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Weg frei für neues Stadtquartier

Stadtrat stimmt Vertrag zu – OB Lohse: Starker Standort schafft Arbeitsplätze

Der Bau eines neuen Stadtquartiers am Rhein rückt näher: Die Verträge zwischen Stadt und dem Investor ECE sind ausgehandelt. In einer Sondersitzung am 19. März gab der Stadtrat grünes Licht.

Damit hat das ehrgeizige Projekt einen weiteren Meilenstein erreicht: Die Bauanträge können jetzt vorbereitet werden. Die Eröffnung der neuen Rhein-Galerie ist nach ECE-Angaben für das Spätjahr 2009 geplant. "Mit seinem klaren Votum hat der Stadtrat den Weg frei gemacht für eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in der Geschichte Ludwigshafens. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit einem privaten Investor ein attraktives Stadtquartier am Rhein zu bauen, das die Einkaufsstadt Ludwigshafen in der Region deutlich aufwertet und damit Kaufkraft bindet. Das sichert und schafft Arbeitsplätze und stärkt unsere Wirtschaft", betont OB Lohse.

Die Stadtchefin unterstrich, dass es mit dem ECE-Projekt gelungen sei, eine private In-vestition von 185 Millionen Euro nach Ludwigshafen zu holen. Im neuen Einkaufscenter, der Rhein-Galerie, sollen auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern rund 120 neue Geschäfte einziehen. Rund 1.000 Arbeitsplätze werden durch das Vorhaben in Ludwigshafen geschaffen. "Es geht jedoch um mehr als um das Einkaufscenter: Es geht uns darum, mit dem Umbau der Innenstadt und der Schaffung eines schönen, direkt am Rhein gelegenen Stadtquartiers die Innenstadt Ludwigshafens insgesamt aufzuwerten und ihre Position im Wettbewerb mit den anderen Oberzentren der Region zu stärken", so Dr. Lohse. Deshalb lege die Stadt sehr großen Wert auf die Einhaltung der im Pflichtenheft festgehaltenen Bedingungen und aller ausgehandelten Investitions- und Qualitätsbeschreibungen.

Zeiser: Neue Infrastruktur finanziert

Kernpunkte der Verhandlungen sind der städtebauliche sowie der Grundstückskaufvertrag. Die Stadt Ludwigshafen kauft das sechs Hektar große Hafengelände für 12,7 Millionen Euro vom Land Rheinland-Pfalz und verkauft das Areal, für das sie mit Nebenkosten wie Grunderwerbssteuer, Notar- und Anwaltskosten oder Nebenabrechnungen einen Aufwand von rund 14 Millionen Euro hat, dann an den Investor weiter. „Unsere Haltung war von Anfang an klar: Die Investition am Zollhofhafen und die Anbindung und Integration unserer Innenstadt sind aus dem Gesamtinvest zu finanzieren. Dies setzen wir mit dem Grundstücksvertrag und dem städtebaulichen Vertrag konsequent um. Das bedeutet: Der Bau des neuen Stadtquartiers am Rhein und dessen Erschließung, also der Umbau von Zollhof-, Bahnhof- und Kaiser-Wilhelm-Straße, wird aus dem Erlös finanziert, den wir als Stadt durch den Verkauf des Areals erzielen. Insgesamt liegen unsere Einnahmen bei rund 26,0 Millionen Euro”, zeigt sich Bürgermeister Wilhelm Zeiser zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis von 23 Millionen Euro für Grund und Boden sowie drei Millionen Euro als Kostenzuschuss für Infrastrukturmaßnahmen, die zwischen zehn und 12 Millionen Euro kosten werden.

Mit dem Einkaufscenter und dem neuen Stadtplatz kehre nun nach Jahren der gewerblichen Hafennutzung urbanes Leben zurück. Gleichzeitig wird der Riegel zum Rhein aufgehoben und das Areal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Merkel: Pluspunkt für Ludwigshafen

Im städtebaulichen Vertrag ist im Wesentlichen die Umsetzung des im Angebot dargestellten Konzeptes eines Stadtquartiers mit Einkaufszentrum, Freizeit- und Kulturnutzungen einschließlich eines Stadtplatzes am Rhein geregelt. Er beinhaltet die Komponenten eines Einkaufszentrums mit außergewöhnlicher Dachform, terrassiertem Stadtplatz zum Rhein, den Erhalt der Werfthalle 1 und die öffentliche Rheinpromenade.Es entstehen rund 1300 Parkplätze für die Kunden des Einkaufscenters. Die Rhein-Galerie erhält eine Zufahrt im Norden und im Süden, dabei wird der neue Stadtplatz unterführt, die Zollhofstraße bleibt mithin unberührt. Über die umgebaute Bahnhofstraße und einen zweiten Zugang am Ludwigsplatz erfolgt die direkte Anbindung an die Innenstadt. "Unser Augenmerk liegt auf einer gut funktionierenden und gestalterisch ansprechenden Verbindung zwischen jetziger City und neuem Stadtquartier. Ludwigshafens Pluspunkt gegenüber allen anderen Einkaufs- und Innenstadtlagen in der Region ist die unmittelbare Nähe zum Rhein. Mit einer anspruchsvollen und modernen Architektur des Centers, dem offenen Stadtplatz und der Rheinpromenade werden wir hier auch einen städtebaulichen Aufbruch schaffen", betont Baudezernent Ernst Merkel.

Seit der grundsätzlichen Entscheidung des Ludwigshafener Stadtrats am 14. Juli vergangenen Jahres haben Stadtverwaltung und WirtschaftsEntwicklungs-Gesellschaft (W.E.G.) parallel Vertragsverhandlungen geführt und die notwendigen Verfahren in Gang gesetzt. "Nicht nur das umfangreiche Vertragswerk, das das Pflichtenheft zum Auswahlverfahren umsetzt, wurde diskutiert, sondern auch der Flächennutzungsplan geändert, die Hochbauplanung der ECE vorbereitet und der Bebauungsplan im Entwurf erstellt. Seitens der Stadt steht einem Startschuss zur Jahreswende also nichts mehr im Wege", erklärte W.E.G.-Geschäftsführer Klaus Dillinger zum Verfahrensstand. ska

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