Das größte Kunst- und Kulturfestival in der Metropolregion Rhein-Neckar spielt sich am 20. März 2010 bereits zum zwölften Mal in Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg ab. Viele Highlights weist die Lange Nacht der Museen in über 100 Museen, Galerien, Kulturinstitutionen und ungewöhnlichen Orten wieder auf. Hunderte von Künstlerinnen und Künstler, Kreative und Organisatoren sorgen im gesamten Raum für eine einzigartige Atmosphäre, die sowohl große als auch kleine Menschen in ihren Bann ziehen soll.
Ein tolles Programm erwartet den Nachwuchs in Ludwigshafen. Während im Stadtmuseum, Rathaus-Center, Geschichtenschreiber und bildende Künstler gesucht werden, können die Kleinen ab sechs Jahren im Wilhelm-Hack-Museum, Berliner Straße 23, ein eigenes riesiges Signalbild malen. "Kunst- Bis(s) zur Mitte der Nacht", ist der Titel des Programms, das der hackerclub, der Jugendklub des Wilhelm-Hack-Museums, in der Rudolf-Scharpf-Galerie, Hemshofstraße 54, organisiert. "My heart is beating like a jungle drum", heißt es in der Galerie & Edition Eleonore Wilhelm, Hartmannstraße 45, wo Trommellehrerin Renate Wolter Kindern ab acht Jahren ermöglicht, mit Rasseln, Schellen und Trommeln orientalische und afrikanische Rhythmen spielerisch umzusetzen. OK-TV/Haus der Medienbildung, Prinzregentenstraße 48, bietet einen Licht-Graffiti-Kurs an. Eine Kamera nimmt das Ganze mit langer Belichtungszeit auf. Das Werk kann als Foto mitgenommen werden.
Die Wahl der Qual stellt sich auch den Erwachsenen. Einen Blick hinter die Theaterbühne werfen oder gar selbst auf derselben stehen können sie zum Beispiel im Theater im Pfalzbau, Theaterplatz. Dort werden auch filmische Installationen der Künstlerin Rosemary Butcher vorgestellt. Im Wilhelm-Hack-Museum, Berliner Straße 23, zeigen fünf Künstler in der Collage "Pottpourri, PottArt" aus dem "Pottporus-" bzw. "Renegade"-Umfeld eine beeindruckende Mischung aus Breakdance und modernem Bühnentanz. Das Ernst-Bloch-Zentrum, Walzmühlstraße 63, präsentiert Musik um 20, 22 und 24 Uhr. Dieses Mal liefern Kosho & Band eine unter die Haut gehende Mischung aus Jazz, Soul, R’n’B und Swing. Kosho, der als Mitglied der "Söhne Mannheims" überregionales Ansehen genießt, stellt Teile aus seinem Solo-Programm und dem aktuellen Album vor. Das Stadtmuseum, Rathaus-Center, zeigt nochmals Themen aus dem Projekt "Ludwigshafen sammelt", außerdem den Film "Ludwigshafen – meine Stadt" des Mannheimer Filmemachers Mario DiCarlo um 20, 22 und 24 Uhr der zehn Einwanderer porträtiert. Im Kulturzentrum "dasHaus", Bahnhofstraße 30, findet in Kooperation mit dem Verein Social Meets Culture - im Mai 2006 gegründet - der Abend unter dem Motto "Gesellschaft/ Gestalten" statt. Die besten Nachwuchskünstler der Metropolregion aus den Bereichen bildende Kunst, Musik und Tanz sind aufgefordert, sich dem Thema auf ihre ganz persönliche Weise zu nähern.
Der Kunstverein, Bismarckstraße 44-48, gibt Antworten auf "Fragen zur Kunst". Zu sehen ist eine umfangreiche Werkschau der Fotografin Simone Demandt. Außerdem präsentiert das Quintett Brigada Especial kubanische Klassiker, Kult-Hits von Buena Vista Social Club und die Grooves des Latin Pop.
In der Stadtkirche St. Ludwig, Wredestraße, Ecke Bismarckstraße, gibt es Malerei nach Musik und eine ganz besondere Führung in das Innere der großen Orgel. Als Nachtwächterin führt Stadtführerin Elke König durch die "dunklen Gassen" Ludwigshafens. Treffpunkt: Haltestelle Wilhelm-Hack-Museum. Im Turm33 – Cafédrale & Restaurant, Maxstraße 33, zeigt die Mannheimer Malerin Marianne Merz Teile ihrer Ausstellung "Frauen der Bibel". Die Musiker der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Hans-Klüber-Platz, unterhalten durch verschiedene Genres.
In ihrem Atelier, Gräfenaustraße 20, führt Künstlerin und Diplom-Designerin Anja Gnutzmann eine Installation aus Fotografie, Textilobjekten und Videoperformance vor. Ihr Thema sind Plissees. In der Apostelkirche, Rohrlachstraße 70, werden unter dem Titel "Sound & Silence" Texte zur Stille und perkussive Live-Musik vorgetragen. Der Silberschmiedemeister Martin Bläse intoniert selbstgefertigte Klangobjekte und malt im Dialog mit Schlagzeuger Christian Scheuber ausdrucksstarke Klangbilder. Die Galerie & Edition Eleonore Wilhelm, Hartmannstraße 45, öffnet ihre Räume mit der Ausstellung "Der Strich, Die Zeichnung, Das Original". Auf zwei Etagen werden Handzeichnungen von 15 Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland aus vier Jahrzehnten gezeigt. Trommellehrerin Renate Wolter verwandelt gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern sowie Gastmusikern den Galerieraum 1 auf der Rahmentrommel und Darabuka in eine mystische Klangwelt.
Im ehemaligen Bunker Oktagon – KulTurm, Rollesstraße 14, bieten Fotokünstler Berthold Holzwarth sowie der Metallkünstler Franz Albert Kunst im Turm. Zum ersten Mal darf der 13 Meter hohe Tank am Turm betreten werden, der mit Licht und Tönen der Kunstinstallation "Dichteanomalie" von Bernd Albert und Anika Schaefer geflutet ist.
In der Friedenskirche, Leuschnerstraße 56, informiert eine Ausstellung im kleinen Gemeindesaal über die Baugeschichte der Friedenskirche. In der Kirche sowie im Gemeindesaal zeigt die Sonderausstellung "Prager Passion" Passionsbilder der Prager Künstlerfamilie Ondrej, Vojtech und Miroslav Rada. Im OK-TV/Haus der Medienbildung, wird es im TV-Studio "stimmgewaltig": Die Mainzer Gruppe "Stimmig" liebt es skurril und präsentiert eine sehens- und hörenswerte Mischung aus modernem Jazz und Impro-Musik. Auch in diesem Jahr stellt Yoshiko Waki mit ihrem Tanztheater das Studio auf den Kopf.
Außerdem gibt es noch Videokunst, Installationen und Gesprächsrunden.
Mit einem Angebot ganz besonderer Art empfiehlt sich in der spektakulären Kulturnacht das Stadtarchiv, Rottstraße 17. Neben der Teilnahme an Führungen und der Gelegenheit, historische Filmdokumente zu betrachten, besteht die seltene Chance, Publikationen des Hauses zum Schnäppchenpreis zu erwerben.
Tickets
Tickets gibt es am 20. März ab 19 Uhr bei den beteiligten Museen, Galerien und Institutionen sowie bei den Vorverkaufsstellen, telefonisch unter der Nummer 33880-66, im Internet unter museumsnacht.com. Erwachsene zahlen 14 Euro für das Drei-Städte-Ticket im Vorverkauf (zzgl. Gebühr), 17 Euro an der Abendkasse. Jeder kann ein Kind bis 14 Jahre kostenlos mitnehmen. Zusätzliche Kindertickets kosten 5 Euro im Vorverkauf beziehungsweise 7 Euro an der Abendkasse. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Das Ticket berechtigt zur freien Fahrt von 12 Uhr am 20. März bis 12 Uhr des folgenden Tages, dies auch auf dem Heimweg bis weit nach Mitternacht. Einsteigen können die Besucherinnen und Besucher an jeder Station. Falls Behinderte eine Begleitperson benötigen, so hat diese freien Eintritt.