten sich an junge Menschen aus allen Schichten mit und ohne Migrationshintergrund. Sie sind Beiträge zur Bildung, zur Pädagogik, zur Integration, nicht nur zu Kunst und Kultur.

Stadtentwicklung

Der Umbau der Innenstadt ist in vollem Gang. Die City ist aber nur ein Teil des Stadtor-ganismus’, die Stadtteile spielen mindestens eine genauso große Rolle. In den kommenden Jahren soll daher das Grundgerüst Ludwigshafens stärker in den Fokus rücken – ausgehend von drei Achsen:

die Achse vom Rathaus über den Messplatz bis zum Hauptbahnhof und idealerweise bis zur FH; mit Hilfe privater Investoren soll eine Konzeption für vornehmlich moderne Arbeitsplätze entwickelt werden;

die Achse vom Rathaus über den Friedenspark und den Ebertpark bis hin zum Willersinngebiet; durch ehrenamtliches Engagement für den Ebertpark konnte bereits viel verwirklicht werden. Zug um Zug soll diese grüne Achse vollendet werden. Zentrale Aufgabe ist dabei die Sanierung des Willersinnbades;

die Entwicklungsachse West zwischen West und Oggersheim ist seit vielen Jahren Gegenstand unterschiedlichster Planungen. Schwerpunkt bleibt eine gewerbliche Entwicklung im Sinne eines Landschaftsparks.

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