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neueLu Mai/Juni 2008

"Bänder der Freundschaft"

Unter das Motto "Bänder der Freundschaft" hat das Land Rheinland-Pfalz den Ruanda-Tag 2008 gestellt. In diesem Jahr ist die Stadt Ludwigshafen Gastgeberin der zentralen Veranstaltung, bei der sich am  Samstag, 17. Mai, zahlreiche Vereine, Schulen und Institutionen in der Mall des Rathaus-Centers mit ihrer Arbeit präsentieren und soziale wie interkulturelle Akzente setzen.

Von 10 bis 16 Uhr können sich die Be­sucherinnen und Besucher über die zahlreichen Hilfsprojekte, die auf dem Prinzip der so genannten Graswurzelpartnerschaft gründen, an vielen Ständen vor Ort informieren. Ehrenamtliches Engagement wird dabei groß geschrieben. Serviert werden an diesem Tag ruandische Spezialitäten, und auf einer Bühne im Center selbst ist von 12 bis 15 Uhr für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt. Vor dem Rathaus-Center machen Trommler aus Ruanda musikalisch auf die Präsentationen aufmerksam. Am Nachmittag berichten Michael Nieden, Direktor des Partnerschaftsbüros Rheinland-Pfalz in Kigali, und Berthe Mujawamaliya, Rektorin der Grund­schule in Nyakarambi, über die Entwicklung des Bildungswesens vor Ort. Nyakarambi beispielsweise ist die Partnerschule der IGS Gartenstadt - eine von ganz vielen Ludwigshafener Schulen, die sich im Land der tausend Hügel engagieren.
Im Sitzungszimmer 1 des Rathauses liest um 16 Uhr Esther Mujawayo gemeinsam mit Gertrud Janson aus ihrem Buch "Auf der Suche nach Stéphanie: Ruanda zwischen Versöhnung und Verweigerung". Esther Mujawayo wurde 1958 geboren. Während des Völkermordes in Ruanda im Jahr 1994 verlor sie ihren Mann und 17 Familienmitglieder. Mit ihren beiden kleinen Töchtern überlebte sie in der Hauptstadt Kigali. Gemeinsam mit 50 Frauen hat sie die Organisation Avega für die Opfer des Genozids gegründet. Die Soziologin ist auch bei der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam engagiert. Nach dem Genozid hielt sie Vorträge auf vielen internationalen Konferenzen und arbeitete bei TV-Dokumentationen mit. Heute lebt Esther Mujawayo in Deutschland.
Der rheinland-pfälzische Ruanda-Tag in Ludwigshafen beginnt am 17. Mai um 9.30 Uhr offiziell mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Ludwig. Offizieller Festakt ist um 11 Uhr. Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse begrüßt den rheinland-pfälzischen Innenminister Karl Peter Bruch sowie den Botschafter der Republik Ruanda Eugène Richard Gasana im Stadtratssaal. Festredner an diesem Tag ist der ehemalige Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz Prof. Bernhard Vogel. In dessen Amtszeit wurde die Partnerschaft zu Ruanda begründet.
Seit 1982 unterhält das Land Rheinland-Pfalz partnerschaftliche Beziehungen zu dem im Osten Zentralafrikas gelegenen Staat. Bei unterschiedlichen Entwicklungshilfeprojekten stehen die Themen Bildung, Gesundheit und Infrastruktur im Mittelpunkt. In Ludwigshafen besteht eine enge Partnerschaft zwischen der katholischen Pfarrkirche St. Michael in Maudach und Rwankuba in Ruanda. In Maudach fand am 11. April auch der zentrale Gedenkgottesdienst für die Opfer des Genozids statt.   Ska

Ruanda hat eine Fläche von 26.340 Quadratkilometer und liegt in Ost-Zentralafrika knapp südlich des Äquators. Rund 8,9 Millionen Menschen der Volksgruppen der Hutu (zirka 85 Prozent), der Tutsi (zirka 14 Prozent) und der Twa (ein Prozent) teilen Sprache und Kultur. Hauptstadt ist Kigali; Landessprachen sind Kinyarwanda, Französisch, Englisch. Rund 55 Prozent der Bevölkerung ist katholisch, 38 Prozent protestantisch; fünf Prozent sind Moslems, zwei Prozent gehören anderen Glaubensrichtungen an. Ruanda ist eine präsidiale Republik, Staatsoberhaupt ist Paul Kagame. (Quelle: Auswärtiges Amt)

 

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