Ägypten - Land der Pharaonen, Pyramiden und Götter
Nachdem der Stadtratssaal sich bei der Vortragsreihe "Krankheit und Tod berühmter Persönlichkeiten" als attraktiver Veranstaltungsort bewährt hat, startet der Bereich Kultur der Stadt Ludwigshafen dort eine weitere Vortragsreihe. Die Ägyptologin Dr. Mechthild Schade-Busch berichtet über das Land der Pharaonen, Pyramiden und Götter.
Viele Jahre war die Referentin Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ägyptologie der Mainzer Universität. Heute arbeitet sie in der Erwachsenenbildung und als Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten.
"Pharaonen im Alten Ägypten - Manager eines Weltreiches" heißt das Thema des ersten Vortrags am Dienstag, 20. April 2004. Von 3000 v. Chr. bis zur römischen Zeit war die Monarchie der Dreh- und Angelpunkt allen weltlichen und religiösen Geschehens im Land am Nil. Der Pharao galt nicht nur als Vertreter der Götter auf Erden, sondern sogar als leibhaftiger Sohn des Sonnengottes Re; somit war er die Zentralfigur des Weltbildes der Ägypter.
Am 11. Mai referiert Dr. Mechthild Schade-Busch über "Krieg und Frieden im Alten Ägypten - Ramses der Große und die Kadesch-Schlacht". Zwischen Ägyptern und Hethitern gab es schon vor der Regierungszeit von Ramses II. immer wieder Auseinandersetzungen. Der Höhepunkt der Feindseligkeiten zwischen den beiden Großmächten war die Schlacht bei Kadesch im 13. Jahrhundert v. Chr., der sich der erste bekannte Friedensvertrag der Weltgeschichte anschloss.
Am 25. Mai heißt das Thema "Religion im Alten Ägypten - Sonnenkult und Göttervielfalt". Das zentrale Thema der ägyptischen Tempel- und Grabdekorationen ist die Begegnung des Menschen mit den Göttern. Der tägliche Tempelkult garantierte die Anbindung Ägyptens an die Götterwelt. Schöpfungsmythen erklärten die Entstehung der Welt, Sonnengottheiten wie Re und Amun waren die Garanten der Weltexistenz, und die von den Göttern eingesetzte Weltordnung bestimmte das Handeln der Menschen.
Am 22. Juni beschreibt die Referentin den "Totenkult im Alten Ägypten - Rituale und Jenseitsvorstellungen". Pyramiden und prachtvoll ausgestattete Gräber zeigen noch heute, wie wichtig Jenseitsvorstellungen für die Ägypter waren. Die Weiterexistenz der Menschen war abhängig vom Begräbnisritual, der Grabgestaltung und dem Opferkult, und ein göttliches Gericht entschied über die Lebensführung des Einzelnen und die Erlaubnis zum ewigen Leben.
"Feiern im Alten Ägypten - Das ,Schöne Fest vom Wüstental'" heißt schließlich das Thema am 6. Juli. Große Prozessionen bestimmten das religiöse Leben am Nil, jährlich wurden rund 50 Feste gefeiert. Auch "Das Schöne Fest vom Wüstental" war ein jährlicher Höhepunkt im thebanischen Festkalender, wobei der Gott Amun die Nekropolen besuchte und Lebende wie Verstorbene gemeinsam mehrtägige Festtage begingen.
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