Mit einer neuen Reihe rückt das Wilhelm-Hack-Museum (WHM) die Geschichte der Hauptwerke seiner eigenen Sammlung ins Blickfeld. Neben der Ausstellung "hackstücke #1" sind in einer weiteren Präsentation Werke von Tatjana Doll unter dem Thema "Toxic Chemicals" zu sehen.
Die Reihe "hackstücke #1", die vom 6. März bis zum 23. Mai dauert, startet mit Ernst Ludwig Kirchners Gemälde "Drei Akte im Walde" (1934/ 35), das den Abschluss eines langjährigen Gestaltungsprozesses bildet. Kirchner entwickelte anhand von Fotografien, Zeichnungen und Holzschnitten seine Bildvorstellung, um sie am Ende auf die Leinwand zu übertragen. Diese für sein Schaffen charakteristische Arbeitsweise, in der alle künstlerischen Medien in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen, wird eingehend untersucht. Die Ausstellung vereint zu diesem Zwecke seltene Leihgaben aus dem Kirchner Museum Davos, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, dem Saarlandmuseum Saarbrücken sowie Werke aus Privatbesitz.
Tatjana Doll
Große serielle Reproduktionen von Objekten des Alltags wie Verkehrszeichen, Sitzschalen, Autos und LKW, Lebensmittelverpackungen, Transporter, Müllcontainer sind das Markenzeichen von Tatjana Doll, Professorin an der Staatlichen Hochschule der Bildenden Künste Karlsruhe, Außenstelle Freiburg. Die Motive werden im großen mehr oder weniger originalgetreuen Maßstab plakatwandartig wiedergegeben. Dabei installiert die in Berlin lebende Künstlerin ihre übergroßen Formate stets bezogen auf die jeweiligen Ausstellungsräume – auch Ludwigshafen gerät dabei in ihr Blickfeld. Sie konstruiert und dekonstruiert, zerlegt perspektivisch, ist dabei gestisch und abstrakt und entwickelt eine eigensinnige bildhafte Lebenswelt, die den Blick ganz neu auf Altbekanntes lenkt. Die Ausstellung "Toxic Chemicals" wird vom 6. März bis 23. Mai gezeigt. Eröffnung ist am Freitag, 5. März, 19 Uhr.
Gert und Uwe Tobias
In der Rudolf-Scharpf-Galerie kann noch bis Sonntag, 11. April die erste Einzelausstellung der aus Rumänien stammenden Zwillingsbrüder Gert und Uwe Tobias in der Metropolregion Rhein-Neckar besichtigt werden. Geboren 1973 im rumänischen Siebenbürgen, siedelten die Zwillingsbrüder im Alter von zwölf Jahren nach Deutschland über. Erst in ihren Zwanzigern kehrten sie nach Rumänien zurück und begegneten dort der Folkloretradition wieder, die in Ziermustern, Karnevalsbräuchen, Kostümen und Masken fortlebt.
All dies haben sie in ihre eigene Kunst aufgenommen, die immer wieder mit dem Dracula-Mythos ihres Heimatlandes kokettiert. In Ludwigshafen liegt der Fokus auf einer Werkreihe von zirka 61 Zeichnungen und Collagen aus jüngster Produktion.
Die Arbeiten, vielfältig gestaltet mit Acrylfarbe, Kugelschreiber und Collage, bilden einen eigenständigen Werkkomplex. Schicht um Schicht wird die Farbe auf das Papier aufgetragen und wieder abgebürstet. Mit Kugelschreiber oder Buntstiften entwerfen die Künstler dann ein Panorama unterschiedlichster, meist skurriler Gestalten in das nasse Papier. Die Figuren variieren in all ihrer Vielfalt eine Reihe von Grundtypen, die immer wieder in neuen Kombinationen auftreten: Da ist die Bauersfrau, der Harlekin mit Narrenkappe, eine Figur mit strähnigen Haaren, überlangem Hals und Vasenkörper; daneben Mischwesen aus Tier und Mensch sowie mehrköpfige Gestalten mit Mänteln und Röcken in osteuropäischer Tracht. Zudem fügen die Brüder auch Ausschnitte aus Zeitungen und Bücher in ihre Werke ein.
Ferien im WHM
Im Wilhelm-Hack-Museum können in den Ferien sechs- bis zwölfjährige Kinder in eine Welt voll Farben und Materialien eintauchen, beim Experimentieren neue Freundschaften knüpfen und der Kreativität freien Lauf lassen.
Zu Ostern dreht sich alles um "Peter und der Wolf". Aus dem musikalischen Märchen - komponiert von Sergej Prokofjew - entsteht ein modernes Kinderbuch mit Christiane Schützer, Leiterin der Städtischen Musikschule, und Maike Kreichgauer, Kinderbuchautorin und -illustratorin, von Montag, 29. bis Mittwoch, 31. März, jeweils von 10 bis 13 Uhr. Die Kosten betragen 30 Euro inklusive Materialien.
Unter dem Motto "Von magischen Skulpturen in Fantasielandschaften" steht die Sommerferienaktion unter der Leitung von Anja Guntrum, Kunsthistorikerin und Museumspädagogin, und Claudia Selent, Grafikerin und Museumspädagogin. Aus Fundmaterialien und Alltagsgegenständen entstehen Skulpturen oder Fantasielandschaften. Die Aktion findet von Montag, 9. August, bis Freitag, 13. August zwischen 9 bis 15.30 Uhr statt. Die Kosten betragen 150 Euro inklusive Frühstück, Mittagessen und der Materialien.
Info
Anmeldungen und Informationen unter Telefon 504-3045, im Internet unter
www.wilhelmhack.museum.