Ein tierisches Spektakel spielt sich zum ersten Mal im Theater im Pfalzbau ab. Am Freitag, 11. Mai, steht ab 15 Uhr zur Einstimmung auf die abendliche Aufführung von George Orwells "Animal Farm" alles unter dem Motto "Bühne frei für die Tiere". Und das ist durchaus wörtlich gemeint.
Tierfreunde können sich bereits am Nachmittag auf George Orwells Szenario einstimmen – allerdings nur unter friedlichen Vorzeichen. Schafe, Ziegen, Kaninchen, Hasen, Pferde und Hunde geben sich auf dem Theaterplatz ein Stelldichein. Um die Kreativität zu fördern, ist ein Tiermasken-Wettbewerb für Kinder ausgeschrieben. Die schönste Tiermaske wird prämiert – als Preis winkt ein Besuch im Karlsruher Zoo, für den sich als Begleitung Theaterintendant Hansgünther Heyme zur Verfügung stellt.
Zuhause gesucht
Ein neues Zuhause für seine Schützlinge sucht an diesem Tag der Verein Tierheim Ludwigshafen mit einer Variante von "Herrchen gesucht" und einem Tierquiz für Kinder. Stellvertretend für viele Vierbeiner, die zurzeit in der Wollstraße untergebracht sind, haben im Theater der Spitz Tommy, die Schäferhündinnen Trixie und Susi, die Pinschermischlinge Snoopy und Baby sowie Dackel Bärle ihren Auftritt. Wie wichtig für den Hund neben der nötigen Aufmerksamkeit eine geeignete Erziehung ist, demonstriert die Polizeihundestaffel.
Der Intendant des Theaters Hansgünther Heyme liest "Die schönste Tiergeschichte" vor, die Kinder der Brüder-Grimm-Grundschule geschrieben haben. Unterstützt wird er dabei von Felix Maaßen, Esra Yilmaz, Corinna Hoffmann und Denis Andres, den Gewinnern beim Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Den musikalischen Part bei der tierischen Aktion mit ausschließlich vegetarischer Kost übernimmt die städtische Musikschule. Um 19 Uhr, wird George Orwells "Animal Farm" von der Tour de Force Company in englischer Sprache aufgeführt.
"Keine Proben ohne Hund"
Intendant Hansgünther Heyme verbindet von Kindesbeinen an eine große Liebe zu Tieren. Diese wurde schon im Elternhaus vermittelt, wo Heyme mit Hunden und Pferden groß wurde und mit 14 Jahren reiten lernte. Pferde und Hunde haben ihn sein Leben lang begleitet. Die 15 Jahre alte New-Forest-Stute Niobe zog mit der Familie in die Pfalz um. „Mein letzter Hund hieß Buster – benannt nach Buster Keaton. Er war, wie alle Hunde zuvor, eine Englische Bulldogge und auf allen Proben dabei. Das war ziemlich stressig, aber es gab keine Proben ohne Hund. Er lag unter dem Regietisch. Zu Englischen Bulldoggen habe ich eine besondere Beziehung, seit ich 1960 in Saarbrücken einen Film gedreht habe. Da suchte ich zwei Deutsche Doggen, aber es gab keine. Ein Züchter kam an mit zwei Englischen Bulldoggen. Ich übernahm einen Hund, mein Kameramann Jost Vacano übernahm den anderen“, erzählt Heyme. Nach dem schweren Krebstod von Buster sei er nun ohne Hund. Dafür ist ein schwarzer Zwerghase in die Ludwigshafener Wohnung eingezogen. Heyme: "Er ist uns drei Mal vors Auto gelaufen bei einem Gastspiel in Carnuntum bei Wien. Da haben wir ihn mitgenommen. Er heißt Marc Aurel, weil dieser in Carnuntum seine ‘Selbstbetrachtungen‘ geschrieben hat. Der Hase hört auf seinen Namen und läuft den Kindern hinterher wie ein Hund".
Info
An der Aktion "Bühne frei für Tiere" beteiligen sich: Dr. Rainer Metz, Tierschutz-Verein Ludwigshafen, Verein und Tierheim Ludwigshafen, Tierambulanz Ludwigshafen, Offener Kanal, Jugendfarm, Kindertagesstätte Von-Weber-Straße, Förderverein Wildpark, Musikschule Ludwigshafen, Brüder-Grimm-Grundschule, Heinrich-Böll-Gymnasium, Pestalozzi-Schule und Schlossschule Oggersheim. tim/ska