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neueLu Mai/Juni 2008

"Bauen Betreuungsangebot aus"

Stadt schafft 1200 neue Kindergartenplätze und prüft dritte Gesamtschule

Die Stadt Ludwigshafen baut ihr Bildungs- und Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche aus. Die Errichtung einer dritten Integrierten Gesamtschule und mehr Platz für Kindergartenkinder sind dabei wesentliche Bausteine. Über die Bildungsplanung 2013 und die damit verbundenen Ziele sprach die neue Lu mit Prof. Dr. Cornelia Reifenberg, Dezernentin für Schulen, Jugend und Familie.

neue Lu: Frau Prof. Reifenberg, Sie sagen, der Neubau der Kindertagesstätte Karl-Krämer-Straße steht beispielhaft für die Familienpolitik der Stadt Ludwigshafen. Was meinen Sie damit?
Reifenberg: Wir wissen, dass wir vorhandene Ressourcen und Einrichtungen miteinander verbinden müssen, um einerseits effektiv zu sein unter dem Kostengesichtspunkt, aber vor allem, um für die Kinder und Jugendlichen breit gefächerte und auch kontinuierliche Angebote zu schaffen. Voraussetzung dafür ist, dass wir das Dezernat vor drei Jahren neu zugeschnitten und dabei darauf geachtet haben, dass alle Aspekte rund um die Themen Kindsein und Erwachsenwerden unter einem Dach zusammengefasst sind. Auf dieser Basis kann die Stadt ihre Stärken weiter ausbauen und eine familien- und kindgerechte Begleitung und Betreuung von Anfang an leisten. Dafür haben wir in der Vergangenheit die Weichen gestellt, Planungen eingeleitet und Kooperationen geknüpft.

neue Lu: Die Stadt will in den kommenden Jahren 1200 neue Kindergartenplätze schaffen. Was genau ist geplant?
Reifenberg: Derzeit gibt es in Ludwigshafen rund 5650 Kindergartenplätze. Unser Ziel ist es, bis 2013 stadtweit 6850 Plätze zu schaffen. Das sind 1200 neue Kindergartenplätze. Grundlage dafür ist die derzeitige Rechtslage, die in Rheinland-Pfalz bis zum Kindergartenjahr 2010 den Besuch des Kindergartens beitragsfrei macht und außerdem den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für zweijährige Kinder festschreibt. Aufgrund dieser Änderung gehen wir von einer steigenden Nachfrage nach Kindergartenplätzen aus und rechnen mit einem Bedarf von 4,5 Altersjahrgängen. Dafür müssen 54 Gruppen neu geschaffen werden. Schwerpunkte liegen in den Stadtteilen Hemshof, Mitte, Süd, Oggersheim und West. In einer Gruppe werden in der Regel 25 Kinder betreut. Denkbar sind neben Neubauten auch An- oder Umbauten bei bestehenden Kindertagesstätten.

neue Lu: Welche pädagogischen Schwerpunkte setzen Sie?
Reifenberg: Wir gehen von einem ganzheitlichen Bildungsansatz aus, den wir kooperativ mit modernen pädagogischen Mitteln umsetzen. Umfassende Bildungsförderung, die kognitives mit sozialem, kulturellem und emotionalem Lernen verknüpft, verlangt nach Kooperation. Diesem Ansatz folgen wir konsequent. Darüber hinaus legen wir großen Wert auf frühkindliche Bildung und die Integration von ausländischen Kindern. Ein weiterer Aspekt des differenzierten Betreuungsangebots ist die erstmals in jedem Stadtteil angebotene flexible Ganzzeit-/Teilzeitbetreuung, die den Bedürfnissen vieler Familien entgegenkommt. Erste Erfahrungen zeigen, dass dieses Modell zukunftsfähig ist. Unser Dank gilt den Erzieherinnen und Erziehern der freien Träger und der Stadt, die mit großem Engagement die pädagogischen Anforderungen durch Betreuungsausbau und zusätzliche Kooperationsprojekte meistern, sowie den Vertretern der freien Träger für ihr Angebot und ihre Bereitschaft, die hohe Qualität in diesem Aufgabenkreis gemeinsam mit der Stadt auch in Zukunft bedarfsgerecht vorzuhalten.

neue Lu: Sie bauen die Kinderbetreuung aus, machen sich darüber hinaus auch für eine dritte Gesamtschule stark. Warum?
Reifenberg: Wir registrieren bei den Gesamtschulen mehr als doppelt so viele Anmeldungen interessierter Mädchen und Jungen als die beiden Schulen tatsächlich aufnehmen können. Insofern liegt der Bedarf, eine dritte IGS in Ludwigshafen einzurichten, auf der Hand. Wir werden deshalb die notwendigen Verhandlungen führen. Die Schullandschaft wird sich mit der Einführung der Realschule Plus in den kommenden Jahren erheblich verändern. Derzeit laufen intensive Gespräche der Schulverwaltung im Kontext der so genannten Schulstrukturentwicklung mit den Schulleitungen und Vertretern der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), um ein für die Stadt Ludwigshafen ausgewogenes Schulkonzept auf den Weg zu bringen. In diesem Zusammenhang soll die dritte Integrierte Gesamtschule in den kommenden Monaten von der Schulverwaltung geprüft und das Vorhaben lokal und zeitlich konkretisiert werden. Darüber hinaus erötern wir auch die Einrichtung eines weiteren Gymnasiums mit Ganztagsbetreuung.

 

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