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Die Joseph Vögele AG will sich in Rheingönheim ansiedeln. Auf einer Fläche von 41 Hektar baut das Mannheimer Maschinenbau-Unternehmen ein modernes Werkgelände. Rund 1000 Arbeitsplätze entstehen damit im Süden von Ludwigshafen. Vögele investiert 70 Millionen Euro in den neuen Standort.
"Unser Bestreben ist es, Ludwigshafen attraktiv für Menschen und Unternehmen zu machen. Mit dem Bau der Rhein-Galerie in der Innenstadt ist es uns gelungen, 1000 neue Arbeitsplätze in die City zu holen: Die Hamburger ECE wird 220 Millionen Euro in Ludwigshafen investieren - Geld, das auch in die Verbesserung unserer Straßen und Plätze fließen wird. Vögele bleibt uns in der Metropolregion RheinNeckar erhalten und expandiert. Sichere Arbeitsplätze, qualifizierte Ausbildungschancen und ein privates Investment sind Pluspunkte für Ludwigshafen, die allen zugute kommen", betont OB Eva Lohse, die alle Beteiligten zum offenen Dialog über die Ansiedlung einlädt. Auf der Einwohnerversammlung Mitte März, bei der Unternehmensführung und Stadtverwaltung den Fragen von Anwohnerinnen und Anwohnern Rede und Antwort standen, legte Vögele-Geschäftsführer Dr. Christian Pawlik ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland ab. Nachdem es in Mannheim trotz intensiver Bemühungen keine Möglichkeiten für eine Vergrößerung des Firmengeländes gegeben habe, suchte das Unternehmen nach eigenen Angaben bewusst im Umkreis von 20 Kilometer vom jetzigen Sitz in Mannheim-Neckarau. Der Standort in Ludwigshafen kam über eine Anfrage von Vögele beim rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium ins Gespräch: Zunächst ein Standort von mehreren links des Rheins, machte Ludwigshafen am Ende das Rennen. Gutachten, die im Zuge des laufenden Verfahrens für einen Vorhabenbezogenen Bebauungsplan in Auftrag gegeben wurden, setzen sich mit den Auswirkungen der Vögele-Ansiedlung auseinander.
Durch die Vögele-Ansiedlung rechnet die Stadtverwaltung mit rund 2.700 neuen Kfz-Fahrten insgesamt, also 1.350 Zu- und 1.350 Abfahrten. Rund 1.000 Zu- und 1.000 Abfahrten werden durch die Mitarbeiter der Vögele AG verursacht, weitere rund je 200 Zu- und Abfahrten durch Firmenbesucher sowie je 150 Zu- und Abfahrten durch den Lieferverkehr. Drei Viertel dieser neuen Verkehrsteilnehmer werden die B 44 und den Wöllnerkreisel nutzen, ein Viertel die K 7 und K 13 über die Ortsumgehung Maudach. Während die Belastung der K7 in und aus Maudach und der Garten-stadt derzeit bei rund 10.300 Fahrzeugen am Tag liegt, wird künftig mit einem Verkehrsaufkommen von rund 11.000 Fahrzeugen gerechnet. Den Straßenabschnitt Richtung Wöllnerkreisel nutzen zurzeit 13.400 Verkehrsteilnehmer täglich, künftig werden es 15.500 sein. Der Lärm, der durch das erhöhte Verkehrsaufkommen entsteht, wird nach Berechnung der Experten deutlich unter den geltenden Richtwerten liegen. Für die benachbarten Wohngebiete wird mit einer Erhöhung von 0,2 bis 0,4 Dezibel gerechnet. Um eine gute Erreichbarkeit des Firmengeländes zu gewährleisten, wird die Einmündung der K 7/Von-Kieffer-Straße ausgebaut. Der Wöllnerkreisel befindet sich derzeit im Bau. Vom S-Bahnhof Rhein-gönheim sowie der Bushaltestelle ist das Werk auch zu Fuß gut zu erreichen. Außerdem bleibt das Wirtschafts- und Radwegenetz erhalten.
Die naturschutzfachlichen Untersuchungen haben ergeben, dass "Im Oberfeld" keine geschützten Tiere leben und keine geschützten Pflanzenarten vorkommen. Auch hat die Fläche keine zeitweilig besondere Bedeutung, beispielsweise als Rastplatz für Zugvögel. Regenwasser, so weitere Un-tersuchungen, kann versickern; das Regenwasserbewirtschaftungskonzept ist mit der Aufsichtsbehörde abgestimmt. Aussiedlerhöfe und Ackerflächen werden nicht beeinträchtigt. Sowohl um das neue Firmengelände als auch auf den Parkflächen ist eine Begrünung vorgesehen. Darüber hinaus wird es einen zusätzlichen Ausgleich außerhalb des Plangebietes geben. Die Immissionswerte der Richtlinie (TA) für Luft werden unterschritten. Auch durch den Zusatzverkehr auf öffentlichen Straßen werden die Immissionswerte nicht überschritten. Negative stadtklimatische Auswirkungen sind nach Expertenmeinung nicht zu befürchten.
Über die Fläche "Im Oberfeld" wurde erstmals auf Anregung der damaligen Planungsgemeinschaft Rheinpfalz, die für den Regionalen Raumordnungsplan (RROP) verantwortlich war, bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans (FNP) im Jahre 1998 geredet. Von der Seite der Regionalplanung wurde vorgeschlagen, die schienengebundenen oder schienenversorgten Siedlungsschwerpunkte durch zusätzlichen Ausbau zu stärken. Die Stadt Ludwigshafen hat daraufhin diese Fläche in Absprache mit der Planungsgemeinschaft untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sich diese Fläche nicht als Wohnbaufläche eignet. Allein die Emissionen durch die Bahn wären so groß gewesen, dass eine Ausweisung von Wohnungsbau in diesem Bereich nicht möglich gewesen wäre. Die Stadt hat damals offen gelassen, in welcher Art diese Fläche als Sied-lungsfläche zu nutzen ist und sich dazu entschlossen, in diesem Bereich eine Untersuchungsfläche darzustellen. Dieser Vorgang wurde mit der Landesplanung und der Planungsgemeinschaft abgesprochen.
Bei der Ansiedlung der Vögele AG handelt es sich um die Umsetzung eines so genannten Vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Dies bedeutet, dass alle Planungen nur für das Werk der Firma Vögele gelten und auch kein anderes Unternehmen sich "Im Oberfeld" ansiedeln kann. Während des Aprils waren die Pläne und Gutachten öffentlich einzusehen. Anregungen, die im Rahmen dieser Offenlage vorgebracht wurden, werden nun geprüft. Voraussichtlich am 9. Juni wird sich der Bauausschuss und am 16. Juni der Stadtrat wieder mit der Ansiedlung beschäftigen. ska
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