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Der Bau der Rhein-Galerie nimmt schon ein knappes Jahr nach dem ersten Spatenstich sichtbar Gestalt an und auch die Arbeiten zur Umgestaltung des Stadtzentrums sind im Zeitplan. Neben ersten Maßnahmen in der Zollhofstraße beginnt voraussichtlich im Mai der Umbau der östlichen Bahnhofstraße und Kaiser-Wilhelm-Straße.

Der Plan zum Bau des Stadtplatzes liegt nun auch detailliert vor, Bürgerinnen und Bürger dürfen sich auf einen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität freuen. Das Wilhelm-Hack-Museum erstrahlt nach Ende der Sanierungsarbeiten in neuem Glanz und konnte mit der Eröffnungsausstellung "alles." einen großen Erfolg feiern. Wichtige Mosaiksteine setzen im raschen Tempo Akzente innerhalb des unter dem Motto "heute für morgen" stehenden Stadtumbauprozesses. Jetzt, da die Gründungsarbeiten beendet und 540 Fertigteilstützen bereits die Decke über dem Erdgeschoss tragen, wird die Dimension des 400 Meter langen und 80 Meter breiten Einkaufszentrums auf dem Zollhofhafen-Gelände deutlich. "Bis Mitte Juni steht das erste Obergeschoss und Ende Juni beginnen wir mit der Montage der Stahlkonstruktion für das Galerie-Dach. Allein hierfür verbauen wir 1.700 Tonnen Stahl", erklärt ECE-Projektleiter Georg Monheim, der froh ist nach einer frostbedingten Pause wieder gut im Zeitplan zu liegen. So ist auch schon gut erkennbar, wie sich das Gebäude mit seinem Haupteingang und den beiden unterschiedlich gewölbten gläsernen Kopfbauten zum neuen Stadtplatz orientiert. Dieser verbindet künftig in Höhe der Bahnhofstraße das neue Quartier am Zollhofhafen mit der Innenstadt. Nach der nun vorliegenden Planung ist der Platz in drei Ebenen eingeteilt. Von der City aus präsentiert sich der eigentliche Stadtplatz mit 75 mal 45 Meter Größe und einem zentralen Brunnen. Aus Hochwasserschutzgründen steigt das Gelände leicht an. Es folgt auf einer Tiefe von 20 Metern eine terrassenartige Treppenanlage, welche im oberen Bereich 40 Meter breit ist und sich mit 70 Metern zum Rhein öffnet. Holzauflagen auf den Stufen laden zum Verweilen ein. "Von hier aus kann man gut die Schiffe auf dem Rhein beobachten", verspricht Monheim. Letztlich, nach einem Höhenunterschied von insgesamt drei Metern, ist die Rheinpromenade erreicht. Hier ist Flanieren angesagt, sie eignet sich aufgrund ihrer Breite von 14 Metern darüber hinaus als Bühne für vielfältige Aktionen und Veranstaltungen, so könnte hier zum Beispiel auch ein Musiktruck zum Stehen kommen. Von einem Balkon aus, der fast zwei Meter hinausragt, lässt sich der Rhein unmittelbar erleben. Nach Süden schließt sich ein Baumhain, ein Hotel und ein Gastronomiepavillon an.

"ECE hat angekündigt, die Rhein-Galerie im Herbst 2010 zu eröffnen. Bis dahin müssen wir das Einkaufszentrum an die Verkehrswege angeschlossen haben. Ein sportliches Tempo wird hierbei erforderlich sein, doch ich bin davon überzeugt, dass wir das schaffen", erklärt Bau- und Umweltdezernent Ernst Merkel. Pünktlich im März begann der Bereich Tiefbau mit den Umbauarbeiten der Rheinuferstraße. Hierbei wurden Teile der Stützmauer abgebaut und ein paar Meter versetzt neu errichtet, Verkehrsinseln abgetragen, Böschungen gerodet, morsche Bäume entfernt und eine provisorische Spur gebaut, damit von der Rheinuferstraße wieder links in den Ludwigsplatz eingebogen werden kann. Im Mai beginnt der Ausbau der Bahnhofstraße zwischen Zollhof- und Bismarckstraße. Zunächst wird der Oberbau der nördlichen Fahrbahnhälfte erneuert und die alten Gehwegplatten durch neue mittelbraune, hochwertige Pflastersteine mit Granitvorsatz ersetzt. Braune Bänder grenzen die Baumscheiben und die Parkplätze ein. Diese Arbeiten werden wahrscheinlich bis August 2009 andauern, um sie dann in der südlichen Fahrbahnhälfte bis Ende November fortzuführen. Bereits im August 2009 soll die Kaiser-Wilhelm-Straße in dem Bereich zwischen Zollhofstraße und Ludwigstraße sowie zwischen der Bundesbank und dem Zollamt fertig werden. Auch hier gibt es einen neuen Oberbau für die Fahrbahn, neue Gehwege und neue Lampen. Der im März begonnene Ausbau der Rheinufer-/Zollhofstraße wird von Mai bis August 2009 bis zur Höhe des Tunnels fortgeführt, hier gibt es einen neuen Fahrbelag und breitere Gehwegbereiche. Die Verkehrsführung ändert sich in der Zeit zwischen Mai und August dahingehend, dass nun wieder von der Rheinuferstraße links in den Ludwigsplatz eingebogen werden kann, es hier eine eigene Spur für dieses Linksabbiegen gibt und eine eigene Spur zum Geradeausfahren. Das bedeutet, dass der provisorische Linksabbieger in die Bahnhofstraße aufgehoben werden kann. Hier geht es nur noch geradeaus. Was bleibt, ist die Einbahnstraßenregelung in der Kaiser-Wilhelm-Straße und, dass von der Bahnhofstraße nur nach rechts in die Zollhofstraße abgebogen werden kann. Die Stadtverwaltung empfiehlt Pendlern, die kein Ziel in der City anfahren, die mit dem Aktionslogo versehenen Ausweichrouten zu nutzen, um die Rheinufer-/Zollhofstraße nicht unnötig mit Verkehr zu belasten. Nach wie vor sind alle Geschäfte in der Innenstadt mit dem Auto und dem ÖPNV gut zu erreichen.

Neben den Anstrengungen, die Kaufkraft zu stärken und die Infrastruktur zu verbessern, herrscht auch ein ausgezeichnetes Klima für die Kunst. Die energieeffiziente Modernisierung des Wilhelm-Hack-Museums wurde zum Vorzeigeobjekt in ganz Deutschland. Sie schuf darüber hinaus optimale Bedin-gungen für den Kulturbetrieb. Das machte schon die erste Ausstellung nach der Wiedereröffnung im März unter dem Titel "alles." deutlich. Die Sanierung des Pfalzbaus befindet sich auf der Zielgeraden, ab September stehen die Räumlichkeiten wieder für Theater, Schauspiel, Konzerte, Messen, Tagungen und Ausstellungen zur Verfügung. Die dritte große Ludwigshafener Kultureinrichtung, die Stadtbibliothek, soll nun auch in Schuss gebracht werden. Der Stadtrat stimmte im Februar 2009 grundsätzlich zu und gab der Stadt grünes Licht für eine detaillierte Planung. Ziel ist es, das 46 Jahre alte Gebäude in der Bismarckstraße baulich und energetisch in Schuss zu bringen und es in eine moderne, kommunikative Bibliothek barrierefrei umzuwandeln. Flachdach, die Fenster und Fassaden müssten saniert werden. Die Elektroinstallation und Beleuchtung, Heizung, Lüftung, Sanitäranlagen müssten erneuert, der Brandschutz- und die Sicherheitstechnik auf den neuesten Stand gebracht werden. Für den ersten Bauabschnitt stehen 3,5 Millionen Euro zur Verfügung. 50 Prozent davon stammen aus För-dergeldern von Bund aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, 30 Prozent kommen vom Land und 20 Prozent von der Stadt. 300.000 Euro stehen für die Dachsanierung bereits im Haushalt der Stadt. rik
Auch in der Ludwigstraße geht es beim Stadtumbau voran. Im Erdgeschoss des Wohn- und Geschäftsgebäudes Ludwigstraße 14 bis 18 eröffnete kurz vor Ostern ein Supermarkt. Das ehemalige Union-Kino wurde dafür abgerissen, die gesamte Erdgeschossfläche neu gestaltet. Entstanden ist eine Verkaufsfläche mit Lager- und Nebenflächen von rund 1.000 Quadratmetern. Außerdem wurden 33 Stellplätze geschaffen, die Zufahrt erfolgt über die Lichtenberger Straße. Die Passage blieb erhalten und verbindet nun den Parkplatz mit der Ludwigstraße. Investor ist die Dominic Eberhard und Matthias Back GbR. Ihr gehört auch das gegenüberliegende Gebäude der ehemaligen Firma Pabst. Auch dort ist neues Leben eingezogen. "Tex" bietet seit Anfang April dort nach eigenen Angaben gehobene Textilien für die ganze Familie an. mü
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