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neueLu Mai/Juni 2009

Auch 500 Euro nicht abgeholt …

Städtisches Fundbüro bewahrt gefundene Gegenstände auf

Verliert man etwas unterwegs, ganz gleich ob es die Geldbörse, eine Tasche oder auch ein Regenschirm ist – der Ärger ist immer groß, glaubt man doch den Gegenstand unwiederbringlich verloren zu haben. Vielleicht sollten die Betreffenden aber auch einfach einen Gang zum Fundbüro der Stadtverwaltung in der Bismarckstraße 29 machen. Es gibt sie nämlich noch, die ehrlichen Finder, die Fundsachen abgeben. Doch auch für preisbewusste Personen kann sich der Gang zum Fundbüro lohnen: Beim Fundsachenverkauf ist immer ein Schnäppchen zu machen.

Fahhräder im Keller des Fundbüros

Cordula Forler, die beim städtischen Bereich Öffentliche Ordnung arbeitet und das Fundbüro betreut, lächelt und schüttelt noch immer amüsiert den Kopf, wenn sie an die Begebenheit denkt: Da hing ein Schlüssel mit einem auffälligen Anhänger schon lange Zeit am Brett für Fundschlüssel, das ohnehin immer gut bestückt  ist, und Cordula Forler hatte schon gedacht, dass diesen Schlüssel keiner mehr abholt. "An einem Tag kam dann ein Mädchen wegen einer anderen Sache vorbei, blickte eigentlich nur zufällig zum Schlüsselbrett und erkannte diesen Schlüssel als den Schlüssel einer Freundin. Eine Stunde später wurde er abgeholt", erzählt Forler den Ausgang der Geschichte.
Es sind eben genau diese Geschichten, die die Arbeit im Fundbüro nicht alltäglich machen, man immer etwas Neues erleben kann. Entweder weil sich Menschen freuen, dass sie Gegenstände wieder erhalten oder auch einmal nicht alltägliche Dinge abgegeben werden. Wichtig ist dabei: Fundsachen können neben dem Fundbüro auch bei allen Bürgerbüros abgegeben werden. "Bei Fahrrädern oder anderen sperrigen Gegenständen kann auch das Fundbüro unter der 0621/504- 2404 telefonisch erreicht werden - wir holen die Sachen dann ab", sagt Peter Sebastian, Leiter der Abteilung Ordnung und Vollzugsdienst beim städtischen Bereich Öffentliche Ordnung.
Für jeden Finder ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass gefundene Gegenstände, die für jeden offensichtlich den Wert von zehn Euro nicht überschreiten, nicht beim Fundbüro abgegeben werden müssen. "Umgekehrt gilt: Bei Gegenständen, die offensichtlich einen hohen Wert besitzen und im Fundbüro abgegeben werden, wird bei der Polizei überprüft, ob diese als gestohlen gemeldet sind", betont Bürgermeister Wilhelm Zeiser, in dessen Dezernat das Fundbüro fällt.
Neben einem reinen Gewissen kann sich die Abgabe einer Fundsache für den Finder auch finanziell rentieren. Ein Finder hat nämlich die Möglichkeit auf ein Fundstück, sofern es nicht in einem öffentlichen Gebäude gefunden wurde, einen so genannten Eigentumsvorbehalt geltend zu machen. Dieser besagt, dass ein Fundstück sechs Monate im Fundbüro aufbewahrt wird und sollte sich in dieser Zeit niemand melden, so geht dieses Fundstück dann in den Be-sitz des Finders über. Auch hier hat Forler schon kurioses erlebt. "Einmal kam jemand und brachte einen 500 Euro-Schein, den er auf dem Trottoir gefunden hatte und meldete den Eigentumsvorbehalt an. Nach sechs Monaten hatte sich tatsächlich niemand wegen des 500 Euro-Scheins gemeldet. Wir haben daher den Finder hiervon informiert und die Freude war entsprechend groß", so Forler.
Dennoch: Für die meisten gefundenen Gegenstände wird kein Eigentumsvorbehalt angemeldet. Werden diese dann nicht innerhalb von sechs Monaten abgeholt, kommen sie in den Fundsachenverkauf, der regelmäßig im Keller des Fundbüros stattfindet. Zum Verkauf stehen dann Fahrräder, Handys, Sporttaschen, Regenschirme oder Bekleidung, eben all das, was abgegeben wurde. Das Fundbüro setzt dabei die Preise für die einzelnen Stücke fest. Handeln ist demnach genauso wenig möglich, wie im Vorfeld des Fundsachenverkaufs beim Fundbüro telefonisch zum Beispiel nachzufragen, welche Typen von Handys oder Fahrrädern zum Verkauf kommen. "Gerade bei Fahrrädern ist es oft so, dass diese einen Defekt haben. Mehr als im Schnitt 20 Euro kann man dafür nicht verlangen", erläutert Sebastian. Die Einnahmen gehen in den städtischen Haushalt ein. "In der Regel sind dies bis zu 3.000 Euro jährlich. Reich werden kann die Stadt also dadurch nicht", hebt Wilhelm Zeiser hervor.   som

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