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NeueLu Mai / Juni 2004

100 Jahre Stadtmuseum

Die Idee zu einem Ludwigshafener Stadtmuseum entstand während des 50-jährigen Stadtjubiläums im Jahre 1903. Ein Jahr später schlugen Bürger die Bildung einer heimatgeschichtlichen Sammlung vor. Am 27. Mai 1904 war es dann so weit. Der Stadtrat bewilligte die Gelder: Dies war die Geburtsstunde des Stadtmuseums.

Der damalige Bürgermeister Friedrich Krafft beauftragte Dr. Albert Becker, den künftigen Leiter, mit den Vorbereitungen und stellte Ausstellungsräume in der neu errichteten "Höheren Mädchenschule" in der Bismarckstraße (heute Berufsschule) zur Verfügung. Am 8. November 1907 wurde die "Stadtgeschichtliche Sammlung von Bildern und Gegenständen aus Ludwigshafens Vergangenheit" der Öffentlichkeit übergeben.

Die historische Leitlinie bildete das "Blaue Buch" zur Stadtgeschichte, das die Stadt 1903 zum 50-jährigen Jubiläum veröffentlichte. Darin wurde die rasante Entwicklung Ludwigshafens geschildert. Der Sammlungsschwerpunkt war damit vorgegeben: eine Erfolgsbilanz des Bürgertums. Weitgehend ausgeklammert blieb die eigentliche Identität Ludwigshafens als Arbeiter- und Industriestadt.

Die Museumsbestände wuchsen nach der Eröffnung schnell an, da viele Bürger weitere Exponate zur Verfügung stellten. Deshalb wurde das Museum 1917 ins Stadthaus Nord verlagert. Die Leitung übernahm Professor Georg Küffner. In den ersten Jahren war dort zeitgemäß und im patriotischen Geist eine "Kriegsgeschichtliche Sammlung" zu sehen. Diese wurde später mit den stadtgeschichtlichen Exponaten zu den "Stadt- und kriegsgeschichtlichen Sammlungen" vereinigt.

Bis 1934 blieb die Institution, die nun "Stadt- und Bezirksgeschichtliche Sammlungen" mit dem Untertitel "Heimatmuseum" hieß, im Stadthaus Nord. Dr. Friedrich Hildebrand und Georg Kleeberger, die damaligen Leiter, sortierten die Kriegsgeschichte wieder weitgehend aus und verstärkten den lokalen Bezug. Nur relativ kurz war das Museum ab 1936 in der Wredestraße 1 zu Hause. Als die Stadt das Schulgebäude der Dominikanerinnen in der Rottstraße übernahm, wurden dort ab 1939 Stadtmuseum und Stadtarchiv unter der Leitung von Emil Nesseler eingerichtet. Aber schon ab 1942 mussten die Exponate nach den ersten Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg in die Kasematten nach Germersheim und in ein Salzbergwerk bei Heilbronn ausgelagert werden. 1943 wurde das Museumsgebäude bei einem Luftangriff dann völlig zerstört. Erst 1958 konnte das Stadtmuseum unter der Leitung von Kurt Oberdorffer in der Rottstraße neu eröffnet werden. Viele Ausstellungsstücke waren während des Krieges allerdings verloren gegangen, andere mussten mühsam restauriert werden. 1962 übernahm Dr. Siegfried Fauck Archiv und Museum, zu dem inzwischen auch das Schillerhaus in Oggersheim und das K. O. Braun-Museum in Oppau gehörten. In der Rottstraße war es allerdings erneut zu eng geworden und so wurde das Museum ab 1979 in das neu erbaute Rathaus-Center verlegt. Dort konzipierten der neue Leiter, Dr. Richard Gassen, und Restaurator Bernd Werz die Ausstellung neu. Am 5. Mai 1984 schließlich wurde offiziell Eröffnung gefeiert. So kann heute ein doppeltes Jubiläum begangen werden: 100 Jahre Stadtgeschichtliche Sammlungen und 20 Jahre Stadtmuseum im Rathaus-Center. Dabei hatte sich in all den Jahren nicht nur mehrfach der Ort, sondern auch die organisatorische Zuordnung geändert. 1983 kam das Stadtmuseum zum Hack-Museum, 1990 unter dem neuen Leiter Peter Ruf zum Kulturbüro und schließlich 1997 zum Ernst-Bloch-Zentrum.

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